50 Jahre Bankautomaten in Deutschland Geldmaschinen kommen zum Stillstand

Seit 50 Jahren können wir unser Bargeld am Automaten ziehen. Das tun nach wie vor 80 Prozent der Bankkunden regelmäßig. Aber die Geldautomaten haben sich ganz schön verändert.

Bankterminal-Tastatur (Foto: SWR, SWR -)
Heute braucht man am Geldautomaten noch die vierstellige PIN. Künftig reicht der Fingerabdruck... SWR -

Fragen an Geli Hensolt, SWR Wirtschaftsredaktion

Wie sahen die ersten Geldautomaten 1968 überhaupt aus?

Die ersten Kunden, die die Geldautomaten in Deutschland nutzen wollten, brauchten noch jede Menge spezieller Ausrüstung dafür: Eine Art EC-Karte etwa, mit der sie ihre Kontoberechtigung maschinenlesbar nachweisen konnten. Aber auch einen Spezialschlüssel für den Tresor, aus dem sie das Geld dann selbst entnehmen mussten. Zur Sicherheit durften dies pro Tag nicht mehr als 400 D-Mark sein - und das auch nur am Automaten der eigenen Bankfiliale. Für die breite Masse waren diese ersten Geldautomaten auch gar nicht gedacht.

So hat es wohl auch der Erfinder des allerersten Prototypen erlebt: "Es sieht so aus, dass ein paar Prostituierte und Glücksspieler, die nicht von Angesicht zu Angesicht mit Kassierern zu tun haben wollten, die einzigen Benutzer des Gerätes waren", schilderte er seine ersten Nutzer-Erfahrungen. Mittlerweile gibt es allein in Deutschland über 60.000 Geräte. Und eigentlich jeder hat inzwischen eine eigene EC-Karte.

Wie haben sich die Geldautomaten in den vergangenen 50 Jahren verändert?

Trickdiebstahl am Geldautomaten (Foto: © Colourbox.com -)
Knapp 60.000 Automaten zum Geldabheben gibt es in Deutschland. Doch ihre Zahl schrumpft. © Colourbox.com -

Die Automaten, wie wir sie heute kennen, kamen Ende der 1970er-Jahre auf. Seitdem gibt es auch die EC-Karten. Früher konnte man an den Automaten wirklich nur Geld abheben. Heute kann man dort auch Geld einzahlen, umbuchen, überweisen oder Daueraufträge einrichten.

Auch in puncto Sicherheit hat sich technisch einiges getan und tut sich noch: In Japan kann man mittlerweile per Fingerabdruck Geld abheben. Auch an manchen Automaten in der Türkei ist das bereits möglich.

Es gibt auch schon Hersteller, die mit Gesichtserkennung experimentieren. Dass heißt, der Automat vermisst mein Gesicht, wenn ich reinschaue und kann mich dann eindeutig identifizieren. Das soll viel sicherer als die EC-Karte mit Geheimnummer sein.

Manche Experten sagen das Ende des Bargelds voraus - bedeutet das auch das Ende des Geldautomaten?

Im Moment sieht es nicht danach aus: Die Zahl der Geldautomaten in Deutschland sinkt zwar inzwischen, aber immer noch gibt es hierzulande fast 60.000 Stück und zudem auch die Möglichkeit, etwa am Supermarkt oder an der Tankstelle Bargeld abzuheben. Und das, obwohl immer mehr Menschen im Internet einkaufen oder mit dem Smartphone bezahlen.

Umfragen zeigen jedenfalls: Bei den Deutschen ist Bargeld das liebste Zahlungsmittel. Der Erfinder des ersten Geldautomaten ging davon aus, dass es im Jahr 2018 kein Bargeld mehr geben würde. Da hat er sich getäuscht.

So wie es also im Moment aussieht, werden wir auch noch den 100. Geburtstag des Geldautomaten feiern. Wenn auch dann vielleicht in etwas kleinerem Rahmen.

Online: Lutz Heyser

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