Die Winterzeit beginnt Jede Zeitumstellung ist ein Mini-Jetlag

Halbjährlich grüßt das Murmeltier - die Zeit wird umgestellt. Es gibt gute Gründe, die Zeitumstellung endgültig abzuschaffen. Zum Beispiel: Am Tag danach gehen mehr Menschen zum Arzt.

Uhrenpark in Düsseldorf (Foto: imago - imago)
Alle kleinen Zeiger eine Stunde zurück: Überall in Europa gibt es am Wochenende viel zu tun. imago - imago

Am Sonntag werden die Uhren zurückgestellt, was uns eine Stunde mehr Schlaf beschert. Ende März ist es dann wieder umgekehrt und wir meckern über die verkürzte Nacht.

Gerade sieht es so aus, als wäre die ungeliebte Zeitumstellung bald vom Tisch - schließlich haben die meisten EU-Bürger die Nase voll davon: Ganze 84 Prozent der Teilnehmer einer EU-weiten Befragung haben gegen die Zeitumstellung gestimmt. Und es gibt triftige Argumente dafür.

Die Zeitumstellung ist für manche ein Gesundheitsrisiko

Über ein Viertel der Deutschen klagt nach einer Zeitumstellung über gesundheitliche Probleme. Das hat eine aktuelle Forsa-Umfrage ergeben. Viele fühlen sich müde und schlapp, schlafen schlecht, können sich nicht konzentrieren oder fühlen sich gereizt - einige werden sogar depressiv.

Besonders hart trifft es ältere Menschen, Frauen und - Langschläfer. Sie leiden oft stärker unter der Umstellung. Einige brauchen mehrere Wochen oder sogar Monate, um ihre innere Uhr an den neuen Rhythmus zu gewöhnen.

Langfristige Folgen für die Gesundheit sind möglich

Herzinfarkt_01 (Foto: SWR, SWR -)
Nach der Zeitumstellung erleiden mehr Menschen einen Herzinfarkt. SWR -

Ob die Zeitumstellung, die alle halbe Jahre ansteht, auch dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigungen verursacht, ist wissenschaftlich noch unklar.

Dafür spricht allerdings, dass in den Tagen nach einer Zeitumstellung mehr Menschen zum Arzt gehen oder einen Herzinfarkt erleiden. Manche entwickeln sogar das sogenannte "Schichtarbeitersyndrom", das nachweislich das Risiko für alle möglichen Krankheiten erhöht.

Die Frage bleibt: Was ist besser, Sommer- oder Winterzeit?

Momentan sieht es so aus, als wollten mehr Menschen die Sommerzeit, weil es dann abends länger hell ist. Schlafforscher und Lehrer hingegen plädieren aus guten Gründen für die Winterzeit, also die "normale", mitteleuropäische Zeit. Sie bekommt nämlich dem menschlichen Biorhythmus besser.

Denn das wichtigste Signal zum Wachwerden ist das Tageslicht. In der dauerhaften Sommerzeit bleibt es zwar abends länger hell, dafür aber auch morgens länger dunkel. Und dann ist es schwer vorstellbar, wie wir alle morgens in die Gänge kommen sollen, wenn es Anfang Januar erst gegen 9.30 Uhr hell würde.

Von Stefanie Natterer, SWR Umwelt und Ernährung | Online: Michael Herr

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