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Wirtschaftsredakteur Andreas Reinhardt (Foto: SWR)

Jedes zweite Geschenk zu Weihnachten ist ein Gutschein, oft für ein Event. Lieb gemeint, aber was wenn einem der Gutschein nicht gefällt? Kann ich ihn auch weiterverschenken?

Jeder hat wohl schon einmal einen Gutschein zu Weihnachten geschenkt bekommen. Tolle Idee eigentlich, wenn der genau den Geschmack des Beschenkten trifft. Doch wer Höhenangst hat und einen Besuch im Hochseilgarten geschenkt bekommt, kann damit selbst nichts anfangen. Aber auch dann kann man aufatmen. Denn der Gutschein ist nicht personengebunden, selbst wenn ein Name drauf steht.

"Ein Gutschein ist normalerweise übertragbar", sagt Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, das heißt, ich kann ihn auch weiterverschenken. "Der Name ist im Endeffekt nur eine persönliche Note und nicht ein Zeichen dafür, dass dieser Gutschein nur für diese eine Person gilt".

Augen auf beim Weiterverschenken von Gutscheinen

Es gibt allerdings auch beim Weitergeben von Gutscheinen Ausnahmen. Wenn es zum Beispiel eine Altersbeschränkung gibt oder wenn bei sportlichen Aktivitäten wie Bungeejumping ein Gesundheitszeugnis verlangt wird, muss diese Voraussetzungen auch der Weiterbeschenkte erfüllen.

Auf Geldscheinen steht ein Stempel mit dem Schriftzug Gutschein. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / ZB | Sascha Steinach)
Gutscheine lassen sich nicht immer wieder in Bargeld verwandeln. picture alliance / ZB | Sascha Steinach

Und wenn ich statt des Gutscheins lieber das Geld in bar zurück haben möchte, wird es ganz knifflig. Denn dann muss das Unternehmen auf meinen Wunsch eigentlich nicht eingehen. Es ist aber durchaus möglich, dass es trotzdem klappt – im Gespräch mit den Anbietern.

"Wenn es ein konkretes Event ist, das verschenkt wird, ist der Händler nicht verpflichtet, den Wert auszubezahlen."

Oliver Buttler, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

Der Blick ins Kleingedruckte hilft auch bei Gutscheinen

Wer eine Barauszahlung des Gutscheins wünscht, sollte jedenfalls immer zuerst einen Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen werfen, weil es jedes Unternehmen etwas anders handhabt.

Einfacher ist es für mich als Kunde jedenfalls dann, wenn das Unternehmen selbst das Gutschein-Versprechen nicht einhalten kann. Zum Beispiel weil es sein Angebot geändert hat und es daher innerhalb der gesetzten Frist gar nicht möglich ist, den Gutschein einzulösen.

Lokale Händler mit Gutscheinen unterstützen

In vielen Städten gibt es Sammelgutscheine, die in vielen Läden in der Innenstadt eingelöst werden können, Karlsruhe, Freiburg oder Kaiserslautern bieten das zum Beispiel an. Die Bandbreite ist groß, sie reicht vom Autoersatzteilgeschäft über Schwimmbad oder Theater bis hin zum Lebensmittelladen.

Mit so einem Modell unterstütze ich die lokalen Händler, der Beschenkte hat zugleich die Wahl, was und wo er kaufen möchte. Und selbst wenn einer der beteiligten Läden doch pleitegeht, gibt es noch jede Menge Alternativen.

Gültigkeit von Gutscheinen beachten

Ein Gutschein darf auch von Hause aus befristet sein, wenn die Zeit entsprechend lang ist, erläutert Verbraucherschützer Oliver Buttler. Kann der Gutschein in dieser Zeit nicht eingelöst werden, kann der Geldwert des Gutscheins abzüglich eines Gewinns für den Anbieter ausbezahlt werden.

"Generell gilt bei Gutscheinen eine Verjährungsfrist von drei Jahren, die allerdings erst mit Ablauf des Jahres beginnt, in dem der Gutschein gekauft wurde."

Oliver Buttler, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

Corona hat vieles unmöglich gemacht - auch das Einlösen von Gutscheinen

Wenn Gutscheine während des Corona-Lockdowns nicht eingelöst werden können, weil etwa Kinos und Gastronomie geschlossen sind, dann müsste diese Frist entsprechend verlängert werden, fordert Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale.

Außerdem kann es passieren, dass ein Gutschein gar nicht mehr eingelöst werden kann, weil das Unternehmen zwischenzeitlich pleite geht. Dann hab ich nur noch die Möglichkeit, den Gutscheinwert beim Insolvenzverwalter geltend zu machen. Dass man aber im Rahmen eines solchen Insolvenzverfahrens tatsächlich sein Geld zurückbekommt, ist eher unrealistisch.

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