Hautpflege im Check

Handcremes - welche schützt am besten?

STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG

Trockene und rissige Hände adé? Was Handcremes wirklich können, und welche Rolle dabei der Preis spielt. Wir checken fünf unterschiedliche Handcremes.

Nicht nur das regelmäßige Waschen und Desinfizieren kann die Hände beanspruchen. Auch Kälte und Heizungsluft können im Winter die Austrocknung begünstigen, sodass vermehrt Personen über trockene und rissige Haut klagen. Eine Möglichkeit, dem entgegen zu wirken, bieten Handcremes. Sie sollen nicht nur Feuchtigkeit spenden, sondern außerdem die Hände schützen und pflegen. Doch können sie diese Versprechen auch halten und welche Rolle spielt der Preis?

Wir checken fünf unterschiedliche Handcremes, von günstig bis teuer:

Kamill Hand und Nagelcreme (Foto: SWR, SWR)
Kamill Hand & Nagelcreme Classic für 0,83 Euro pro 100ml SWR Bild in Detailansicht öffnen
Calendula Handbalsam von Dr. Scheller für 1,88 Euro Bild in Detailansicht öffnen
Die sofort einziehende Handcreme von Neutrogena für 3,19 Euro Bild in Detailansicht öffnen
O’Keeffe’s Working Hands Handcreme für 9,74 Euro Bild in Detailansicht öffnen
Außerdem Bepanthol Handbalsam für 15,58 Euro pro 100ml Bild in Detailansicht öffnen

Fünf Frauen probieren die unterschiedlichen Handcremes zwei Wochen lang für uns aus. Jede von ihnen benutzt jeweils zwei Cremes. Eine an der linken und eine an der rechten Hand. Bevor sie jedoch starten, nimmt der Stuttgarter Hautarzt Dr. Daniel Wilder die Hände unserer Testerinnen genauer unter die Lupe. Lediglich zwei der fünf Testerinnen weisen einen leichten Austrocknungseffekt auf, die Haut der anderen Frauen sei völlig gesund. Ob sich nach zwei Wochen eine Verbesserung feststellen lässt?

Was sagen die Probandinnen zu ihren Handcremes?

Ines testete für uns die Cremes von Bepanthol und O’Keeffe’s: "Was ich jetzt sagen kann […] ist, dass das (Bepanthol) auf jeden Fall mein Liebling ist. Einfach aus dem Grund, weil die Creme viel schneller eingezogen ist und keine fettige Schicht hinterlässt, was ich bei dieser (O’Keeffe’s) leider nicht sagen kann."

Auch Dilara ist nicht sonderlich von der Handcreme von O’Keeffe’s überzeugt: "Also das erste Mal, als ich die O’Keeffe‘s aufgetragen habe, habe ich tatsächlich auch anfangs so einen kleinen Ausschlag bekommen." Bei Ines dagegen ist bei der Nutzung der O´Keeffe´s Handcreme keine allergische Reaktion aufgetreten.

Eine Frau sitzt auf einem Behandlungsstuhl, während ein Mann auf einem Stuhl neben ihr sitzt. (Foto: SWR)
Dermatologe Dr. Daniel Wilder begutachtet die Hände einer Testerin.

Wie bewertet der Hautarzt die Cremes?

Den Anfang macht Gina. Sie hatte vor dem Test raue und trockene Hände. Sie nutze auf der linken Seite Bepanthol und auf der rechten Calendula. Nach zwei Wochen weist ihre linke Hand immer noch leichte Rötungen, insbesondere in den Zwischenräumen auf. Bei der rechten Hand war hingegen kaum noch etwas von der Trockenheit zu sehen.

Genau wie Gina hatte auch Dilara vor dem Test trockene Stellen und sogar eine Rötung, die auf Neurodermitis hindeuten könnte. Wie hat sich ihre Haut verändert? "Links, bei der Neutrogena, sieht man bei wirklich vorher vorhandenen Problemhänden, eine deutliche Besserung. Auf der rechten Seite, da wurde die O’Keeffe’s Creme benutzt, da sieht man noch deutlich starke Schuppung, Rötung. Man spürt es auch.", so Dr. Wilder.

Wie bewertet die Apothekerin die Inhaltsstoffe der Handcremes?

Wir fragen Andrea Fleischer, Apothekerin aus Stuttgart, was sie von den Cremes hält? Sie erklärt, Neutrogena deklariere seine Handcreme zwar mit dem Zusatz "mit Dermatologen entwickelt", was erstmal sehr medizinisch klinge. Doch enthalten sie als Basis Paraffine, Silikone und außerdem noch PEG-Derivate, was Andrea Fleischer nicht als gute Grundlage empfehlen würde.

Der Hersteller von Neutrogena schreibt uns dazu:

"Wir versichern Ihnen, dass alle von der Johnson & Johnson GmbH angebotenen Produkte den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, sicher und gut verträglich sind."

Auch die Creme von Bepanthol überzeugt Andrea Fleischer nicht: "Problematisch sind hier die Duftstoffe. Generell rät man ab von Duftstoffen, da sie einfach ein gewisses allergenes Potenzial haben."

Der Hersteller antwortet auf unsere Anfrage nicht.

Die Creme von O’Keeffe’s sieht Andrea Fleischer wegen der Inhaltsstoffe kritisch. Der enthaltene Konservierungsstoff sei besonders problematisch. Er könne unter Umständen Formaldehyd abspalten. Dieser stehe im Verdacht, unter Umständen krebserregend zu sein und werde daher schon lange nicht mehr in der Kosmetikindustrie verwendet.

Der Hersteller teilt uns dazu mit:

"Keines unserer O’Keeffe’s-Produkte, einschließlich Working Hands, enthält verbotene Inhaltsstoffe. Wir bestätigen, dass alle Inhaltsstoffe unserer O’Keeffe’s-Markenprodukte gemäß den geltenden EU- und deutschen Rechtsvorschriften gesetzlich zugelassen sind."

Apothekerin Andrea Fleischer bei der Arbeit. (Foto: SWR)
Die Stuttgarter Apothekerin Andrea Fleischer bewertet die Inhaltsstoffe der fünf Handcremes.

Was muss man bei den Inhaltsstoffen beachten?

Häufig in Cremes enthalten ist Polyethylenglykol oder kurz: PEG-Derivat. Und diese PEG-Derivate sind eine zwiespältige Angelegenheit. Einerseits sorgen sie dafür, dass die Creme schnell einzieht, worauf viele Benutzer großen Wert legen. Andererseits sind sie für die Haut nicht sonderlich empfehlenswert, da sie diese auch für andere Fremdstoffe durchlässig machen. Auch Duftstoffe, die oft in Cremes enthalten sind, sind problematisch, weil sie Allergien auslösen können. Wer jedoch auf Nummer sicher gehen möchte, der sollte zu zertifizierter Naturkosmetik greifen. Dies empfiehlt auch Meike Rix von der Zeitschrift "Ökotest". In zertifizierter Naturkosmetik seien viele bedenkliche Inhaltsstoffe von vornherein nicht zulässig und werden somit auch nicht eingesetzt.

Fazit:

Die O’Keeffe’s Working Hands Creme hat weder unsere Probandinnen noch bei den Inhaltsstoffen überzeugt. Bepanthol Handbalsam war im Praxis-Test durchwachsen, die Inhaltsstoffe enttäuschten. Die Creme von Neutrogena hat im Praxis-Test ein gutes Ergebnis erzielt, die Inhaltsstoffe können jedoch nicht überzeugen. Die Kamill Classic schneidet sowohl im Praxis-Test als auch bei den Inhaltsstoffen gut ab. Noch besser: Dr. Scheller Calendula.

Es kommt also nicht unbedingt auf den Preis des Produktes an. Entscheidend sind die Inhaltsstoffe und hier haben, die preiswerteren Handcremes teilweise deutlich besser abgeschnitten als die teureren.

Mehrere Tuben Handcreme stehen aufgereiht auf einem Tisch. (Foto: SWR)
Die fünf Handcremes aus dem Check

Tipps für die Hautpflege der Hände:

  • Die Hände vor dem Eincremen am besten waschen, da sonst Keime und Schmutzpartikel leichter beim Eincremen in die Haut eindringen können und so die Haut geschädigt werden kann.
  • Damit die Hände erst gar nicht so richtig rau und spröde werden, sollte man beispielsweise beim Geschirr spülen oder putzen einfach kurzzeitig Handschuhe tragen. Sie schützen die Haut. Zusätzlich sollten die Hände am besten immer mit einer milden, PH-neutralen Seife gewaschen werden. Diese trocknet die Haut nicht aus und sorgt dafür, dass sie nicht zusätzlich beim Händewaschen strapaziert wird.

Anmerkung der Redaktion: In einer vorherigen Fassung hieß es in Bezug auf die O’Keffee‘s Handcreme bedauerlicherweise, dass der Hersteller uns nicht geantwortet habe. Tatsächlich hatte uns das Unternehmen geantwortet. Der Beitrag wurde überarbeitet und die Stellungnahme des Herstellers aufgenommen.

Weniger schwitzen und riechen mit Nivea oder seinen Rivalen? Deos von Nivea, Axe, Dove, Adidas und L'Oréal im Vergleich und Test

Schwitzen ist etwas Gutes. Der Körper kühlt seine Temperatur herunter. Doch bei längerem Hautkontakt kann Schweiß unangenehm riechen. Deshalb greifen viele Menschen zu Deos.  mehr...

MARKTCHECK checkt... Nivea SWR Fernsehen

Anwendung, Sicherheit und Brutzel-Ergebnis Raclette-Grills im Test: Wie teuer muss lecker und sicher sein?

Raclette gilt bei vielen Familien als traditionelles Silvesteressen. Welche Geräte schmelzen und grillen gut und sind wirklich sicher?  mehr...

Marktcheck SWR Fernsehen

Wein für die Feiertage Rotwein-Test: Was ist der beste Tropfen aus dem Südwesten?

Festtagsbraten brauchen passende Begleiter - und deutsche Rotweine werden immer besser. Marktcheck testet Weine aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, in mehreren Preisklassen. Wer gewinnt?  mehr...

Marktcheck SWR Fernsehen

STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG