Bahnchaos auf der Rheintalstrecke Wie Reisende entschädigt werden

Die Rheintalstrecke zwischen Rastatt und Baden-Baden ist gesperrt - es gilt ein Ersatzfahrplan. Welche Rechte und Möglichkeiten haben betroffene Bahnreisende?

Im Hauptbahnhof Karlsruhe stehen am Fahrgäste Schlange vor dem Informationsschalter. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Im Hauptbahnhof Karlsruhe stehen Fahrgäste Schlange vor dem Informationsschalter. Der Fernverkehr Richtung Basel ist eingestellt. picture-alliance / dpa -

Fragen an SWR-Bahnexperte Uwe Bettendorf, Redaktion Wirtschaft und Soziales

Wie werden Reisende entschädigt, die nach dem Bahn-Chaos von Sonntagabend erst mit stundenlanger Verspätung nach Hause gekommen sind?

Da gelten natürlich die üblichen Erstattungsregeln der Bahn. Das heißt, ab einer Stunde Verspätung gibt es 25 Prozent vom Fahrpreis zurück, ab zwei Stunden 50 Prozent. Dafür braucht man ein Fahrgastrechteformular. Erfahrene Bahnkunden besorgen sich das schon im Zug oder am Schalter und lassen sich die Verspätung bestätigen.

Falls das am Sonntagabend nicht möglich war, kein Problem: Man kann sich das Formular auch am Tag darauf noch im Reisezentrum besorgen oder im Internet herunterladen. Dann schnell ausfüllen und die abgestempelte Originalfahrkarte beifügen, die ja belegt, dass man in einem der betroffenen Züge war. Beides zusammen abgeben oder einschicken – dann gibt es Geld zurück.

Was ist, wenn ich schon vor Wochen eine Fahrt gebucht habe und von der Reise zurücktreten will, weil mir das zu kompliziert geworden ist und sich die Fahrtzeit offensichtlich deutlich verlängert hat? Kann ich das Ticket zurückgeben?

Ja, das ist möglich. Man kann von der Reise zurücktreten und die Fahrkarte kostenlos stornieren, die Bahn erstattet dann den vollen Reisepreis. Aber auch die Mehrkosten für mögliche Umwegstrecken werden von der Bahn übernommen - zumindest wenn die Alternativ-Route plausibel ist. Man kann zum Beispiel nicht von Mannheim über Hamburg nach Paris fahren.

Wenn ich die Reise aber unbedingt während der Sperrung antreten muss - bekomme ich auch dann Geld zurück oder verweist die Bahn in dem Fall auf den Ersatzfahrplan, in dem die Verspätung schon berücksichtigt ist?

Rechtlich wäre das vermutlich möglich, denn wenn ich heute ein Ticket für die betroffene Strecke löse, dann weiß ich ja, was auf mich zu kommt - dass ich also mindestens eine Stunde länger brauche. Aber die Bahn zeigt sich hier kulant. Das heißt, sowohl diejenigen, die schon vor Wochen gebucht haben, wie auch diejenigen, die kurzfristig buchen müssen, haben Anspruch auf die eingangs erwähnten Erstattungen bei Verspätung.

Was sollten Bahnreisende tun, die in den nächsten Wochen auf der Rheintalbahn unterwegs sind?

Auf jeden Fall schon mal mehr Zeit einplanen, das ist vollkommen klar. Und jeder ist gut beraten, sich unmittelbar vor Antritt der Reise über die Fahrzeiten zu informieren. Am Besten im Internet unter www.bahn.de/Reiseauskunft oder über die DB-App, ohne die ich schon oft verloren gewesen wäre, wenn ich mich nur auf die Auskünfte des Zugpersonals verlassen hätte.

Online: Sola Hülsewig

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