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Der Online-Handel boomt - in Coronazeiten noch mehr als sonst. Zur Weihnachtszeit werden bei Amazon bis zu 500.000 Artikel verschickt - pro Tag und allein vom Logistikzentrum in Frankenthal aus.

Drei Amazon Logistikzentren im Südwesten

Amazon betreibt derzeit 15 Logistikzentren in Deutschland, davon drei in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die meisten Zentren haben eine Spezialisierung. In Pforzheim sind vor allem größere Waren vorrätig. In Koblenz gibt es viel Kleidung und Schuhe und in Frankenthal sind vor allem kleinere Artikel eingelagert. Hier ein Einblick in das Amazon Logistikzentrum Frankenthal - von der Bestellung bis zum Versand.

Von der Bestellung bis zur Lieferung Hinter den Kulissen beim Online-Händler Amazon im Logistikzentrum Frankenthal

Artikel aus verschiedenen Bestellungen werden aus dem Lager geholt. (Foto: SWR)
Wenn bei Amazon eine Bestellung eingeht, landet sie zum Beispiel im Amazon Logistikzentrum in Frankenthal bei den Kommissionierern. Sie sind dafür zuständig, bestellte Artikel aus dem Lager zu holen und für den Versand vorzubereiten. Allerdings laufen die Beschäftigten nicht zu den Regalen - sondern die Regale kommen zu ihnen. Bild in Detailansicht öffnen
Die viereckigen Transport-Roboter sind in etwa so groß wie die Grundfläche der einzelnen Regale – jedes davon steht auf Stelzen. Darunter können die kleinen Roboter fahren, Regale aufbocken und zu den Mitarbeitenden bringen. Bild in Detailansicht öffnen
Die Regale werden an eine Öffnung im eingezäunten Amazon-Lager gefahren – direkt vor die einzelnen Arbeitsbereiche der Frauen und Männer, die die Artikel für den Versand vorbereiten. In jedem Fach können bis zu sechs verschiedene Produkte sein, unter denen der richtige Artikel gefunden werden muss. Sechseinhalb Stunden dauert die Schicht. Bild in Detailansicht öffnen
Die Artikel werden in mehrere Transportkisten einsortiert. Ist eine Kiste voll, wird sie über ein Rollentransportsystem zum Verpacken transportiert. Bild in Detailansicht öffnen
Es gibt unzählige Rollentransportsysteme und Transportbänder im Amazon Logistikzentrum in Frankenthal. Bild in Detailansicht öffnen
Normalerweise arbeiten 1.800 Frauen und Männern bei Amazon in Frankenthal. Von Oktober bis Dezember wird das Personal auf ungefähr zweieinhalbtausend Menschen aufgestockt – denn das Unternehmen stellt für das Weihnachtsgeschäft massiv Saisonarbeitskräfte ein. Bild in Detailansicht öffnen
Bis Ende Dezember sollen täglich bis bei Hochbetrieb bis zu einer halben Million Artikel von Frankenthal aus verschickt werden. Das wären bei Hochbetrieb doppelt so viele wie an normalen Tagen. Bild in Detailansicht öffnen
Zwei Mund-Nase-Masken bekommen Mitarbeitende pro Schicht. Zwischen Arbeitsplätzen stehen durchsichtige Schutzwände und auch die Arbeitszeiten wurden geändert. Corona-Fälle gibt es trotzdem. Wie viele Mitarbeiter sich infiziert haben und in Quarantäne sind oder waren, sagt der Pressesprecher nicht. Bild in Detailansicht öffnen
Amazon unterscheidet beim Verpacken zwischen Einzelbestellungen und Bestellungen mehrerer Artikel. Die Arbeitsstationen erinnern an Heimwerker-Bänke. Am Computer eingeloggt werden Transportkisten mit Artikeln über Förderbänder angerollt. Dann werden die Artikel gescannt und der Computer schlägt die passende Verpackung vor. Bild in Detailansicht öffnen
Sobald das Adressetikett aufgeklebt ist, kann die Sendung auf die Reise gehen. Bild in Detailansicht öffnen
Über Fördertechnik werden Pakete und Beutel zu den Lkw-Aufliegern gebracht, die an das Logistikzentrum angedockt sind. Hier werden die Pakete platzsparend verladen. Bild in Detailansicht öffnen
Amazon liefert Pakete selbst aus, arbeitet aber auch mit den bekannten Paketdiensten wie DHL, DPD oder Hermes zusammen. Bild in Detailansicht öffnen

Amazon seit Jahren in der Kritik: Einzelhändler oder Logistikunternehmen?

Die Gewerkschaft Verdi streitet Verdi seit Jahren mit Amazon darüber, ob das Unternehmen Einzelhändler oder Logistiker ist, denn das wirkt sich auf die Löhne aus. Amazon bezeichnet sich als Online-Händler und argumentiert, in den Logistikzentren werde Ware eingelagert, kommissioniert, verpackt und auf Lkw verladen. Das seien klar logistische Tätigkeiten, es finde keine Beratung statt und deswegen orientiere sich das Unternehmen bei der Bezahlung am Logistiktarifvertrag.

Die Verdi-Fachbereichsleiterin für Handel in Rheinland-Pfalz, Monika di Silvestre, hält dagegen: Amazon sei sogar Mitglied im Einzelhandelsverband, drücke aber die Löhne. Die Gewerkschafterin sieht den Gesetzgeber mit in der Verantwortung, Online-Händlern Auflagen für ihre Geschäfte zu machen, um eine Wettbewerbsverzerrung gegenüber dem Einzelhandel zu beenden - angefangen damit, dass Waren nicht kostenlos angeliefert und zurückgeschickt werden dürfe.

Bezahlung bei Amazon je nach Region unterschiedlich

Amazon zahlt 11,80 Euro pro Stunde als Einstiegsgehalt in Frankenthal. Im Logistikzentrum in Koblenz sind die Löhne etwas höher, in Pforzheim etwas niedriger. Pressesprecher Thorsten Schwindhammer rechnet vor: Nach zwei Jahren an Bord könnten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit mehr als 2.600 Euro brutto rechnen - für eine ungelernte Tätigkeit.

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