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CBD-Produkte sind im Trend. Nutzer erhoffen sich gesundheitsfördernde Wirkungen. In einigen der Hanf-Produkte sind aber bedenkliche Mengen an psychoaktivem THC drin.

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20:30 Uhr
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SWR Fernsehen

Hanf (Cannabis) ist eine uralte Kulturpflanze. Seit Tausenden von Jahren wird sie für unterschiedliche Zwecke genutzt. So lassen sich aus den Pflanzenfasern Seile und Textilien herstellen, die Samen sind essbar und ölhaltig. Mittlerweile sind die Einsatzmöglichkeiten der Pflanze noch deutlich gewachsen – zum Beispiel als ökologischer Dämmstoff.

Am bekanntesten ist Hanf wohl aber immer noch als Droge, in Form von Haschisch oder Marihuana. Haschisch wird aus dem Harz der weiblichen Hanf-Pflanze gewonnen, Marihuana aus getrockneten Blättern, Blüten und Blütenständen.

In Europa ist nur der Anbau von Nutzhanf erlaubt, dessen THC-Gehalt 0,2 Prozent nicht übersteigt.

Maschine mäht ein Feld mit Nutzhanf, der nur geringe Mengen an THC enthalten darf (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
In Europa darf nur Nutzhanf angebaut werden Picture Alliance

THC

Für die psychoaktive – also berauschende – Wirkung verantwortlich ist hauptsächlich der Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol, kurz THC.

CBD

Neben THC enthalten weibliche Hanfpflanzen auch Cannabidiol (CBD). Ihm werden verschiedene Wirkungen zugesprochen, unter anderem soll es krampflösend, beruhigend, angstlösend und Hungergefühle hemmend wirken.

CBD-Produkte zeichnen sich dadurch aus, dass das CBD in den Produkten höher konzentriert ist als es natürlich in der Pflanze vorkommt. Dafür sollen die Produkte angeblich nur wenig THC enthalten.

Aktuell liegen CBD-Produkte im Trend. Im Internet ist die Produktpalette schier unbegrenzt – von Tees über Kosmetika bis zu diversen Nahrungsmitteln, wie CBD-Öl. Sogar im Drogeriemarkt findet man sie, zum Beispiel als Kaugummis oder Drops. CBD-Öl kann man auch in manchen Apotheken kaufen. Daneben gibt es  immer mehr spezielle Hanf-Läden, die auch CBD-Produkte verkaufen.

Zehn Milliliter CBD-Öl kosten teilweise mehr als 100 Euro. Das Nahrungsergänzungsmittel hat viele Fans, die auf die positiven Wirkungen schwören. So behaupten beispielsweise Schmerzpatienten, dass CBD ihnen besser helfe als Schmerzmittel mit ihren Nebenwirkungen. Andere wiederum berichten im Internet enttäuscht, dass CBD ihnen nicht geholfen habe.

Mann träufelt CBD-Öl, welches aus Hanf gewonnen wird, in eine Kaffeetasse. (Foto: dpa Bildfunk, Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)
CBD-Öl hat neuerdings viele Fans, ist aber umstritten. Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Irreführende Gesundheitsversprechen verboten

Hersteller und Verkäufer von CBD-Produkten dürfen für diese nicht mit krankheitsbezogenen Aussagen à la „... hilft gegen Krankheit XY“ werben. Dies ist für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel grundsätzlich verboten. Aussagen, die auf gesundheitsfördernde Wirkung zielen, sind nur dann erlaubt, wenn die Angabe wissenschaftlich bewiesen und von der EU zugelassen ist. Für CBD gibt es derzeit keine solche Zulassung.

Nebenwirkungen von CBD

Bei jedem Zehnten löst CBD laut Verbraucherzentrale Schläfrigkeit und Benommenheit aus. Auch Schlaflosigkeit und innere Unruhe gehören zu den möglichen Nebenwirkungen. Weitere unerwünschte Wirkungen können Durchfall, Appetitlosigkeit oder Hautausschläge sein.

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18:45 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Ist CBD legal?

Hier gehen die Meinungen auseinander. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) schreibt, dass keine „Fallgestaltung“ bekannt sei, wonach CBD in Lebensmitteln (zu denen auch Nahrungsergänzungsmittel zählen) verkehrsfähig wäre – also verkauft werden darf.

Auch das Verwaltungsgericht Gießen hat jedoch im November 2019 einem hessischen Hersteller den weiteren Verkauf CBD-haltiger Lebensmittel untersagt. Weitere Gerichtsverfahren zur Verkehrsfähigkeit von CBD laufen.

Aus Sicht des BVL muss für CBD-haltige Erzeugnisse vor dem Inverkehrbringen entweder ein Antrag auf Zulassung eines Arzneimittels oder ein Antrag auf Zulassung eines neuartigen Lebensmittels gestellt werden. Im Rahmen dieser Verfahren ist die Sicherheit des Erzeugnisses vom Antragsteller zu belegen.

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

Novel-Food-Verordnung der EU

Im Novel-Food-Katalog der Europäischen Union ist CBD als neuartiges Lebensmittel gelistet. Als neuartig werden Lebensmittel eingestuft, die es vor 1997 nicht in nennenswertem Umfang in Europa gab. Diese Lebensmittel oder Lebensmittelzutaten müssen zunächst auf ihre Sicherheit geprüft werden, bevor sie zugelassen werden.

Es laufen derzeit zwei Anträge auf Zulassung zweier Trans-Cannabidiole als neuartige Lebensmittel. Entschieden ist bisher noch nichts.

Hersteller verteiben CBD-Produkte trotzdem

Einige Hersteller vertreten jedoch die Auffassung, dass ihre (essbaren) Hanfprodukte keine neuartigen Lebensmittel sind. Sie vertreiben ihre Produkte einfach jetzt schon – in einer rechtlichen Grauzone. Dirk Lachenmeier vom Chemischen und Vetrinäruntersuchungsamt (CVUA) Karlsruhe findet dies höchst bedenklich:

Kein einziges dieser Produkte hat bisher eine Zulassung. Insofern haben wir hier sozusagen einen riesigen klinischen Feldversuch, wo sich dann vielleicht in einigen Jahren herausstellt, wie es mit der Sicherheit der Produkte aussieht.

Dirk Lachenmeier, CVUA Karlsruhe

THC in CBD-Produkten

Dirk Lachenmeier und seine Kollegen haben bis jetzt 67 CBD-Produkte untersucht. Ein Viertel davon stuft die Lebensmittelüberwachung als gesundheitsschädlich ein, da sie einen zu hohen THC-Gehalt aufweisen.

Es ist daher nicht auszuschließen, dass man schon nach dem Verzehr der auf der Packung empfohlenen Dosis eines CBD-Produktes in einem Drogentest positiv auf THC getestet wird. Dirk Lachenmeier von der Lebensmittelüberwachung empfiehlt daher, sich danach nicht ans Steuer zu setzen.

Hanf-Produkte sind im Trend, besonders sogenannte CBD Öle. Die gibt's als Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen - zum Beispiel im Drogeriemarkt, in der Apotheke oder online. Was ist dran am Hype?Gepostet von Marktcheck am Dienstag, 21. April 2020

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt, dass der THC-Gehalt in Hanf-Produkten häufig zu hoch sei und deshalb gesundheitliche Beeinträchtigungen zu befürchten seien.

Die Verbraucherzentrale rät grundsätzlich vom Kauf von CBD-Produkten ab.

Hanf-Samen in einer Schüssel. Sie enthalten möglicherweise THC. (Foto: dpa Bildfunk, Bernd Thissen/dpa)
Auch Hanf-Samen können unter Umständen geringe Mengen an THC enthalten. Bernd Thissen/dpa

Wie bedenklich sind Hanfsamen?

Hanfsamen enthalten natürlicher Weise kein THC. Sie gelten als wertvolle Lieferanten für hochwertige Öle, Vitamine, Mineralstoffe und Proteine. Allerdings können bei der Ernte unter Umständen andere Pflanzenteile der Hanfpflanze in die Saaten geraten, so dass doch geringe Mengen von THC vorkommen können. Wer auf Nummer Sicher gehen will greift stattdessen zu Nüssen und Ölsaaten wie Leinsamen oder Sesam.

Das aus Hanfsamen gewonnene Hanföl ist übrigens nicht zu verwechseln mit CBD-Öl, für das ein beliebiges Öl mit CBD angereichert wird.

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