Daimler-Chef Zetsche geht Eine fast perfekte Übergabe

Im Mai 2019 wird Daimler-Chef Dieter Zetsche von Ola Källenius abgelöst. Seine Rückkehr in den Aufsichtsrat ist aber keine gute Idee, findet unsere Autorin.

Daimler-Chef Dieter Zetsche (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Daimler-Chef Dieter Zetsche hört im Mai 2019 auf. picture-alliance / dpa -

Ein Kommentar von SWR-Wirtschaftsredakteurin Sabrina Fritz.

Gewinnwarnung, Aktien im Sinkflug und keiner weiß, wie teuer das Dieselproblem noch wird. Dieter Zetsche hätte sich bestimmt einen strahlenderen Abgang gewünscht. Andererseits – wenn man das Schicksal der anderen Autobosse in Deutschland sieht, vollzieht Daimler einen nahezu vorbildlichen Generationswechsel. Audi-Chef Rupert Stadler sitzt in Haft. Und bei VW versucht gerade der dritte Vorstand, den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen.

Von Daimlers Erfolg hängt eine Menge ab

Bei Daimler übernimmt nun im kommenden Jahr der Schwede Ola Källenius das Steuer. Zetsche wird ihm bis dahin noch ein paar Brocken aus dem Weg räumen. Der Zollstreit mit den USA ist immer noch nicht entschärft und eine Lösung für Daimler-Diesel mit unerlaubter Software kann noch teuer werden.

Doch all das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Mann mit dem Schnauzer enorm viel für Daimler getan hat. BMW überholt, Rekordgewinne eingefahren Arbeitsplätze bis Ende 2020 gesichert. Das klingt vielleicht lange, sind aber nur noch zwei Jahre. In dieser Zeit muss der Neue die Weichen für die Zukunft stellen. Denn vom Erfolg des Autoherstellers hängt das Wohl einer ganzen Region ab.

Zetsche kann nicht loslassen

Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars, steht vor der Veranstaltung auf der Bühne, auf der später das neue Modell des Mercedes-Transporters Sprinter vorgestellt werden wird. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Bernd Thissen/dpa)
Im Aufsichtsrat weitermachen? „Keine gute Idee.“ picture alliance / Bernd Thissen/dpa

Die Verantwortung trägt nun der junge Schwede Ola Källenius. Der 49-Jährige kennt den Konzern gut. Nach allem was man über ihn hört, hat er die notwenige Offenheit, Erfahrung und Durchsetzungsfähigkeit, den Autokonzern in neues Zeitalter zu führen. Dazu gehören neue Antriebe, autonomes Fahren, flexible Autonutzung bis hin zu Flugtaxis.

Dass ihm dabei in zwei Jahren wieder Dieter Zetsche auf die Finger schaut, wenn er Aufsichtsratsvorsitzender wird, halte ich für keine gute Idee. Aber ganz loslassen kann der 65-Jährige seinen Konzern offenbar nicht.

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