Allgemeine Geschäftsbedingungen der Banken Bessere Konditionen für Bankkunden

Die meisten von uns haben Post von ihrer Bank erhalten mit neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen fürs Konto. 2018 treten europaweit einheitliche Regeln für den Zahlungsverkehr in Kraft.

bankkarten und euroscheine (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Die neuen allgemeinen Geschäftsbedingungen der Banken sind verbraucherfreundlicher als bisher picture-alliance / dpa -

Fragen an Geli Hensolt, SWR Wirtschaft und Soziales

Sind die neuen Regelungen gut oder schlecht für uns Bankkunden?

Auf jeden Fall gut, denn sie stellen uns als Verbraucher und Kunden gleich in mehrerer Hinsicht besser. Zum Beispiel dann, wenn unsere Bankkarte oder Kreditkarte geklaut oder missbraucht wird und Betrüger auf unsere Kosten shoppen.

Bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Karte gesperrt ist, müssen wir einen Teil der Kosten übernehmen, den die Betrüger verursachen. Erst, wenn die Karte gesperrt ist, sind wir finanziell aus dem Schneider. Bis dahin aber haften wir mit bis zu 150 Euro. Genau dieser Betrag wird jetzt gesenkt, auf 50 Euro.

Alles was an finanziellen Schäden darüber hinaus geht, übernimmt die Bank?

Die Sperr-Notruf Nummer auf einem Smartphone-Display (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa - Montage SWR)
Aus dem In- und Ausland lassen sich Karten über die zentrale Telefonnummer 116 116 sperren picture-alliance / dpa - Montage SWR

Man muss aufpassen: Die Bank springt nicht ein, wenn wir unsere Sorgfaltspflichten vorsätzlich oder grob fahrlässig verletzt haben. Der Klassiker beispielsweise: Die PIN zur Karte war im selben Geldbeutel. In solchen Fällen kann es sein, dass wir auf allen Kosten sitzen bleiben, die entstehen, bevor unser Konto gesperrt wurde.

Allerdings gibt es auch Banken, die ihre Kunden von allen Forderungen befreien, wenn sie den Schaden bei der Bank und der Polizei anzeigen. Neu ab 2018 ist auch: Wenn das Konto gesperrt wurde, muss es am nächsten Tag wieder freigeschaltet werden - mit neuen Zugangsdaten selbstverständlich.

Die neuen Regeln für den europäischen Zahlungsverkehr gelten ab dem 13. Januar 2018. Was ändert sich noch für uns?

Schon jetzt können wir im Online-Banking Drittanbieter damit beauftragen, Zahlungen zu übernehmen - zum Beispiel mit dem Anbieter "Sofort-Überweisung". Bislang sehen die Online-Banking-AGBs der Banken oft vor, dass Kunden ihre PIN und TAN bei solchen bankfremden Diensten nicht nutzen dürften. Von Januar an müssen uns die Banken erlauben, solche Dienste in Anspruch zu nehmen, wenn sie bestimmte Sicherheitsstandards erfüllen.

Das Gleiche gilt für so genannte Konteninformationsdienste. Diese Infodienste nutzen manche Leute, um eine bessere Übersicht über ihre Konten zu haben. Wenn wir diesen Diensten gestatten, auf unser Konto zuzugreifen, müssen die Banken ihnen Einsicht in unsere Kontoaktivitäten der letzten 90 Tage gewähren.

Datenschützer befürchten, dass Unternehmen wie Amazon künftig solche Dienste anbieten könnten, um unsere Daten abzugreifen. Allerdings müssen wir als Kunden der Kontoeinsicht zustimmen - und das sollten wir uns in jedem Fall zwei Mal überlegen.

Online: Heidi Keller

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