Edelmetall als Geldanlage Goldpreis fällt und fällt

Gold war früher die sichere Bank für viele Anleger, gerade in Krisenzeiten. Seit einiger Zeit sinkt der Goldpreis aber und viele stellen sich die Frage, ob sich investieren jetzt lohnt.

Goldbarren (Foto: SWR, SWR -)
Goldbarren und -münzen haben den Ruf einer sicheren Geldanlage. SWR -

In Krisenzeiten in Gold anlegen, das ist stabil und behält seinen Wert - so lautete lange das Mantra an den Aktienmärkten. Aber obwohl die wirtschaftliche Lage derzeit alles andere als sicher ist, kennt der Goldpreis seit Monaten nur eine Richtung: steil nach unten.

Fragen an Sina Rosenkranz und Eva Röder, SWR Aktuelle Wirtschaft

Wie passt das zusammen? Warum ist der Goldpreis so stark gefallen?

Das irritiert momentan auch Börsenexperten. Wir haben den Handelskonflikt zwischen den USA und China, die Währungsturbulenzen in der Türkei, die anhaltende politische Unsicherheit in Italien - um nur drei Gründe zu nennen, die eigentlich dafür sprechen würden, Gold zu kaufen. Denn die Weltwirtschaft steuert möglicherweise gerade auf eine neue Krise zu.

Nun macht der Goldpreis genau das Gegenteil: Er fällt und fällt, schon seit April. Die Feinunze liegt momentan wieder unter der Marke von 1.200 Dollar. Eine Erklärung dafür ist, dass momentan internationale Finanzinvestoren ihr Geld lieber in Dollar anlegen, denn in den USA steigen die Zinsen. Das heißt: Der Dollar ist stark und als Anlageform attraktiver als Gold. Gold wirft ja keine Zinsen ab. Und weil Gold in Dollar berechnet wird, macht ein starker Dollar Gold für Käufer aus anderen Währungszonen automatisch teurer und eben unattraktiver.

Dazu kommt: Die Goldreserven werden immer größer. Goldförderländer wie Kanada, Indonesien oder Russland haben ihre Produktion in den vergangenen Monaten im zweistelligen Bereich nach oben gefahren. Das heißt: Es gibt momentan ein großes Angebot an Gold. Das sind Erklärungsansätze, die den Preisverfall zumindest teilweise erklären.

Hält die Talfahrt beim Gold an?

Viele Experten gehen davon aus, dass die Talfahrt schon zu Ende ist und sich der Goldpreis bis Ende des Jahres einpendeln wird. Die Gold-Fans haben früher immer gesagt: Wenn der Goldpreis steigt, dann steigt er weiter. Jetzt sagen sie: So viel tiefer kann er nicht mehr fallen, der Goldpreis müsse bald wieder steigen und deshalb solle man sich gerade jetzt mit Gold eindecken.

Ihre Zuversicht ist nicht ganz unbegründet: Gold hat auch schon früher stark an Wert verloren, sich aber immer wieder gefangen. Gewissheit gibt es nicht. Und: Ethische Investoren haben Gold schon lange aus ihren Fonds gestrichen, weil es meist mit giftigem Quecksilber abgebaut wird und die Minenarbeiter oft schlecht behandelt werden.

Online: Jutta Kaiser

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