Pflichten im Winter (Foto: Colourbox, dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Fit für die Kälte Die fünf wichtigsten Winter-Tipps für Autofahrer

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Scheibe vereist, Batterie leer, Wischwasser gefroren. Mit den Tipps von Marktcheck-Autoexperte Thorsten Link kommen Autofahrer entspannter durch die kalte Jahreszeit.

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So kratzt es sich am leichtesten

Es ist im Winter jeden Morgen aufs Neue ein Ärgernis: eine matte Eisschicht auf den Autoscheiben. Vor der Fahrt muss sie weg. Front-, Heck-, Fahrer- und Beifahrerscheibe sollten freigekratzt werden. Es reicht nicht, hier nur ein kleines Guckloch zu befreien. Bei Schnee sollte man zusätzlich zu den Scheiben noch das Dach und die Motorhaube kehren. Dann wird die eigene Sicht nicht behindert. Und Schnee und Eis können das nachfolgende Fahrzeug so auch nicht behindern.

Doch womit kratzt man am besten? An Tankstellen oder in Geschäften gibt es spezielle Kratzer zu kaufen, viele Parkscheiben haben Extrakanten und einige Autofahrer nutzen auch eine CD-Hülle - die brechen aber schnell. Ganz bequem ist Enteiser-Spray. Das hinterlässt allerdings eine ziemliche Schmierage.

Vereisten Scheiben vorbeugen - so geht's

Viele Autofahrer versuchen vorzusorgen, und klemmen Pappkartons, Folien oder Matten unter die Scheibenwischer. Allerdings: Der Pappkarton kann festfrieren. Dann bekommt man ihn nur schwer wieder von der Scheibe runter. Besser sind spezielle, beschichtete Folien.

Bei laufendem Motor kratzen bringt nichts

Gelegentlich sieht man am Straßenrand Fahrer, die bei laufendem Motor die Scheibe kratzen. Die Idee: Während man draußen kratzt, können Lüftung und Heckscheibenheizung die Arbeit erleichtern. Der Motor wird warm und damit auch der Innenraum. Das Problem: Motoren mögen keinen Leerlauf, da sie nicht auf Betriebstemperatur kommen. Außerdem ist das Verhalten umweltschädlich. Richtig warm wird der Innenraum dabei auch nicht.

Autofahren im Winter Was sollten Sie beachten?

Blick in eine Autowerkstatt (Foto: SWR, SWR -)
Viele Autowerkstätten werben mit Winterchecks. Zwingend nötig sind diese allerdings nicht. Wenn Sie die Wartungsintervalle Ihres Autos einhalten, sollten Sie keine Probleme haben. Nicht selten werden die Kunden nur in die Werkstätten gelockt, um zusätzliche Geschäfte zu machen. Und vieles, was dann doch im Winter anfällt, können Sie sogar selbst machen. SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Einige Dinge können Sie auch selbst überprüfen, wie zum Beispiel den Stand der Kühlflüssigkeit, der nicht unter die Minimummarke sinken sollte. Die Scheibenwischer und den Stand des Scheibenwaschwassers können Sie ebenfalls selbst checken und den Waschanlagenbehälter, im Winter mit Frostschutzmittel, auffüllen und verschlissene Wischerblätter austauschen. SWR - Werner Herkert Bild in Detailansicht öffnen
Die Lebensdauer einer Autobatterie hängt entscheidend von der Fahrzeugnutzung ab. Bei häufigem Kurzstreckenbetrieb mit eingeschalteten "Stromfressern" wie der Heckscheiben- und Sitzheizung, Gebläse und Radio kann der Akku schon nach zwei Jahren in die Knie gehen. Wenn die Autobatterie ausfällt, kann Starthilfe eine wirksame Pannenhilfe sein. © Colourbox.com - Bild in Detailansicht öffnen
Wer sich Schneeketten kauft, sollte darauf achten, dass sie zur Reifengröße und -breite passen und sie zur Übung vor dem ersten Einsatz im Schnee schon mal anbauen. Die Schneeketten werden immer an den beiden Antriebsrädern angebracht, bei Allradfahrzeugen an den Hinterrädern. Billige Schneeketten aus dem Baumarkt sollten Sie jedoch meiden. Je einfacher die Handhabung, desto teurer sind sie meist. Übrigens: Eine generelle Schneekettenpflicht gibt es in Europa nicht. In einigen Ländern besteht jedoch eine Mitführungspflicht und die Schneekettenbenutzung kann angeordnet werden. Das gilt vor allem in den Skigebieten und Höhenlagen beispielsweise in Österreich, der Schweiz und Italien und ist an einem runden, blauen Schild mit Reifen und Schneeketten erkennbar. So genannte Anfahrhilfen zählen aber nicht als Schneeketten und können bei Schneekettenpflicht zu einem Bußgeld führen. Außerdem bringen sie nichts, ebensowenig wie Zeitungspapier unter dem Reifen. © Colourbox.de - Bild in Detailansicht öffnen
Beim Skiurlaub muss so einiges an Gepäck ins Auto. Schwere Taschen und Koffer sollten dabei immer im Kofferraum nach unten und direkt an die Rückbank, damit sie beim Bremsen gar nicht erst ins Rutschen kommen können. Verbandskasten und Warndreieck sollten beim Beladen auf keinen Fall "zugebaut" werden. Und auch die Warnwesten liegen besser griffbereit vorn! Skier sollten bei der Fahrt in den Winterurlaub besser aufs Dach in Skihalterungen oder in eine Dachbox, natürlich zusätzlich gesichert. Die Skischuhe dagegen haben in einer Dachbox nichts verloren. Durch ihr hohes Gewicht könnten sie im Ernstfall zu gefährlichen Geschossen werden. Die zulässige Beladung und vor allem auch die zulässige Dachlast des Pkw müssen außerdem auch berücksichtigt werden, da sich sonst die Fahreigenschaften deutlich verschlechtern. SWR - Bild in Detailansicht öffnen
Winterreifen sollten nach Expertenmeinung ein Profil von mindestens vier Millimetern haben. Gesetzlich vorgeschrieben ist aber lediglich eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimeter. Eine alte, aber sinnvolle Regel lautet: Winterreifen von Oktober bis Ostern aufziehen. picture-alliance / dpa - Bild in Detailansicht öffnen
Das Freikratzen der Autoscheiben im Winter ist lästig - besonders wenn es morgens schnell gehen muss. Trotzdem: Ein Guckloch reicht auf keinen Fall! So ein Blindflug ist nicht nur extrem gefährlich, sondern kostet auch Bußgeld. Alle Scheiben und Spiegel sollten frei sein. © Colourbox.de - Bild in Detailansicht öffnen
Ein Enteiserspray fürs Türschloss kann an extrem kalten Wintertagen sehr hilfreich sein, um überhaupt ins Auto zu kommen. Aber denken Sie daran: Schlossenteiser nicht ins Handschuhfach legen. Da kommen Sie bei Bedarf nämlich gar nicht ran. Im Autozubehörhandel wird so einiges angeboten, was das Autofahrerleben im Winter vereinfachen soll: Waschspray, Antibeschlagspray, Starthilfespray oder Schneekettenspray. Allzu viel kann man von den Helfern aus der Dose aber nicht erwarten. Colourbox.de - Bild in Detailansicht öffnen
Schlechte Sicht durch Schnee und Nebel ist im Winter keine Seltenheit. Bei einer Sicht von weniger als 50 Meter sollte die Nebelschlussleuchte eingeschaltet werden und die Geschwindigkeit höchstens 50 Kilometer pro Stunde betragen. Als Orientierung kann der Abstand der Leitpfosten dienen, der in Deutschland bei gerader Streckenführung auf Landstraßen und Autobahnen 50 Meter beträgt. Ein langsames Fahren empfiehlt sich im Winter ohnehin: Neben schlechter Sicht kann es zusätzlich rutschig sein! picture-alliance / dpa - Bild in Detailansicht öffnen

Was, wenn die Batterie versagt?

Eine leere Batterie ist die häufigste Pannenursache im Winter. Beim Überbrücken der Batterie ist es wichtig, die Kabel in der richtigen Reihenfolge anzuschließen, die falsche Reihenfolge kann die Bordelektronik ruinieren.

So geht's: Zunächst wird das rote Kabel an den Pluspol der leeren Batterie angeschlossen und mit dem Pluspol der vollen Batterie verbunden. Danach wird das schwarze Kabel an den Minuspol der vollen Batterie angeschlossen und mit einem Masseteil des Autos, dessen Batterie leer ist, verbunden. Ein Masseteil ist ein Metallteil im Motorraum. Wichtig ist, das schwarze Kabel nicht an die leere Batterie zu koppeln, da es dann zu Verpuffungen kommen kann. Tipp: Vor dem Motorstart des Empfängerautos einen Verbraucher einschalten - beispielsweise die Lüftung. So wird verhindert, dass es zu Spannungsspitzen kommt.

Frostschutz im Wischwasser

Im Winter ist es wichtig, Scheibenwischwasser im Wischwassertank zu haben, denn aufspritzender Matsch kann die Sicht schnell behindern. Es ist sogar in der Winterreifenverordnung vorgeschrieben, dass die Wischanlage im Winter funktionstüchtig sein muss. Das Scheibenwischwasser sollte so gemischt werden, dass es bis mindestens -20 Grad Celsius frostsicher ist.

Auch im Kühlwasser ist Frostschutzmittel enthalten. Viele Tankstellen bieten solchen Frostschutz auch an. Empfehlenswert ist es, das Kühlwasser in der Werkstatt machen zu lassen, da hier schnell Fehler passieren.

Türschlossenteiser ist Gold wert

Türschlossenteiser ist für diejenigen relevant, deren Autos keine Funkfernbedienung oder kein Keyless Go-System haben. Bei manchen Autos lässt sich auch der Tankdeckel nur mit dem Fahrzeugschlüssel öffnen. Besitzer solcher Autos können auf Nummer Sicher gehen und eine Dose Türschlossenteiser mitnehmen. Das Mittel hilft allerdings nicht, wenn es im zugefrorenen Auto liegt. In der Jackentasche oder der Tasche ist es besser aufgehoben.

Additive in Diesel und Öl

Additive für Diesel oder Motoröle werden heute nicht mehr benötigt. Öle sind in der Regel vollsynthetisch und damit auch frostsicher. Lediglich einige Oldtimer benötigen Additive für den Kraftstoff oder spezielle Winteröle.

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