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Hochverschuldet und ein offener Machtkampf der Aktionäre um den Aufsichtsrat - so präsentierte sich Heckler & Koch zuletzt. Inzwischen schreibt der Waffenhersteller wieder Gewinne.

Der Waffenhersteller Heckler & Koch mit Sitz in Oberndorf am Neckar im Kreis Rottweil hat heute die erste Aktionärsversammlung unter der neuen Mehrheitsaktionärin CDE abgehalten. Die Hauptversammlung ging aufgrund der Corona-Pandemie virtuell über die Bühne. "Heckler & Koch ist wieder ein erfolgreiches und profitables Unternehmen", so der Vorstandsvorsitzende Jens Bodo Koch.

Heckler & Koch: Zurück in der Gewinnzone

Das Unternehmen ist zurück in der Gewinnzone: Nachdem schon im Jahr 2019 ein eher kleiner Gewinn von rund 1,6 Millionen Euro erwirtschaftet wurde, schien das erste Halbjahr 2020 mit einem Gewinn von 7,6 Millionen Euro ebenfalls deutlich profitabler zu laufen. Der Vorstandschef Jens Bodo Koch macht dafür verbesserte Produktionsabläufe dank neuer Maschinen und höhere Erlöse aus Ersatzteil- und Service-Geschäften und gut laufende Geschäfte zum Beispiel in den USA verantwortlich.

Heckler & Koch steckt seit Jahren tief in den roten Zahlen und hatte unter der Ägide des ehemaligen Mehrheitsaktionärs Andreas Heeschen einen hoch verzinsten Kredit von 100 Millionen Euro aufgenommen. Investitionen in branchenfremde Unternehmen, die Heeschen mit dem Geld tätigte, scheiterten allesamt. Zudem hatte Heeschen einen großen Teil seiner H&K-Aktien – es sollen zehn Millionen Aktien sein – an die Luxemburger Finanzholding CDE (Compagnie de Développement de l'Eau) verpfändet.

Am Firmensitz von Heckler & Koch in Oberndorf am Neckar arbeiten rund 1.000 Mitarbeiter. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Marijan Murat/dpa)
Am Firmensitz von Heckler & Koch in Oberndorf am Neckar arbeiten rund 1.000 Mitarbeiter. picture alliance/Marijan Murat/dpa

Luxemburger Finanzholding CDE greift zu

Nachdem die Finanzholding die Mehrheit an Heckler & Koch erworben hatte, hat sie nun das Sagen beim Oberndorfer Waffenproduzenten. Zuvor war für die Übernahme des Rüstungsbetriebes die Zustimmung des Bundeswirtschaftsministeriums notwendig, die im Sommer 2020 erteilt wurde. Der Übernahme ging ein jahrelanger Streit zwischen dem ehemaligen Mehrheitsaktionär Andreas Heeschen und der CDE voraus.

Kritik an Heckler & Koch wegen umstrittener Rüstungsexporte

Die Waffenlieferung des G36-Gewehrs von Heckler & Koch steht seit Jahren im Mittelpunkt der Kritik. Insbesondere stellt sich die Frage, wie die deutschen Sturmgewehre in die mexikanische Krisenregionen gerieten, obwohl sie nie dorthin hätten gelangen dürfen. Der Waffenhersteller gibt an, dass der Anteil der sogenannten "Grünen Länder" am Gesamtumsatz im vergangenen Jahr bei nahezu 100 Prozent lag. Heckler & Koch liefert nach eigenen Angaben seine Produkte "grundsätzlich an demokratisch verfasste Staaten insbesondere von Nato und EU sowie an Staaten, die der Nato gleichgestellt sind".

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