Höchste Zeit für Winterreifen Was beim Reifen-Shopping im Netz wichtig ist

Wer überlegt, neue Reifen zu kaufen, sucht häufig auch im Internet. Das Angebot von unzähligen, auf Autoreifen spezialisierten Anbietern ist riesig. Wir bringen Licht ins Dunkel.

Schnee liegt am 06.11.2017 bei Hofsgrund (Baden-Württemberg) in den Profilen eines Winterreifens. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Zeit für den Preisvergleich muss man einplanen - Reifen gibt es nicht nur bei Reifenchampion, Tirendo oder Reifen24.de picture-alliance / dpa -

Gespräch mit Tobias Frey, SWR Wirtschaft und Soziales

Was sollten Autofahrer beim Kauf von Winterreifen im Internet beachten?

Ich sollte auf jeden Fall viel Zeit mitbringen, wenn ich im Netz Winterreifen kaufen möchte. Teilweise schwanken die Preise extrem. Es lohnt sich, die jeweiligen Anbieter zu vergleichen. Davon gibt es genug. Allein im deutschsprachigen Raum dürften es einige hundert Anbieter im Internet sein.

Reifenspuren erkennt man am 11.12.2014 nahe Sankt Englmar (Bayern) im Schnee. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Erst Reifentests vergleichen, dann einkaufen picture-alliance / dpa -

Wichtig ist: Bei Reifen gibt es keine Preisbindung des Herstellers. Das heißt, die Händler können die Preise selbst festlegen. Deshalb kann es auch sein, dass zum Beispiel ein Reifensatz beim teuersten Anbieter knapp 500 Euro kostet und beim günstigsten nicht einmal 300 Euro.

Der ADAC empfiehlt, sich Testberichte von Winterreifen anzuschauen, die als Grundlage zu verwenden und daraufhin Preise im Internet und bei Händlern vor Ort einzuholen. Es gibt zum Beispiel jedes Jahr den ADAC-Winterreifen-Test. Auch die Stiftung Warentest überprüft häufig Reifen.

Wie sieht es bei der Lieferung der Winterreifen aus? Welche Kosten können für die Internetbestellung noch auf mich zukommen?

Da kommt es darauf an, welches Angebot das Internetportal seinen Kunden macht. Oft werden die Reifen nach Hause geliefert. Der Kunde sollte dann selbstverständlich in der Lage sein, sie selbst aufs Auto zu schrauben. Es kann in der Tat ein Schnäppchen sein, wenn ich günstige Winterreifen finde und die versandkostenfrei geschickt bekomme.

Viele möchten allerdings die Reifen nicht selbst aufs Auto montieren und brauchen deshalb eine Werkstatt. In diesem Fall arbeiten die Internetportale häufig mit sogenannten Montagepartnern zusammen. Das heißt, die bestellten Winterreifen werden zu diesen Werkstätten geliefert und dort auch aufs Auto montiert. Diesen Service lassen sich die Internetportale bezahlen, und es können für die Montage noch einmal 20, 30 Euro anfallen - pro Reifen, versteht sich.

Oft sind diese Partner-Werkstätten der Internetportale auch noch relativ weit entfernt. Wenn ich also Pech habe, muss ich auch noch einige Kilometer dort hinfahren. Das kostet dann auch nochmal Zeit und Geld.

Was mache ich, wenn mir die im Internet neu gekauften Reifen doch nicht gefallen?

Ich habe - wie bei fast allen Einkäufen im Internet - ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Also kann ich innerhalb von zwei Wochen nach dem Kauf ohne Angaben von Gründen die Reifen zurückschicken und bekomme mein Geld wieder.

Es kann allerdings sein, dass ich nicht die komplette Summe erstattet bekomme und zwar, wenn ich die Reifen schon einige Tage eingefahren habe. Wenn die Räder etwas abgenutzt sind, kann der Händler bei der Rückgabe sagen, dass er nicht mehr den gesamten Betrag zurückzahlt.

Online: Heidi Keller, Lutz Heyser

STAND