Fake-Shops im Internet So holen Sie Ihre Überweisung zurück

Online-Shopping wird immer beliebter, doch immer mehr Betrüger versuchen, ahnungslose Kunden abzuzocken. Wir geben Tipps, wie Sie überwiesenes Geld wieder zurückbuchen können.

Eine mit einem Handschuh bekleidete Hand greift aus einem Laptop Bildschirm nach einem Geldbeutel. (Foto: GettyImages - BrianAJackson)
Wer im Netz auf Shopping-Tour geht, sollte immer die Seriosität des Online-Händlers prüfen. GettyImages - BrianAJackson

Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit bestellen viele Menschen Waren im Internet - sei es am Black Friday, am Cyber Monday oder ganz losgelöst von Rabatttagen. Allerdings nimmt auch die Zahl der Betrüger zu, die vom Shopping-Konsum profitieren wollen.

Immer häufiger eröffnen Kriminelle sogenannte Fake-Shops: Diese verlangen eine Zahlung per Vorauskasse, liefern aber die bestellte Ware nicht. Wer auf einen betrügerischen Online-Händler hereinfällt, hat meist schlechte Karten, sein Geld zurückzubekommen. Doch ganz chancenlos sind Verbraucher nicht.

Bei Betrugsfällen im Netz ist Schnelligkeit gefragt

Ein Icon eines Einkaufswagens auf einer Taste der Tastatur (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Wer beim Online-Shopping eine Überweisung stoppen will, sollte schnell handeln. Thinkstock -

Wichtig ist es, sich schnellstmöglich an die eigene Bank zu wenden. Denn sollte das Geld noch nicht auf das Empfängerkonto übertragen worden sein, ist es noch möglich, die Überweisung zu stoppen.

Allerdings bearbeiten Banken Überweisungen heute ziemlich schnell und häufig ist das Geld dann schon weg. "Die Weiterleitung erfolgt in der Regel nach wenigen Minuten. Sobald die Überweisung das Haus verlassen hat, ist nur noch ein Überweisungsrückruf möglich", heißt es zum Beispiel von der VR Bank Südpfalz mit Sitz in Landau.

Beim Überweisungsrückruf wendet sich die eigene Bank an die Empfängerbank und weist darauf hin, dass der Empfänger das Geld zu unrecht erhalten hat. Die fremde Bank gibt dann dem Empfänger Bescheid, dass er das Geld zurücküberweisen soll. "Allerdings erhält der Kunde nur in den seltensten Fällen sein Geld vom Betrüger zurück. Wir als Bank können leider nicht mehr tun", so die Volksbank Karlsruhe. Verbraucher hilft dann nur der Gang zum Anwalt, um doch noch an das Geld zu kommen.

Hohe Gebühren für Überweisungsrückruf

Den Überweisungsrückruf erledigen die Banken häufig allerdings nicht kostenlos. Im Gegenteil: Im Schnitt fallen Gebühren in Höhe von 5 bis 15 Euro an - unabhängig davon, ob die Bank bei der Geldbeschaffung erfolgreich ist oder nicht.

Zum Beispiel werden bei der Sparda-Bank Südwest mit Hauptsitz in Mainz und der Volksbank Stuttgart 5 Euro fällig, bei der Kreissparkasse Biberach sind es 10 Euro. Die Deutsche Bank verlangt von ihren Kunden 9,99 Euro, die Hypo Vereinsbank 10 Euro und die Commerzbank 11 Euro. Wer bei der Volksbank Konstanz, der Volksbank Karlsruhe oder der Mainzer Volksbank eine Überweisung zurückfordert, muss 15 Euro bezahlen.

Ganz generell sollten sich Verbraucher deshalb immer die Frage stellen, ob es sich lohnt, bei den teils hohen Gebühren der Banken eine Überweisung zurückzuholen.

Mit Kreditkarten- oder Lastschriftzahlung auf Nummer sicher gehen

diverse Kreditkarten liegen aufeinander (Foto: SWR, SWR -)
Sicherer als die klassische Überweisung ist im Internet die Zahlung per Kreditkarte. SWR -

Deutlich sicherere Zahlungsmethoden als die Überweisung sind zum Beispiel die Kreditkartenzahlung oder das Bezahlen per Lastschrift. Hier lässt sich die Zahlung in der Regel innerhalb eines bestimmten Zeitraums rückgängig machen, sodass Kunden das Geld wieder holen können.

Auch Paypal oder Paydirekt sind relativ sichere Zahlungsmethoden. Hier gibt es meistens den sogenannten Käuferschutz: Nur wenn die Ware auch wirklich verschickt wurde, wird der Kunde zur Kasse gebeten. Ansonsten kann er sein Geld zurückverlangen.

Von Tobias Frey, Aktuelle Wirtschaft

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