Geely-Beteiligung bei Daimler Neue Konkurrenz für Tesla, Google und Uber

Der chinesische Konzern Geely hat sich 9,69 Prozent der Anteile an Daimler gesichert. Was man über die künftige Zusammenarbeit der Giganten wissen sollte.

Li Shufu, der Chef des chinesischen Autobauers Geely und Mehrheitseigner von Volvo Cars, steht in dem ersten außereuropäischen Volvo-Werk in der südwestchinesischen Metropole Chengdu. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Li Shufu ist der Chef des chinesischen Autobauers Geely. picture-alliance / dpa -

Fragen an Eva Laun, SWR Wirtschaft und Soziales

Was muss man über den chinesischen Investor Geely wissen?

Um eine Anekdote vorwegzuschieben: Geely hat Anfang der 2000er Jahre sein erstes Auto herausgebracht. Das sah genau aus wie die damalige C-Klasse von Mercedes Benz. Daimler hatte deshalb gegen Geely geklagt.

Der chinesische Autohesteller Geely präsentiert auf der Auto Show sein Model GC2 (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Geely besitzt viel Know-how in den Bereichen Elektromobilität und autonomes Fahren. picture-alliance / dpa -

Heute ist Geeely einer der größten und erfolgreichsten Autobauer in China mit mehr als einer Million verkauften Fahrzeugen pro Jahr. Das ist knapp die Hälfte dessen, was Daimler pro Jahr verkauft.

Im vergangenen Jahr hat Geely mehrere kleinere Autobauer aufgekauft und so international Erfahrung gesammelt. Neben Volvo gehört auch der englische Sportwagenbauer Lotus zum chinesischen Konzern.

Geely ist relativ stark in Sachen Elektro-Antrieb und autonomes Fahren. Könnte Daimler hiervon profitieren?

Das ist grundsätzlich möglich. Offiziell heißt es, Geely sei ein Unternehmen, "mit dem man den industriellen Wandel konstruktiv diskutieren" könne. Die Idee hinter der Zusammenarbeit ist, gemeinsam so stark zu werden, dass man es mit der Konkurrenz von Tesla, Google und Uber aufnehmen kann.

Gleichzeitig investiert Daimler 1,5 Milliarden Euro in China. Warum werden derzeit so enge Bande geknüpft?

China ist aktuell der wichtigste Einzelmarkt der Welt. Nirgendwo sonst gibt es ein vergleichbares Wachstum. Alle Werke von Daimler sind weltweit voll ausgelastet, weshalb es nicht möglich ist, Autos woanders zu produzieren und nach China zu überführen.

Deshalb hat der Konzern nun zusammen mit seinem bewährten Partner BAIC einen neuen Standort in Peking eröffnet. Dort sollen speziell Pkw-Modelle für den chinesischen Markt hergestellt werden - darunter auch batterie-elektrische Autos.

Wie haben die Aktionäre auf diesen Deal reagiert?

Sie sind eher verunsichert durch den Einstieg von Geely. Sie können nicht genau abschätzen, was Geely vorhat. Unklar ist beispielsweise auch, ob das Unternehmen einen Sitz im Aufsichtsrat anstrebt. Davon hängt ab, wie viel Einfluss Geely auf die Strategie von Daimler hat.

Online: Sola Hülsewig

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