Günstiger reisen Schule-Schwänzen vor dem Urlaub kann kosten

Zur Hochsaison steigen Flug- und Hotel-Preise. Manche Eltern überlegen, ihr Kind vor Ferienbeginn krank zu melden, um früher und günstiger in den Urlaub zu starten. Das könnte ins Geld gehen.

Ein Junge steht am 29.08.2012 neben einem Durchgang-Verboten-Schild vor einer Reihe von Check-In-Schaltern der Lufthansa am Flughafen in München (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Bis zu 1.000 Euro an Strafe gegen Schulschwänzer sind möglich. picture-alliance / dpa -

Auf den ersten Blick erscheint es verlockend für eine Familie mit zwei Kindern: Wer drei Tage vor Ferienbeginn in den Türkei-Urlaub fliegt, zahlt im Schnitt einige hundert Euro weniger als bei einem Urlaubsstart am ersten Ferientag. Auch die Pauschalreise nach Kreta, Mallorca oder Lanzarote ist außerhalb der Ferien meistens deutlich günstiger zu haben.

Schulschwänzern in Baden-Württemberg drohen hohe Geldstrafen

Schüler der Inselschule Baltrum sitzen am letzten Schultag in einem Klassenraum und werden von ihren Lehrern verabschiedet. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Blau machen und verreisen, während die anderen noch in der Schule schwitzen, kann teuer werden. picture-alliance / dpa -

Allerdings kann es am Ende ziemlich teuer werden, wenn Eltern ihre Kinder in der Schule einfach mal krankmelden, um dann vor der großen Sommerferien-Reisewelle in den Urlaub zu fliegen.

Das baden-württembergische Schulgesetz sieht für Schulschwänzer Strafen von bis zu 1.000 Euro vor. Die Kommunen im Land wollen davon auch Gebrauch machen, heißt es. In Freiburg werden pro Fehltag mindestens 50 Euro fällig, in Waiblingen mindestens 60 Euro, und Heilbronn will zwischen 25 und 350 Euro an Strafgebühr erheben. Feste Regelsätze gebe es nicht, die Geldstrafen können also auch deutlich höher ausfallen.

Bayrische Polizei ging Pfingsten auf "Schulschwänzer-Jagd"

Reisende bringen auf dem Flughafen ihr Gepäck zu den Flugschaltern. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Die Flughafen-Kontrollen gegen Schulschwänzer an Pfingsten hatten hohe Wellen geschlagen. picture-alliance / dpa -

Allerdings: Zahlen muss nur derjenige, der auch erwischt wird. Die bayrische Polizei hatte zum Start der Pfingstferien in diesem Jahr Jagd auf Schulschwänzer gemacht und an vielen Flughäfen kontrolliert. An baden-württembergischen Flughäfen wird es zum Start der Sommerferien aber keine solchen speziellen Schulschwänzer-Kontrollen geben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei dem SWR.

Trotzdem könne es selbstverständlich bei den üblichen Passkontrollen sein, dass die Polizisten nachhaken, ob die Kinder nicht eigentlich noch in der Schule sein müssten. Dann könnte es für Schulschwänzer Ärger geben. Denn in diesen Fällen könnte die Bundespolizei die Familien bei Kommunen oder Landratsämtern anzeigen und diese daraufhin ein Ordnungsgeld erheben. Deshalb ist klar: Mogeln für den Billigurlaub kann am Ende teuer werden.

Von Tobias Frey, SWR-Wirtschaftsredaktion | Online: Lutz Heyser

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