Gefährlicher Staub aus der Wüste So beeinflusst Sahara-Staub die Feinstaubwerte

Die Meteorologen schätzen, dass uns in den kommenden Tagen dicke Wolken aus Sahara-Staub erreichen. Petra Haubner aus der Umweltredaktion erklärt, wie das die Feinstaubwerte beeinflusst.

Sahara-Staub (Foto: picture-alliance / dpa, dapd -)
Sahara-Staub. Die Fensterscheibe eines Autos ist am 19.02.2014 in München (Bayern) mit Wüstenstaub verdreckt.  dapd -

Die Sahara schickt ihren Feinstaub schon immer in die ganze Welt. Dafür müssen besonders starke Hoch- und Tiefdruckgebiete zusammenkommen. Dadurch entsteht eine Art Ventilatoreffekt, der den Staub aus der Wüste über Kontinente hinweg weht.

Zwischen 60 und 200 Millionen Tonnen Sahara-Sand sind es schätzungsweise jedes Jahr weltweit. Im Amazonas ist er zum Beispiel heiß begehrt, weil der Saharastaub einen hohen Nährstoffgehalt hat und deswegen ein grandioser natürlicher Dünger ist.

Bei uns ist der Sahara-Staub nicht ganz so beliebt. Zum einen weil sich der Feinstaub gerne auf Autos und Fenstergläser legt und beim Entfernen wie Schmirgelpapier wirken kann. Zum anderen weil er sich auch auf die Atemwege und die Lunge legen kann und das ist gerade für Allergiker und Asthmatiker problematisch.

Große Mengen Feinstaub

Sahara-Staub ist Feinstaub - genauso wie der Feinstaub, der durch Autos verursacht wird. Und die Staubwolken aus der Sahara können locker 40 Mikrogramm feinsten Staub pro Kubikmeter Luft mitbringen.

Zum Vergleich: Der erlaubte Tagesmittelwert in Sachen Feinstaubbelastung liegt bei uns in Deutschland bei 50 Mikrogramm. Immerhin hat der Feinstaub nach Berechnungen des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg aus dem Jahr 2014 immer wieder auch einen Anteil an den Überschreitungen der Feinstaubwerte.

Sahara-Staub nicht einberechnet

Trotzdem ist den Verkehrsministerien der Sahara-Staub offenbar ziemlich egal, weil er nämlich nicht wirklich mit einberechnet wird in die Feinstaubwerte. Zitat aus dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg: "Sahara-Staub wird immer mitgemessen. Man kann aber diese feinen Staubpartikel natürlich von den Feinstaub-Partikeln unterscheiden. Deshalb werden die Sahara-Staub-Partikel später abgezogen."

Diese Argumentation des Verkehrsministeriums impliziert: Sahara-Staub sei natürlicher mineralischer Feinstaub und damit kein richtiger Feinstaub und könne aus den Belastungswerten rausgerechnet werden. Dabei gilt für Feinstaub generell: Je kleiner die Staubpartikel und je mehr davon, desto schädlicher sind sie für die Gesundheit.

Petra Haubner, SWR Umweltredaktion | Online: Moritz Hartnagel

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