Erdbeben bei Koblenz Warum es im Neuwieder Becken öfter wackelt

In der Nähe von Koblenz gab es gleich zwei spürbare Beben hintereinander - also ein Doppelbeben an fast der gleichen Stelle - das kommt selten vor, auch wenn es in der Region durchaus öfter zu Erdbeben kommt.

Auch wenn bei den kürzlich gemessenen Beben Fenster vibrierten und Betten schwankten, gab es aber keinen Grund zur Sorge. Generell bebt es im Neuwieder Becken ein paar hundert Mal im Jahr - meist spürt man davon nichts. Erst ab einer Stärke von 2,0 auf der Richterskala beginnt die Erde, spürbar zu wackeln.

Das Epizentrum des ersten Bebens in diesen Tagen lag bei Kobern-Gondorf in der Ost-Eifel, das zweite etwas weiter nördlich. Die Beben waren mit Werten von 2,8 und 2,5 zwar die stärksten seit 2012, Schäden sind aber nicht zu erwarten. Anders war das 2007, als ein Beben der Stärke 4,0 gemessen wurde und Dachziegel von Häusern fielen. Das war das stärkste Beben der letzten 20 Jahre im Neuwieder Becken.

Bruchzone im Neuwieder Becken Grund für Beben

Seismograph und Karte von der Umgebung um Koblenz (Foto: picture-alliance / dpa -)
Rund um Koblenz gibt es immer wieder kleinere Beben. picture-alliance / dpa -

Grund für die Erschütterungen in der Ost-Eifel ist eine ca. 15 Kilometer lange Bruchzone, die sogenannte Ochtendunger Störung - die aktivste tektonische Störung in Rheinland-Pfalz. An dieser Stelle verschieben bzw. reiben sich zwei tektonische Platten in der sogenannten Lithosphäre, der äußeren Schicht des Erdkörpers. Die Beben ereigneten sich in einer Tiefe von ca. 8 Kilometern.

An den Bruchfugen entsteht Spannung und durch das verschieben wird Energie freigesetzt. Es kommt zu tektonischen Erdbeben. Zuletzt entlud sich die Energie dort am 14. Januar dieses Jahres. Das leichte Beben der Stärke 0,3 wurde aber nur von Messgeräten registriert. Wann und in welcher Stärke Beben vorkommen lässt sich nicht vorhersagen. Das Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz hat die Eifel in ständiger Beobachtung.

Autor: Martin Thiel, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Jutta Kaiser

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