Extreme Preisschwankungen bei Online-Shops Preiskarussell beim Shopping im Netz

Wer im Internet auf Shopping-Tour geht, muss sich laut einer aktuellen Marktwächter-Studie auf heftig schwankende Preise einstellen - entscheidend ist häufig der richtige Kaufzeitpunkt.

Ein Einkaufswagen und Einkaufstüten stehen auf einer Tastatur eines Laptops. (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Kunden sollten beim Einkauf im Netz die Preise der Online-Händler ganz genau vergleichen. Thinkstock -

Das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Brandenburg hat einen Monat lang die Preise von 1.133 Produkten bei 16 Online-Händlern unter die Lupe genommen. Das Ergebnis der Studie: Bei mehr als einem Drittel der Produkte gab es in diesem Zeitraum Preisveränderungen. Bei einzelnen Produkten schwankte der Preis praktisch jeden Tag. Heftige Preisschwankungen gab es laut Verbraucherschützern vor allem bei Elektronikprodukten, Kleidung und Medikamenten.

Laut Studie ist häufig der Zeitpunkt des Kaufs entscheidend: Beim Online-Händler ATU zum Beispiel waren Autobatterien oder Reifen am Vormittag teilweise bis zu 30 Prozent teurer als am Nachmittag. Manche Händler senkten am Abend die Preise und hoben sie am nächsten Tag dann wieder an.

Fragen an Alexander Winkler, SWR Aktuelle Wirtschaft

Wie überraschend sind die Ergebnisse der Marktwächter-Studie?

Ein Icon eines Einkaufswagens auf einer Taste der Tastatur (Foto: Getty Images, Thinkstock -)
Beim Online-Shopping dominieren die großen Händler wie Amazon, Zalando oder die Otto-Gruppe. Thinkstock -

Der Umfang der Schwankungen ist schon sehr überraschend. Laut Studie kostete zum Beispiel ein S8-Smartphone von Samsung im Online-Shop von Media Markt teilweise zwischen 560 Euro und 800 Euro. Bei einer Jeans der Marke G-Star schwankte der Preis bei Zalando zwischen 80 Euro und 200 Euro.

Dass die Preise schwanken, ist kaum verwunderlich. Das ist auch im stationären Handel so. Die Häufigkeit der Schwankungen ist aber schon extrem.

Aber werden die Preise online häufiger angepasst?

Das hält sich für mich absolut im Rahmen. Die meisten der Händler haben die Preise von etwa zwei Dritteln der untersuchten Produkte nur ein bis drei Mal innerhalb eines Monats geändert. Wenn man sich die Wochenangebote im Prospekt der Supermärkte anschaut, dann kommt man locker auch auf diese Zahl. Nur ganz vereinzelt waren bei Produkten und Anbietern fast tägliche Schwankungen festzustellen.

Wie können wir Verbraucher uns am besten vor solchen Schwankungen schützen?

Mann beim online Shopping (Foto: © Colourbox.de -)
Wer im Netz shoppt, sollte sich Zeit nehmen und sich nicht von temporären Angeboten unter Druck setzen lassen. © Colourbox.de -

Am besten mit Geduld. Wir sollten die Preise schon gut eine Woche im Blick behalten, bevor wir etwas kaufen. Dann können wir zumindest häufigere Schwankungen einschätzen. Spontankäufe würde ich auf jeden Fall vermeiden.

Außerdem sollten die Preise im Netz auch immer mit den Preisen im stationären Handel verglichen werden.

Online: Tobias Frey

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