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In Baden-Württemberg sollen Steingärten verboten werden. Wie kann man einen kargen Grünstreifen trotzdem pflegeleicht umgestalten? Unsere Tipps: Mandelbäume, Rosen und Lavendel!

Diesen einen Fleck im Garten, auf dem einfach nichts wachsen will - das kennen viele Gärtner. Bislang waren Steingärten hier eine willkommene Option. Die gehören in Baden-Württemberg wohl aber bald der Vergangenheit an. Welche unempfindlichen Bäume und Sträucher eignen sich für solche Stellen?

Eine begeisterte Hobbygärtnerin hat sich an unsere Gartenexpertin Heike Boomgaarden gewandt. Sie sucht eine Idee für den Rasenstreifen vor ihrer Terrasse, auf dem nichts wächst. Ein schlechter Boden mit Kies, Steinen und Geröll und den ganzen Tag direkte Sonne machen es Pflanzen hier schwer.  

Tipp 1: Robuste Bäume mit Ertrag

Robust und unempfindlich muss sein, was auf einer solchen Stelle wachsen soll.  Für unseren Beispiel-Garten schlägt Heike Boomgaarden Bäume vor, die mit Trockenheit gut umgehen können: zwei Mandeln und eine Vogelbeere.

Die Vogelbeere ist übrigens nicht giftig,. Die Früchte werden in nördlichen Ländern zu Marmelade oder Gelee verarbeitet, weil sie sogar mehr Vitamin C enthalten als Zitronen.

Gartenexpertin Heike Boomgaarden im Gespräch auf einer Terrasse (Foto: SWR)
Für den schwierigen Boden am Rand dieser Terrasse schlägt Gartenexpertin Heike Boomgarten robuste Bäumchen, Sträucher und Kräuter vor.

Die Mandeln sollen essbar sein. Weil Bittermandeln nur zum Backen geeignet sind, sucht Heike Boomgarten veredelte Mandeln aus, nämlich Süßmandeln. Sie werden im Spätsommer reif und blühen im Frühjahr wunderschön.

Tipp 2: Blüten und Früchte ziehen Insekten und Vögel an

Wer nicht nur etwas für Insekten tun will, kann zu einer Wildrose greifen, die Hagebutten bildet. Davon haben dann auch die Vögel etwas. In unserem Beispielgarten kommen noch Sanddorn, Lavendel und Zitronen-Thymian dazu.

Blätter und Zweige eines Zitronenthymians (Foto: SWR)
Zitronenthymian duftet intensiv, lockt Bienen an, verträgt viel Sonne und kann mit seinen Blättern einen Teppich auf der Erde bilden.

Tipp 3: Unterschiedliche Vorlieben beim Einpflanzen – mal mit, mal ohne Wurzelsperre

Jetzt beginnt das Einpflanzen. Die trockene Erde wird zuerst mit einer Spitzhacke gut aufgelockert.

Die Mandeln bekommen Pflanzlöcher, die etwas tiefer sind als der Topf, und unter den Wurzelballen noch etwas lockere Erde.  

Stamm und Wurzelballen eines Mandelbäumchens (Foto: SWR)
Vor dem Einpflanzen des ersten Mandelbäumchens ist die Erde aufgelockert worden.

Etwas tiefer in die Erde muss die Rose, in unserem Beispielgarten ist es eine Pillnitzer Vitaminrose.

„Bei Rosen muss die Veredelungsstelle in den Boden, genau umgekehrt zu Bäumen. Sonst macht die Rose genau dasselbe wie ein Baum: nämlich was sie will.“

Gartenexpertin Heike Boomgaarden

Die Veredelungsstelle ist die verdickte Stelle dort, wo die Wurzeln enden und die grünen Triebe beginnen. Ist sie unter der Erde, ist die Rose auch besser vor Frost geschützt.  

Ein Rosenstrauch wird eingepflanzt (Foto: SWR)
Die Veredelungsstelle ist eine Verdickung oberhalb der Wurzeln. Dort beginnen die Triebe.

Für manche Pflanzen empfiehlt sich eine Wurzelsperre, beispielsweise für Bambus oder Himbeeren und in unserem Beispielgarten für den Sanddorn. Sie soll verhindern, dass er sich unkontrolliert ausbreitet. Dazu verwendet Heike Boomgaarden den etwas größeren Topf von einem der Mandelbäume. Einfach den Topfboden abschneiden und der Rest kommt rund um das Wurzelwerk des Sanddorns mit in die Erde.

Eine Wurzelsperre aus einem leeren Blumentopf in einem Erdloch. (Foto: SWR)
Als Wurzelsperre kann zum Beispiel ein leerer Blumentopf dienen, wenn man den Boden abschneidet. Sie verhindert ein unkontrolliertes Ausbreiten.

Beim Lavendel dagegen ist es genau anders herum. Damit sich die Wurzeln gut ausbreiten und mit der Erde verbinden können, sollte man den Wurzelballen vor dem Einpflanzen lockern. Richtig eingepflanzt kommt er gut mit magerem Boden zurecht.

Lavendelpflanze mit Wurzelballen in einer Hand (Foto: SWR)
Dem Lavendel hilft es beim Anwachsen, wenn man vorher den Wurzelballen vorsichtig lockert.

Tipp 4: Angießen nicht vergessen

Sind alle Bäume, Sträucher und Kräuter in der Erde, kommt noch etwas Blumenerde dazwischen. Dann brauchen sie alle erst einmal ausgiebig Wasser, um gut anzuwachsen.

Die Pflanzen haben rund 300 Euro gekostet. Zum Schluss gibt es in unserem Beispielgarten zu jeder Jahreszeit etwas Besonderes vor der Terrasse.

Das neu gepflanzte Ensemble aus Mandelbäumchen, Sträuchern und Kräutern (Foto: SWR)
Jetzt braucht es nur noch Geduld, bis die Bäumchen, Sträucher und Kräuter angewachsen sind und dann regelmäßig Blüten und Früchte tragen.

Dazu gehören Duft, Blüten und später eine Ernte aus Vogelbeeren und Mandeln. Der Thymian ist sogar so robust, dass man barfuß darüber laufen kann.  

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