Ein Jahr nach dem "Dieselgipfel" "Auf der Bremse stehen die Auto-Bosse"

Vor einem Jahr beim Dieselgipfel zwischen Regierung und Autoindustrie wurde viel versprochen. Manche Versprechen wurden gebrochen, kritisiert Sabrina Fritz, SWR Wirtschaftsredaktion.

Auto fährt auf Asphalt, weiße Wolke entströmt dem Auspuff. Der Fokus ist auf Straße. (Foto: SWR, dpa - Marcel Kusch)
Ein Jahr nach dem Dieselgipfel: Die Bürger sind enttäuscht. dpa - Marcel Kusch

Kommentar von Sabrina Fritz, SWR Aktuelle Wirtschaft

Sabrina Fritz (Foto: SWR, SWR -)
Sabrina Fritz SWR -

Versprechen gebrochen: Mit dem Dieselgipfel sollten Fahrverbote verhindert werden und jetzt kommen sie doch. In Hamburg und bald auch in Stuttgart.

Die Politik hat sich vor einem Jahr von der Autoindustrie über den Tisch ziehen lassen, weil eine neue Software, die den Motor besser steuert, noch keinen Frühling macht. So wie ein Software-Update ein altes Handy ein bisschen schneller, aber eben nicht neu macht.

Bürger wollen saubere Luft in den Städten

Dennoch war dieser sogenannte Dieselgipfel ein wichtiger Schritt. Er hat der Politik eine etwas klarere Sicht verschafft - dass die Bürger nicht mehr in stinkenden, verstopften Städten leben wollen. Dass Mobilität der Zukunft ein Mix ist aus bezahlbarem Nahverkehr, bezahlbarem Wohnraum, damit man nicht pendeln muss, und Elektrofahrzeugen.

Die Einzigen, die immer noch auf der Bremse stehen, sind die Auto-Bosse. Der ehemalige Audi-Chef ist inzwischen in Haft. Daimler-Boss Dieter Zetsche musste in Berlin vorsprechen, weil offenbar auch beim Daimler unerlaubte Software verwendet wurde. Und Porsche, Audi und VW können keine neuen Autos verkaufen, weil die den neuen Abgastest nicht bestehen.

Vielleicht war der Dieselgipfel der Anfang, dass die Minister und Bürgermeister endlich an die Bürger denken und nicht mehr nur an die Bosse. Viele gebrochene Versprechen werden die Wähler allerdings nicht verzeihen.

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