Hohe Heizöl-Preise Jetzt Heizöl bestellen, oder noch warten?

Die Kälte ist da. Jetzt im November. Und damit auch die Frage für Hausbesitzer, wann sie ihren Heizöl-Tank füllen lassen für den Winter. Aktuell sind die Preise sehr hoch.

Der Mitarbeiter eines Diesel- und Heizöl-Unternehmens verbindet den Füllstutzen des Ladeschlauches eines Tankwagens mit dem Tankanschluss an einem Haus (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Der Winter wird teuer - Heizkosten steigen picture-alliance / dpa -

Abwarten beim Heizöl-Kauf, lautet der überwiegende Rat der Experten derzeit. Denn die Heizöl-Preise befinden sich gerade auf einem Höchststand im Südwesten. Oftmals müssen Verbraucher hier bis zu einem Euro für einen Liter Heizöl bezahlen. Das wäre sogar der höchste Preis seit fünf Jahren.

Ölbranche klagt über Niedrigwasser als Preistreiber

Ein Grund für die derzeit so hohen Preise: Das aktuelle Niedrigwasser in vielen Flüssen, wie dem Rhein und Neckar, erschwere den Transport und erhöhe so die Transportkosten, sagen die Ölkonzerne. Für diese haben sich die Frachtkosten jedenfalls teils vervierfacht. Die Zeche dafür zahlen aber die Verbraucher: denn diese Mehrkosten werden über höhere Preise direkt an den Endkunden weitergegeben. Die Situation sollte sich durch Niederschläge im Winter aber wieder entspannen, zumindest mittelfristig.

Experten rechnen mittelfristig aber mit sinkenden Rohstoffpreisen

Ein Transportschiff fährt auf dem Rhein. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Ursache für die hohen Heizöl-Preise sollen auch die niedrigen Wasserstände vieler Flüsse sein. picture-alliance / dpa -

Mittelfristig befindet sich der Rohölpreis aber eh im Sinkflug. Davon gehen zumindest die Prognosen der US-Energiebehörde aus. Danach sollte der Preis spätestens im kommenden Jahr 2019 wieder sinken. Denn die Weltwirtschaft allgemein hat gerade die Handbremse angezogen. Die angekündigten US-Sanktionen etwa gegen China könnten aufs Wirtschaftsklima weltweit drücken und damit wieder für sinkende Rohstoff-Preise sorgen, da dann auch die Nachfrage zurückgehen würde.

Was man selber tun kann, um Preise zu drücken: sich zusammentun

Aber auch selbst kann man, zumindest ein bisschen was dafür tun, um den Heizöl-Preis zu drücken. Zum Beispiel indem man sich mit Nachbarn zusammentut und gemeinsam den Tanklaster bestellt. Der muss dann nämlich nur einmal kommen und entladen, das gibt Rabatte.

Zocken sollte nur, wer noch Reserven hat

Abwarten oder Kaufen ist beim Heizöl aber auch immer eine Frage, für den, der noch genug in der Hinterhand hat. Und zwar etwa 1/3 bis ¼ Tankfüllung. Denn teilweise betragen die Lieferzeiten ab Heizöl-Bestellung gerade mehrere Wochen. Das Schlimmste, was dann passieren kann: Ich bemerke es zu spät, die neue Lieferung lässt auf sich warten: Denn dann sitzt man im Kalten.

Am Ende muss man dann vielleicht sogar eine Elektroheizung neben den Weihnachtsbaum schieben. Das wäre dann sicher die teuerste Lösung, denn Wärme aus der Steckdose verbraucht sehr viel Strom und kostet daher viel Geld. Daher in einem solchen Fall lieber jetzt bestellen, als am Ende zu frieren.

Michael Herr, SWR Wirtschaftsredaktion | Online: Lutz Heyser

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