Durchfall durch Campylobacter Jedes zweite Hähnchen ist keimbelastet

Die Hälfte der Hähnchen im Handel sind mit Durchfallkeimen belastet. Mit ein paar einfachen Verhaltensregeln können Verbraucher weiter unbedenklich Geflügel essen.

Geflügelfleisch wird auf mögliche Keimbelastung untersucht (Foto: SWR, SWR -)
Durchfall durch Keime auf Geflügel lässt sich vermeiden - auch im eigenen Haushalt. SWR -

Jedes zweite Hähnchen im deutschen Handel ist laut Medienberichten mit Durchfallerregern belastet. Bei den Proben seien Campylobacter-Bakterien entdeckt worden. Diese könnten vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem zu gefährlichen Erkrankungen führen.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) entdeckte bei Proben, die es direkt an Schlachthöfen entnahm, einen starken Anstieg der Belastung mit Campylobacter. 2017 seien fast 79 Prozent der Masthähnchen mit den Bakterien belastet gewesen, 2011 hätten lediglich 40,9 Prozent der Tiere den Keim in sich getragen.

Gespräch mit Sabine Schütze-Kurth, SWR Umwelt und Ernährung

Kann Hähnchenfleisch noch bedenkenlos gegessen werden?

Hähnchenfleisch kann man genauso weiter essen, wie vor dieser Meldung - nämlich gut durchgegart. Das war bereits vorher schon die dringende Empfehlung, um krankheitserregende Keime abzutöten. Campylobacter sind die Bakterien, die bei uns in Deutschland am häufigsten Durchfallerkrankungen verursachen. Diese Bakterien gibt es aber weltweit und bekannt ist, dass Geflügelfleisch der Hauptüberträger ist.

Frau wäscht sich die Hände (Foto: © Colourbox.de -)
Die Hände sollten gründlich mit Seife gewaschen werden. © Colourbox.de -
  • Da diese Bakterien auch einige Zeit in der Umwelt überleben können, ist nicht nur das Durchgaren des Fleischs wichtig, sondern auch, dass Schneidebrett und Messer gut gereinigt werden. Ansonsten können sich Menschen auch darüber anstecken.
  • Zudem ist es wichtig, sich die Hände gut mit Seife zu waschen, nachdem man das Fleisch angefasst hat. Das reduziert die Keime, sodass keine Gefahr mehr besteht, sie weiter zu verteilen. Mit den übriggebliebenen Keimen kommt unser Immunsystem klar und wehrt sie ab. 

Wie kommen die Keime aufs Hähnchenfleisch?

Hühnerkeule in der Pfanne. (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Geflügelfleisch immer gut durchbraten. Foto: Colourbox.de -

Die Bakterien leben im Darm der Hühner und kommen beim Schlachten aufs Fleisch. Wenn dabei nicht hundertprozentig sauber gearbeitet wird, kommt Darminhalt ans Fleisch. Dadurch ist jede zweite Probe damit verunreinigt. In den USA wird Geflügelfleisch deshalb mit Chlor behandelt, das Keime abtötet. In Europa ist das Chloren nicht erlaubt, weswegen jede zweite Probe mit Campylobacter-Bakterien verunreinigt ist. Verbraucherschützer fordern seit längerem bessere Hygienemaßnahmen in Schlachthöfen.

Online: Thomas Oberfranz

STAND