Blumensträuße vom Discounter Dumpingpreise für Blumen zum Valentinstag?

Nicht jeder möchte viel Geld für einen Strauß vom Blumenladen oder Markt ausgeben und greift zu Schnittblumen für 1,99 Euro - oder gar nur 99 Cent - im Supermarkt. So kommt es zu diesen Preisen.

Billigblumen beim Discounter oder im Supermarkt. (Foto: dpa Bildfunk, dpa Bildfunk -)
Billigblumen beim Discounter oder im Supermarkt - kritisch betrachtet. dpa Bildfunk -

Der Valentinstag am 14. Februar ist einer der umsatzstärksten Tage für den Blumenhandel überhaupt. Die Preise für Blumen im Bund beim Discounter oder im Supermarkt sind meist auf absolutem Dumpingniveau. Die Frage stellt sich: Wie kommen diese Preise zustande? Wer verdient da überhaupt noch daran?

99 Cent für zehn Tulpen oder Narzissen - das gibt es tatsächlich. Ein schlechtes Gewissen haben allerdings nur wenige Blumenfreunde, wenn sie beim Discounter die Billig-Blumen mit aufs Band legen. Anderen ist es allerdings wichtig, das lokale Handwerk und die Floristen zu unterstützen.

Discounter-Preise unter den Einkaufspreisen für Blumengeschäfte

Blumen im Verkauf. (Foto: Getty Images/iStockphoto -)
Bundweise Billigpreise - das lockt die Kunden in die Geschäfte. Getty Images/iStockphoto -

In der Blumengalerie Knorr in Baden-Baden wird Handwerkskunst groß geschrieben. In riesigen Vasen stehen üppige Blumensträuße - pink, apricot, viel weiß. Und es duftet nach Frühling.

Inhaber Clemens Knorr kennt selbstverständlich die Dumpingpreise bei den Discountern und hat schon erlebt, dass er auf dem Blumengroßmarkt mehr bezahlen musste als im Discounter für die Ware von den Endkunden verlangt wird. "Zum Teil gibt es Orchideen-Angebote bei Discountern für 4,90 Euro oder so. Das ist noch lange nicht mein Einkaufspreis, aber die Ware ist auch viel schlechter."

B-Ware und Mengenrabatte

Die Discounter übernehmen also die B-Ware, die sich im Fachhandel nicht verkaufen lässt. Häufig kaufen sie auch Überschuss-Ware, die sonst weggeworfen würde, weil einfach zu viel produziert wurde - oder große Mengen, das gibt saftige Rabatte. Aber ums Geldverdienen gehe es ihnen mit den Blumen häufig auch gar nicht, sagt Clemens Knorr. "Gerade bei Discountern ist es ja nicht so, dass sie an den Blumen Geld verdienen möchten, sondern, dass es einfach nur eine Werbung ist. Man lockt die Leute durch das Angebot ins Geschäft, und dadurch kaufen sie dann halt andere Sachen mehr."

Wer am Ende am wenigsten verdient

Tischdeko mit Tulpen (Foto: SWR, SWR - piehler)
Kunstvolle Arrangements gibt es beim Floristen. SWR - piehler

Der Weg einer Blume ist oft lang: Gärtnerei, Transporteur, Großhändler, oft noch ein, zwei Zwischenhändler, dann der Verkauf im Geschäft. Jeder möchte selbstverständlich etwas an der Blume verdienen. Ein hartes Geschäft, bei dem vor allem die am wenigsten bekommen, denen wir die Blumen überhaupt erst zu verdanken haben.

Der Blumenhändler vermutet: "Ich würde fast sagen, dass die Gärtnerei, die Züchter, die am Ende der Kette liegen, dass die am wenigsten kriegen."

Online: Heidi Keller

AUTOR/IN
STAND