Geschenkewissen zum Angeben Ein fairer Fußball zum Fest

Die meisten Fußbälle in Deutschland stammen aus Pakistan. Doch mittlerweile tragen immer mehr pakistanische Sportgeräte das Fair Trade-Siegel.

Ein Ball mit einer Nikolausmütze liegt auf einem Fußballfeld. Im Vordergrund eine rote Schleife. (Foto: Getty Images/iStockphoto - SWR Montage)
Fußbälle bestehen heute nicht mehr aus Leder, sondern aus einem Spezialkunststoff. Getty Images/iStockphoto - SWR Montage

Vier von fünf Fußbällen, die in Deutschland verkauft werden, kommen aus Pakistan, vor allem aus Sialkot, einer Industriestadt im Nordosten. In vielen flachen, langen Gebäuden arbeiten zwischen 30.000 und 50.000 Menschen, die aus 32 Waben Fußbälle zusammennähen. Die Bälle bestehen heute nicht mehr aus Leder, sondern aus einem Spezialkunststoff. Zwei bis drei Stunden brauchen geübte Näher pro Ball. Für ein Exemplar bekommen sie knapp 60 Cent und verdienen damit in einem ganzen Monat nicht so viel, wie ein aktueller WM-Ball im Sommer bei uns in Deutschland gekostet hat - 150 Euro. In solchen WM-Jahren werden in Sialkot nochmal deutlich mehr Bälle produziert als sonst. In diesem Jahr schätzungsweise 60 Millionen Stück.

Fair Trade-Siegel für bessere Arbeitsbedingungen

Wem die Lust auf einen Fußball als Geschenk jetzt schon fast vergangen ist: Immer mehr Firmen lassen Bälle aus Pakistan mit dem Fair Trade-Siegel produzieren. Das Siegel verspricht, dass die Arbeitsbedingungen vor Ort regelmäßig kontrolliert werden, es Gesundheitsschutz, Mitbestimmung und vor allem - zumindest offiziell - keine Kinderarbeit gibt.

Fußball-Produktion in Pakistan hat Tradition

Es liegt nicht nur an den niedrigen Löhnen, dass Fußbälle gerade aus Pakistan kommen, sondern es hat Tradition. Ende des 19. Jahrhunderts haben sich Einheimische ein bisschen Geld dazu verdient, indem sie dort stationierten britischen Soldaten die Sportgeräte ausbesserten. Das war der Anfang von Sialkot als Welthauptstadt der Fußbälle.

Autor: Michael Wegmer, SWR Aktuelle Wirtschaft | Online: Thomas Oberfranz

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