ADAC-Test zur Diesel-Nachrüstung Bis zu 70 Prozent weniger Schadstoff-Ausstoß

Die technische Nachrüstung von Euro-5-Dieselautos kann deren Stickoxid-Ausstoß in manchen Fällen um mehr als 70 Prozent senken. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des ADAC.

Das Wort «Diesel» ist am 22.02.2017 in Stuttgart (Baden-Württemberg) auf dem Tankdeckel eines Smarts zu sehen (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Der ADAC hat die technische Nachrüstbarkeit von Euro-5-Dieselfahrzeugen getestet. picture-alliance / dpa -

Der ADAC Württemberg hat Hardware-Nachrüstungen für Diesel-Autos getestet. Im Ergebnis kann damit der Stickoxid-Ausstoß der Fahrzeuge deutlich gesenkt werden, so das Ergebnis der Untersuchung.

Vier Diesel-Autos im Test

Ein Auto fährt an einem Schild vorbei, das auf den Feinstaub-Alarm hinweist. (Foto: picture-alliance / dpa, picture-alliance / dpa -)
Am 22. Februar wird das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts erwartet, ob Städte mit hoher Stickoxid-Belastung Diesel-Fahrverbote verhängen können. picture-alliance / dpa -

Mit Förderung des Landes Baden-Württemberg wurden hierzu vier Fahrzeuge der Schadstoffklasse Euro 5 von unterschiedlichen Fachfirmen umgebaut: eine Mercedes-Benz B-Klasse, ein Opel Astra, ein VW T5 und ein Fiat Ducato.

Alle bekamen einen SCR-Katalysator mit Ad Blue-Einspritzung eingebaut. Selbst unter ungünstigen Bedingungen sei danach der Stickoxid-Ausstoß um 50 Prozent gesunken. Im besten Fall seien es sogar über 70 Prozent.

Nachrüst-Kosten von bis zu 3.300 Euro

Um diese Ergebnisse zu erreichen, würden laut ADAC-Test Kosten von 1.400 bis 3.300 Euro pro Fahrzeug anfallen. Diese dürften aber nach Ansicht des ADAC nicht bei den Dieselfahrern hängen bleiben. Die Autoindustrie läge hier in der Verantwortung.

Zertifizierung- und Kosten-Frage noch ungeklärt

Um eine flächendeckende Umrüstung zu erreichen, seien aber noch zwei Bedingungen zu erfüllen: Zum einen müssten schnell die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit die Zertifizierung durch das Kraftfahrtbundesamt möglich sei. Zum anderen müssten die Autohersteller mit ins Boot geholt werden. Nur mit ihrer Unterstützung sei eine schnelle Serienreife zu schaffen, so der ADAC.

Eva Laun, SWR Wirtschaftsredaktion | Online: Lutz Heyser

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