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Seit Anfang des Jahres sind 12 Betriebe wieder zur Meisterpflicht zurückgekehrt. Was bedeutet das? Und was passiert, wenn ein Betrieb gegen die Meisterpflicht verstößt?

Die Meisterpflicht hat in Deutschland eine lange Tradition. Sie sorgt dafür, dass Handwerksbetriebe mindestens einen echten Spezialisten haben, der sich mit der Materie auskennt und dadurch Fehler vermeiden kann. Seit Beginn des Jahres 2020 sind 12 weitere Berufe wieder zur Meisterpflicht zurückgekehrt. Im Einzelnen sind das:

  • Behälter- und Apparatebauer
  • Betonstein- und Terrazzohersteller
  • Böttcher
  • Drechsler und Holzspielzeugmacher
  • Estrichleger
  • Fliesen-, Platten- und Mosaikleger
  • Glasveredler
  • Orgel- und Harmoniumbauer
  • Parkettleger
  • Raumausstatter
  • Rollladen- und Sonnenschutztechniker
  • Schilder- und Lichtreklamehersteller

Verstoß gegen Meisterpflicht: Darf man Lohn verweigern?

Verstößt ein Betrieb gegen die Meisterpflicht, muss er zumindest damit rechnen, dass der Kunde den Lohn verweigert – zumindest, wenn dem Kunden nicht klar war, dass der Betrieb keinen Meister hat. Es gibt ein obergerichtliches Urteil, das den Verstoß gegen die Meisterpflicht als ähnlich schwerwiegend betrachtet, wie Schwarzarbeit, mit der Folge, dass die Verträge ungültig sind und die Vergütungspflicht entfällt.

Muss immer ein Meister bei den Handwerksarbeiten dabei sein?

Zunächst gibt es bei den Berufen, die zur Meisterpflicht zurückgekehrt sind – z.B. Fliesenleger, Parkettleger, Rolladen- und Marquisenbauer – einen Bestandsschutz. Das bedeutet, bereits existierende Betriebe dürfen weiter ohne Meister arbeiten.

Bei neu gegründeten Betrieben reicht es, wenn der Betrieb einen Meister hat, der die Arbeiten plant, beziehungsweise kontrolliert oder zumindest abnimmt.

Außerdem gibt es Fälle, bei denen ein Handwerksbetrieb auch ohne Meisterbrief legal ist, zum Beispiel weil der Inhaber auf andere Art Sachkunde nachgewiesen hat. Das können auch Altgesellen sein, die schon lange im Handwerk arbeiten. Dieser Umstand muss aber über die Handwerkskammer anerkannt werden.

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