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Der Herbst steht vor der Tür. Ein paar bunte Farbtupfer im Garten können die trüben Tage aufheitern. Welche Pflanzen blühen jetzt noch? Und wie pflanzt man sie am besten?

Auch im Herbst lassen sich noch einige Blumen und Sträucher pflanzen, sodass die Terrasse einladend und lebendig aussieht. Sandra Wheeldon hat dafür jedoch wenig Zeit. Immerhin muss sie sich um ihre vier Kinder kümmern. Deshalb freut sie sich über die Hilfe unserer Gartenexpertin Heike Boomgaarden. Bisher diente die Terrasse vor allem als Kinderspielplatz. Das soll sich jetzt ändern.

Zwei Frauen stehen auf einer Terrasse (Foto: SWR)
Gartenexpertin Heike Boomgaarden berät Sandra Wheeldon bei der Gestaltung ihrer Terrasse.

Schritt 1: Planung

Bevor es an die Gartenarbeit geht, überlegen die beiden zunächst, worauf es ankommt. Um der Terrasse Struktur zu geben, empfiehlt Heike Boomgaarden eine Bepflanzung in verschiedenen Kübeln. Damit die Pflanzkübel bei Kälte nicht platzen, sollte darauf geachtet werden, dass sie frostfest und aus Kunststoff sind. So halten Sie auch kalten Winternächten stand. Sollte es jedoch kälter als minus fünf Grad werden, ist ein Stück Styropor unter dem Kübel als Schutz erforderlich, damit er auch von unten gegen Frost geschützt ist. Hierbei ist darauf zu achten, dass das Gießwasser trotzdem noch ablaufen kann.

Gartenexpertin Heike Boomgaarden im Gartenfachhandel mit einem Pflanzkuebel. (Foto: SWR)
Im Herbst und Winter sollten man darauf achten, dass die Pflanzkübel frostfest sind.

Schritt 2: Die Pflanzenauswahl

  • Große Kübel

Gräser: In die Kübel von Familie Wheeldon kommen verschiedene Gräser wie das Carex Gras und ein winterhartes rotes Gras. Gräser sind immergrün, winterhart und blühen im Frühjahr sogar. In der Pflege sind sie genügsam und benötigen nur zu Beginn des Jahres, am besten im Januar oder Februar, etwas Stickstoffdünger. Dafür eignen sich Hornspäne oder Hornmehl.

Bartblume: Die Bartblume kann bis in den September hinein blühen und dabei ein außergewöhnliches Blau zur Schau stellen. Sie bietet Bienen und Hummeln auch im Spätsommer noch Nahrung. Bartblumen sind mehrjährig, sollten aber im Winter keinem allzu großen Frost ausgesetzt sein.

Purpurglöckchen: Die Blätter der Purpurglöckchen behalten selbst im Winter ihre grüne Farbe. Außerdem ist die Pflanze winterhart. Deshalb eignen sich Purpurglöckchen optimal für eine Bepflanzung im Herbst.

Herbstblüher: Ebenfalls in die Kübel gepflanzt wurden klassische Herbstblüher wie Astern und Lampionblumen. Diese beiden Blumen lassen die Terrasse auch im Herbst in warmen Tönen von Lila bis Orange leuchten.

Eine Frau bepflanzt einen Kübel. (Foto: SWR)
Herbstastern und Lampionblumen sorgen für bunte Farben.

Immergrüne Blätter: Ergänzt wird die Blütenpracht durch Pfennigkraut und Efeu. Beide Pflanzen sind recht pflegeleicht und sorgen den ganzen Winter hindurch für schmückendes Grün.

  • Kleine Töpfe

Lavendel: Auch wenn die Blütezeit des Lavendels schon im August endet, können seine immergrünen Blätter auch noch im Herbst für Farbe sorgen. Im nächsten Sommer duften die lilafarbenen Blüten dann nach Urlaub in der Provence. Wird Lavendel im Topf gepflanzt, sollte er regelmäßig gegossen werden. Hierbei sollten Sie jedoch darauf achten, dass das Wasser auch wieder abfließen kann, denn der Lavendel ist bei Stauwasser sehr empfindlich.

Günsel: Der Günsel ist eine winterharte Staude mit violetten Blüten. Er hat eine sehr lange Blütezeit und kann bis in den Spätsommer hinein für Farbe sorgen. Ähnlich wie der Lavendel mag auch er keine Staunässe, ist aber ansonsten recht robust.

Salbei: Salbei ähnelt Lavendel und Günsel in einigen Eigenschaften. Auch er ist immergrün, hat violette Blüten und – je nach Sorte – im Spätsommer Blütezeit. Außerdem sollte auch er regelmäßig gegossen werden, jedoch ohne Staunässe entstehen zu lassen.

Neben der Bepflanzung mit den drei violetten Gewächsen werden die kleinen Töpfe noch durch Carex Gras und Herbstastern ergänzt. Im nächsten Jahr sollen sie außerdem auch mit Frühjahrsblühern glänzen. Deshalb werden schon jetzt Zwiebeln für Wildtulpen gesteckt. Diese seien langlebiger als gezüchtete Tulpen, erklärt Heike Boomgaarden.

  • Topf an der Säule

Wilder Wein: Um den Betonpfeiler auf der Terrasse von Familie Wheeldon zu verschönern, wird der Topf direkt an der Säule mit wildem Wein bepflanzt. Er verträgt die pralle Sonne gut und sorgt im Herbst mit leuchtend roten Blättern für Farbakzente. Da der Topf direkt an der Säule steht, braucht er keine zusätzliche Kletterhilfe.

Fette Henne: Die Staude ist recht robust und kann sogar bei frostigen Temperaturen überwintern. Sie gehört zu den Sukkulenten. Einige Sorten blühen erst im Herbst und sind deshalb perfekt für den Topf in unserem Beispiel geeignet.

Dieser Topf wird außerdem mit zwei Lampionblumen, winterhartem roten Gras und einem Purpurglöckchen bepflanzt.

Insgesamt kosten die Pflanzen und vier große sowie sieben kleine Kübel etwa 600 Euro.

Schritt 3: Die Bepflanzung

Bevor die neu erworbenen Gewächse eingepflanzt werden können, müssen sie zunächst gründlich gewässert werden. Sonst kann es passieren, dass die trockene Blumenerde den Pflanzen die Feuchtigkeit entzieht. Die Pflanzkübel werden nur zu drei Vierteln mit Erde gefüllt, damit die Gewächse ausreichend Platz haben. Dann werden die Wurzelballen von Hand etwas aufgelockert. Das soll dafür sorgen, dass die Pflanzen später besser einwurzeln können. Jetzt werden die Kübel nach und nach dicht bepflanzt. Der geringe Abstand der Wurzelballen ist kein Problem, denn die Pflanzen wachsen kaum noch. Sind alle Töpfe und Kübel bepflanzt, ist der Herbstzauber fertig.

Buntbepflanzte Kübel auf einer Terrasse. (Foto: SWR)
So sieht der fertige Herbstzauber aus.
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