Holz als Baustoff Landesregierung will Holzbau fördern

Holz als nachwachsender Baustoff für Gebäude - das möchte Baden-Württembergs Forstminister Hauk fördern. Die Bauwirtschaft wehrt sich allerdings gegen die Holz-Offensive.

In Heilbronn entsteht Deutschlands erstes Hochhaus in Holzbauweise. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
In Heilbronn entsteht Deutschlands erstes Hochhaus in Holzbauweise. picture-alliance / dpa -

Zehn Stockwerke aus Holz - in Heilbronn wächst zur Zeit das höchste Holz-Hochhaus Deutschlands in den Himmel. 60 Wohnungen werden hier aus vorgefertigten Holzbauteilen bis April zusammengefügt. Das sei zwar in diesem Fall teurer als Stahl und Beton, ginge aber zügiger voran, sagen die Bauherren.

Uwe Trumpp, Projektleiter Stadtsiedlung Heilbronn GmbH, erklärt: "Wir bauen hier ein Stockwerk im Rohbau etwa in einer Woche, wenn sie so etwas in massiv bauen - also mit Beton, Steinen und Stahl - dann sind es eher vier bis sechs Wochen."

Holzoffensive des Ministeriums

Baden-Württembergs Agrar- und Forstminister, Peter Hauk, will den natürlichen Rohstoff Holz als Baustoff in den kommenden fünf Jahren mit rund 16,5 Millionen Euro fördern. Er begründet das vor allem damit, dass es umweltschonender als Beton und Stahl sei.

Peter Hauk (CDU), Agrar- und Forstminister: "Es ist keine Frage, dass die Zementindustrie eine äußerst energieintensive und auch eine äußerst emissionsintensive Industrie ist und das ist bei Holz alles nicht der Fall."

Gegenargumente der baden-württembergischen Bauwirtschaft

Häuser aus Stein und Beton sind schlechter für die Umwelt? Diesen Vorwurf weist die Bauwirtschaft zurück.

Forstminister Hauk wisse genau, hält Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer Bauwirtschaft Baden-Württemberg, den Argumenten des Ministers entgegen: "..., dass Massivhäuser eine sehr lange Lebensdauer haben, dass die Rohstoffe aus der unmittelbaren Umgebung kommen und dass bereits heute über 90 Prozent des Mauerwerks anschließend recycelt werden kann." Damit lägen die Vorteile für die Umwelt nicht mehr eindeutig bei Holz, sagt die Bauwirtschaft.

Von Jochen Braitinger, SWR Aktuelle Wirtschaft

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