Die rechte Hand von einer Frau liegt seitlich angewinkelt auf einer weißen Unterlagen. An ihrem Handgelenkt hat sie einer Narbe. Mit ihrem linken Zeigefinger verteilt sie Creme auf der Narbe.  (Foto: AdobeStock/BarTa)

Narbenpflege – Was hilft wirklich?

Narben entfernen: Narbencreme, Narbenöl, Narbenpflaster, Laser

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Juana Guschl
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Annika Angele

Spezielle Salben, Öle oder Pflaster sollen dabei helfen, Narben zu reduzieren. Was bringen sie wirklich?

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Welche Narbenarten gibt es?

Mithilfe verschiedener Methoden können Chirurgen und Dermatologen Narben verkleinern und weniger sichtbar machen – je nach Alter und Art der Narbe:

Atrophe Narben sind leicht eingesunken und hinterlassen einen kleinen Krater in der Haut. Beispiele sind Schwangerschaftsstreifen (Dehnungsstreifen) oder Aknenarben.

Sklerotische Narben sind nach innen gezogen – das Gewebe ist stark verkürzt und starr, sodass die Narbe an Gelenken zu Bewegungseinschränkungen führen kann. Sie entstehen beispielsweise nach Brandverletzungen.

• Bei hypertrophen Narben hat sich zu viel Narbengewebe gebildet, wodurch eine Wulst entsteht.

Keloide Narben sind ebenfalls Wulstnarben, wuchern jedoch über die eigentliche Wundstelle hinaus. Sie können jucken und sogar schmerzen. Keloide Narben sind krankhaft. Bei ihnen ist zur Behandlung sogar eine Operation notwendig.

Können Salben, Gels und Cremes Narben entfernen?

Die Pharmaindustrie bietet Produkte zur Narbenbehandlung an: Frei verkäufliche Mittel versprechen, Narben zu reduzieren und weniger sichtbar zu machen – teilweise sogar bei älteren Narben.

Narbencreme, Narbenöl und Narbenpflaster von verschiedenen Herstellern stehen auf einem Tisch. Sie sollen bei der Reduktion von Narben helfen. (Foto: SWR)
Betroffene können Salben, Gels, Cremes und Pflaster zur Narbenbehandlung verwenden.

Die wissenschaftliche Datenlage zu Narbensalben, Gels und Cremes sei allerdings dünn, sagt Professor Adrien Daigeler, Direktor der Klinik für Hand-, Plastische, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie an der Berufsgenossenschaftlichen Klinik Tübingen. Studien zum Thema würden widersprüchliche Ergebnisse liefern.

Gele und Cremes zur Narbenbehandlung sollen Feuchtigkeit spenden oder die Rückfettung der Haut begünstigen. Das könne laut Professor Daigeler Juckreiz lindern und die Narben weicher machen.

Hilft Öl gegen Schwangerschaftsstreifen?

Einige Öle versprechen, Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen oder zu reduzieren. Dass das wirklich funktioniert, bezweifelt Daigeler jedoch. „Dass Öl in die Tiefe eindringen könnte und dermale, tiefe Narben - was Schwangerschaftsstreifen sind - reparieren könnte, das ist ausgeschlossen.“ Auch, dass Öl die Neubildung von Schwangerschaftsstreifen verhindern könne, sei ihm nicht bekannt.

Mit dieser Einschätzung konfrontiert, verweist das Unternehmen Bi-Oil lediglich allgemein auf Studien auf der Homepage. Konkrete Fragen werden nicht beantwortet.

Schwangere Frau cremt sich mit Öl ihren Schwangerschaftsbauch ein. Sie liegt auf einem Bett. Die Frau trägt ein weißes bauchfreies Top und eine graue Hose. (Foto: Adobe Stock/Zilvergolf)
Einige Hersteller werben damit, dass ihre Öle Schwangerschaftsstreifen vorbeugen sollen. Adobe Stock/Zilvergolf

Auf dem Markt gibt es auch spezielle Pflaster zur Narbenreduktion. Solche "Silikonpflaster" machen laut Professor Daigeler am ehesten Sinn, wenn das Risiko besteht, dass die Narbe zu Funktionsbeeinträchtigungen führt oder sich wulstig ausbilden könnte.

Laserbehandlung reduziert Narben

Eine Methode, Narben effektiv zu reduzieren, ist eine Laserbehandlung. Vor dem Lasern muss die Haut mit einer Creme betäubt werden, da es sich um einen sehr schmerzhaften Prozess handelt.

Beim Lasern wird die Narbe gezielt neu verletzt: Gebündelte Lichtstrahlen dringen ins Gewebe ein, erzeugen viele kleine Löcher und verdampfen somit die Narbe Schritt für Schritt. Wellenlänge und Pulsdauer bestimmen dabei, wie tief das Licht ins Gewebe eindringt. Die Haut bildet neues Kollagen, das Gewebe strafft sich und wird glatter. Der Vorteil: Der Laser ist sehr präzise und bearbeitet dadurch ganz gezielt nur das Gewebe, das er behandeln soll.

Eine Laserbehandlung dauert, je nach Größe der Narbe, häufig nur wenige Minuten – der anschließende Heilungsprozess der verletzten Haut deutlich länger. Nach vier bis sieben Tagen falle die Kruste in der Regel ab, erklärt Daniel Wilder, Dermatologe und plastischer Chirurg in Stuttgart. In der Regel sind mehrere Laserbehandlungen im Abstand von mehreren Wochen nötig.

Die Narbentherapie zählt aber meistens nicht zur Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkasse, erklärt Doktor Wilder. Bei kleineren Stellen kostet die Behandlung etwa 100 bis 150 Euro pro Sitzung.

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