Feiern mit Chef und Kollegen Was bei der Weihnachtsfeier nicht erlaubt ist

Es krachen lassen bei der Weihnachtsfeier - darüber entscheidet erst einmal der Chef. Ob die Teilnahme Pflicht ist und was passieren kann, wenn man über die Stränge schlägt, erfahren Sie hier.

Hemmungslos Party machen auf der Weihnachtsfeier - das könnte Folgen haben (Foto: © Colourbox.com -)
Hemmungslos Party machen auf der Weihnachtsfeier - das könnte Folgen haben © Colourbox.com -

Fragen an Lena Stadler, SWR Wirtschaft und Soziales

Wer darf überhaupt bei der Weihnachtsfeier dabei sein?

Jeder Mitarbeiter hat das Recht, dabei zu sein. Der Chef kann also nicht sagen, die oder den mag ich nicht, die oder den möchte ich bei der Weihnachtsfeier nicht dabei haben. Tatsächlich darf jeder dabei sein. Alles andere widerspräche dem arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz. Wenn die Feier während der Arbeitszeit stattfindet, ist es sogar fast schon Pflicht hinzugehen. Denn wenn jemand absolut nicht mitfeiern will, bleiben nur zwei wenig verlockende Alternativen: entweder ganz normal arbeiten oder frei nehmen, also den eigenen Urlaub opfern.

Oft wird eine Weihnachtsfeier aber abends veranstaltet, also außerhalb der Arbeitszeit. Wer meint, er könne dafür Überstunden aufschreiben, liegt falsch. Eine ausgelassene Weihnachtsfeier ist auch keine Entschuldigung, am nächsten Morgen völlig verkatert und zu spät zur Arbeit zu kommen. Es sei denn, der Chef hat es vorher ausdrücklich erlaubt.

Bin ich auf einer Weihnachtsfeier versichert, falls mir etwas passiert?

Wer zu wild mit dem Chef oder der Chefin tanzt und sich dabei das Bein verstaucht oder mit dem Kopf gegen die Theke knallt, ist auch auf der Weihnachtsfeier gesetzlich unfallversichert. Allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen: Es müssen alle Mitarbeiter eingeladen worden sein und das Fest muss zum Ziel haben, das Betriebsklima zu fördern. Außerdem muss der Chef oder ein Stellvertreter die Feier geplant haben und auch selbst mitfeiern. Es muss quasi ein hochoffizielles Fest sein.

Die Feier endet dann, wenn der Chef das Ende ansagt, und in dem Moment ist es auch mit dem gesetzlichen Versicherungsschutz vorbei. Weiterfeiern ist dann Privatsache, Unfälle auch. Für den Hin- und Rückweg muss man wissen: Grundsätzlich ist man auf dem Weg zur und von der Weihnachtsfeier versichert. Aber wer zu viel gebechert hat, und auf dem Heimweg einen Unfall baut oder sich verletzt, kann sich nicht darauf verlassen, dass die gesetzliche Unfallversicherung zahlt.

Was kann ich an Geschenken abstauben auf einer Weihnachtsfeier, ohne Steuern zahlen zu müssen?

Der Chef lässt es krachen zur Weihnachtsfeier und schenkt jedem ... - eine Tafel Schokolade. Wenn es gut läuft, gibt es vielleicht auch ein Buch oder eine CD für die Mitarbeiter. So ähnlich läuft es wohl in den meisten Unternehmen ab, denn allzu viel Spielraum, was Geschenke für die Mitarbeiter angeht, haben die Firmen nicht. Wollen sie Geschenke im Rahmen einer Weihnachtsfeier steuerfrei verteilen, dann dürfen sie nicht mehr als 110 Euro pro Mitarbeiter ausgeben - für die Feier und das Geschenk zusammen.

Kostet die Feier pro Kopf 100 Euro, bleiben also noch schlappe 10 Euro übrig - damit wären wir wieder beim Buch oder der Tafel Schokolade. Mehr ist einfach nicht drin. Würde die Firma aber eine richtig aufwändige Weihnachtsfeier planen, die schon 110 Euro pro Kopf kostet und dann noch ein dickes Geschenk obendrauf legen für jeden, müsste ich als Arbeitnehmer das Geschenk als Arbeitslohn oder Gehalt versteuern. Es sei denn, der Chef ist so freundlich, das für seine Leute zu übernehmen und für die Steuern aufzukommen.

Übrigens gilt: Wer nicht zur Weihnachtsfeier kommt, hat auch keinen Anspruch auf ein Geschenk, und kann nur darauf hoffen, dass der Chef nett genug ist, trotzdem etwas springen zu lassen.

Online: Heidi Keller

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