Fußball-Bilanz im Südwesten WM auch wirtschaftlich eher enttäuschend

Nach dem frühen WM-Aus der deutschen Nationalelf fiel die Party diesmal aus. Das bekamen auch Gastronomen und Brauer im Südwesten zu spüren. Sie hatten auf höhere Umsätzen gehofft.

Besucher reagieren auf der Berliner Fanmeile zur Fußball-Weltmeisterschaft beim Spiel Deutschland gegen Südkorea. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Für Weltmeister Deutschland war dieses Mal in der Vorrunde als Gruppenletzter Schluss. picture-alliance / dpa -

Es ist ein ungewohntes Bild bei vielen Sporthändlern derzeit in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz: denn hier stapeln sich auch zum Ende der WM immer noch die Trikots der deutschen Nationalmannschaft. Bei vorherigen Fußball-Großereignissen waren diese Shirts immer heiß begehrt und oft auch schon ausverkauft. Doch nach dem Aus in der Vorrunde bleiben die DFB-Trikots häufig Ladenhüter.

"Das frühe Ausscheiden war extrem bitter für uns", sagt zum Beispiel Marc Hassler vom Sporthändler Breitmeyer in Stuttgart. Er hatte auf deutlich mehr Geschäft mit den Nationalelf-Devotionalien gehofft. Dafür wurden ihm aber beispielsweise die Kroatien-Trikots förmlich aus den Händen gerissen. Unter dem Strich sei man daher mit einem "blauen Auge" davon gekommen. Viele Sporthändler haben die deutschen Fanartikel inzwischen jedenfalls im Preis reduziert. Bei Intersport Kiegele in Mainz etwa gibt es auf DFB-Fanbekleidung bis zu 40 Prozent Rabatt.

Deutsche Fanartikel werden nach Ausscheiden zu Ladenhütern

Das Trikot der deutschen Herren-Fußballnationalmannschaft für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft in Russland 2018 ist am 07.11.2017 in Berlin in einem Showroom des Sportausrüsters Adidas zu sehen. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Das aktuelle WM-Trikot der deutschen Mannschaft wird nun vielerorts deutlich reduziert angeboten. picture-alliance / dpa -

Aber auch andere Fanartikel der deutschen Mannschaft wie Fahnen oder Mützen blieben in den vergangenen Wochen häufig in den Regalen liegen. Relativ zufrieden während des Fußball-Großereignisses zeigten sich allein die Lebensmittelhändler. Klar: Chips, kühle Getränke und Grillwürste können auch ohne die deutsche Mannschaft verzerrt werden.

Die Deutschen seien eben Fußball-Fans, so Sabine Hagmann vom Handelsverband Baden-Württemberg, so werde auch weiterhin Fußball geguckt, wenn auch nicht in diesem "Riesen-Rahmen". Und gegrillt werde im Sommer immer, für Würstchen-, Steak- und Bier-Absatz sei das gute Sommer-Wetter daher noch entscheidender als das Ergebnis eines Fußball-Spiels.

Viele Gastronomen hatten auf großes WM-Geschäft gesetzt

Ein Kellner zieht in einem Biergarten Wasser von einer Bierbank. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Nach dem dieses Mal überraschend frühen WM-Aus der Deutschen war die Fußball-Party vorbei und Biergärten blieben leer. picture-alliance / dpa -

Durchwachsene Geschäfte machten dagegen die Biergärten im Südwesten. Sie hatten sich von der Fußball-WM deutlich mehr erhofft. Wer Public Viewing eingeplant und darauf gesetzt hatte, blieb unter dem Soll, sagt ein Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes. Denn die Fußball-Begeisterung ließ nach dem Ausscheiden der DFB-Elf spürbar nach und deshalb schauten auch deutlich weniger Menschen als ursprünglich gedacht, in den Biergärten die restlichen WM-Spiele ohne deutsche Beteiligung an.

Auch Brauereien spürten frühes WM-Aus der Deutschen

Das bekamen auch die Brauereien zu spüren. Die sind aber trotzdem mit dem Geschäft in den vergangenen Wochen zufrieden. Natürlich sei das deutsche Ausscheiden traurig gewesen, aber die Laune Bier zu trinken, sei geblieben, so fasst es eine Sprecherin des Brauerbundes Hessen-Rheinland-Pfalz zusammen. Das bestätigt auch Sven Bischoff von der Privatbrauerei Bischoff in Winnweiler im Donnersbergkreis, denn "gutes Wetter ist immer noch der beste Verkäufer - besser selbst als eine Fußball-Weltmeisterschaft". Und das Wetter sei eben toll gewesen, über die letzten Wochen. Deshalb kann auch die Stuttgarter Brauerei Dinkelacker unter dem Strich eine bislang recht ordentliche Bilanz ziehen. Wobei Marketing-Chef Stefan Seipel auch sagt: "Es hätte gerne etwas mehr sein können".

Der Blick geht jedenfalls jetzt schon nach vorne: Bald beginnt wieder die Fußball-Bundesligasaison und in zwei Jahren steht auch schon wieder die Fußball-Europameisterschaft an. Neues Spiel - neues Glück also - für Brauereien, Gastronomen und Einzelhändler, die auf ihr Geschäft mit dem Fußball hoffen.

Online: Lutz Heyser

STAND