Ausfallhonorar für Ärzte Geld für verpassten Arzttermin

Unentschuldigtes Fehlen beim Behandlungstermin kann teuer werden. Mit dem sogenannten Ausfallhonorar können 250 Euro pro ausgefallene Stunde fällig werden. Das muss nicht sein.

Selbstverständlich sollte es nicht passieren, aber manchmal kommt es vor - man verschwitzt einen Arzttermin. Bei den meisten Ärzten schaut man darüber hinweg, doch immer öfter soll der Patient für sein Nichterscheinen ein sogenanntes Ausfallhonorar zahlen.

Allgemeine Geschäftsbedingungen auch in der Arztpraxis

Wer beim ersten Besuch eines Arztes einen AGB-Fragebogen unterschreiben muss, sollte unbedingt auf das Kleingedruckte achten. Ausfallhonorare für die behandelnden Ärzte in sogenannten Bestellpraxen sind möglich. Das heißt, dass Ärzte vom Patienten Geld verlangen können, wenn dieser nicht zum vereinbarten Termin anwesend war.

So arbeiten Bestellpraxen

Vor allem Zahnärzte arbeiten in Bestellpraxen. Hier werden die Patienten zu bestimmten Zeiten zur Behandlung bestellt. Volle Wartezimmer gibt es in der Regel nicht - also gibt es keine Patienten, die kurzfristig dazwischen geschoben werden können. Kommt der Patient nicht, entsteht für die Praxis ein finanzieller Schaden.

"Bei Zahnarztterminen ist eine Menge Einwegmaterial unterwegs. Und dieses Material ist nachher auch nicht mehr einsetzbar für einen anderen Patienten", erklärt Praxismanager Andreas Frenz aus Stuttgart. Auch von den Krankenkassen würde man keine Erstattung erhalten.

250 Euro Ausfallhonorar pro Behandlungsstunde sind möglich

Psychologe im Patientengespräch (Foto: Colourbox, Foto: Colourbox.de -)
Psychologen, andere Fachärzte und Allgemeinmediziner arbeiten in Form einer Bestellpraxis. Foto: Colourbox.de -

Wenn der Patient im Vorhinein dem Ausfallhonorar zugestimmt hat, dann ist das rechtlich möglich: 250 Euro pro ausgefallene Behandlungsstunde können anfallen. Der finanzielle Schaden muss vom Arzt allerdings penibel dokumentiert werden.

Der Patient wiederum kann den Behandlungsvertrag jederzeit kündigen.

Von Heike Scherbel, SWR Wirtschaft | Online: Heidi Keller, Julian Gräfe

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