Alle 90 Sekunden ein Fahrraddiebstahl Welche Schlösser am besten schützen

Alle 90 Sekunden wird in Deutschland ein Fahrrad geklaut. Stiftung Warentest hat Schlösser getestet. Wir klären, welche davon die größte Sicherheit bringen.

Viele Fahrradfahrer sind leichtsinnig: Sie schließen ihre Räder überhaupt nicht ab oder mit Schlössern, die ihr Geld nicht wert sind. Die Stiftung Warentest hat 20 Modelle geprüft und kann davon nur fünf empfehlen. Fast doppelt so viele fallen im Test durch.

Fragen an Sina Rosenkranz, SWR Wirtschaft und Soziales

Welche Fahrradschlösser sind empfehlenswert?

Am besten abgeschnitten haben Bügelschlösser. Die Bügel bestehen aus gehärtetem Stahl und die hochwertigeren Schlösser haben Schließzylinder mit Drehscheiben, die sehr schwer zu öffnen sind.

Zwei Bügelschlösser konnten im Test auch mit Bolzenschneidern und Sägen nicht aufgebrochen werden. Diese lagen in der Preisklasse von 70 bis 90 Euro. Aber auch ein Bügelschloss für 30 Euro von Decathlon hat gute Bewertungen bekommen.

Sehr gut abgeschnitten beim Punkt Aufbruchsicherheit haben auch drei Kettenschlösser. Auch diese bestehen aus gehärtetem Stahl und sind ein bisschen handlicher, wobei hier das Modell von Decathlon durchgefallen ist.

Erstaunlich schlecht abgeschnitten haben dagegen die Faltschlösser: Sie bestehen aus länglichen Metallgliedern, die beweglich sind. Vier von fünf Schlössern haben eine mangelhafte Bewertung bekommen. Die Modelle waren mit dem Bolzenschneider sehr schnell zu knacken.

Welche Fehler kann man beim Abschließen machen?

Der größte Fehler ist, das Fahrrad einfach für sich allein abzuschließen, ohne es mit einem festen Gegenstand zu verbinden - wie zum Beispiel einer Laterne. Diesen Tipp beherzigen viele Fahrradbesitzer nicht.

Ein weiterer Tipp ist, das Schloss möglichst weit oben am Rahmen anzuschließen. Denn wenn das Schloss auf dem Boden aufliegt, können die Diebe das Werkzeug besser aufstützen. Wenn möglich, empfiehlt es sich auch, nicht nur den Rahmen, sondern auch das Vorderrad mit anzuschließen.

Was verlangen die Versicherungen? Wie muss ein Fahrrad angeschlossen sein?

Die Versicherungen haben genaue Vorstellungen davon, was ein gutes Fahrradschloss ist und wie es angeschlossen sein muss. Darüber sollte man sich genau informieren. In der Regel werden nur Schlösser anerkannt, die das VDS-Logo haben, also des Verbands der Versicherer.

Je teurer das Fahrrad, desto hochwertiger muss auch das Fahrradschloss sein. Grundsätzlich gibt es in der Regel die Möglichkeit, über die Hausratversicherung einen zusätzlichen Fahrradschutz dazu zu buchen.

Für teure Räder empfiehlt sich aber eine spezielle Fahrradversicherung. In der Regel zahlt man da etwa zehn Prozent des Kaufpreises als Jahresbeitrag, bei teuren Rädern also oft mehrere hundert Euro.

Online: Jutta Kaiser

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