Ein ganzer Granatapfel liegt vor einem schwarzen Hintergrund. Vor ihm sind zwei aufgeschnittene Hälften. Granatapfelkerne und Blätter lieben daneben verteilt. (Foto: Adobe Stockfoto/chernikovatv)

Vitamine und Rezepte

Der Granatapfel – wie gesund ist er wirklich?

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Juana Guschl

An die Heilkraft des Granatapfels glauben viele: Gut für Haut und Gefäße, hilft gegen Entzündungen und sogar Krebs. Stimmt das? Diese Wirkstoffe stecken tatsächlich drin.

Der Granatapfel ist ein jahrhundertealtes Symbol und steht für Fruchtbarkeit, Schönheit und Macht. Seine Saison ist im Herbst und Winter. In dieser Zeit ist er günstig zu kaufen und besonders gesund.

Wertvolle Heilpflanze: schützende Wirkung der Polyphenole

Der Paradiesfrucht wird eine gewisse Heilwirkung nachgesagt. Das kann auch die Ernährungsexpertin Dagmar von Cramm bestätigen. Das Superfood aus dem Orient sei reich an guten Nährstoffen. Neben viel Kalium enthält es auch Beta-Carotin, Phosphat sowie Calcium und Vitamin C.

Wenn die Kerne des Granatapfels leuchtend rot sind, hat er besonders viele gute Polyphenole ausgebildet. „Das ist eine große Gruppe von sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, die die Pflanze im eigenen Stoffwechsel bildet, um sich zu schützen“, sagt von Cramm. Von den schützenden Fähigkeiten der Polyphenole würden wir auch profitieren, denn sie wirken antioxidativ. Sie fangen freie Radikale und schützen vor Zellschäden.

Viele positive Effekte auf den Körper

Ein wichtiger Bestandteil der Polyphenole ist der Gerbstoff Punicalagin. Neuste Forschungen zeigen, dass Darmbakterien diesen Gerbstoff in sogenanntes Urolithin A verstoffwechseln. Das hat zwei entscheidende Effekte auf den Körper: Zum einen wirkt es entzündungshemmend. Zum anderen regt es Mitochondrien an, das heißt Gewebe kann schneller regenerieren. Davon profitieren beispielsweise Sportler, weil sich die Muskeln schneller erholen.

Jakub Piwowarski, Professor für pharmazeutische Biologie an der Universität in Warschau, hat herausgefunden, dass der Granatapfel in frühen Stadien einer Demenz hilfreich sein kann, denn er hat einen positiven Effekt auf die Gefäße.

Verzehr und Geschmack: Was man vom Granatapfel essen kann

Die Schale ist nicht genießbar. Die Frucht kann entweder zu Saft verarbeitet oder die Kerne gegessen werden. Die Kerne schmecken süß und zugleich sauer. Somit eignen sie sich besonders gut in Salatdressings. Dafür am besten die frischen Früchte auspressen. Auch in vielen Rezepturen der indischen Heilkunst Ayurveda wird mit Granatäpfeln gearbeitet. Sie werden wegen der antientzündlichen Wirkung bei Durchfall oder Problemen mit dem Zahnfleisch eingesetzt.

Schönere Haut durch den Granatapfel

Aus den Kernen wird außerdem das Granatapfelkernöl gewonnen. Darin befindet sich die Punicinsäure. Ihr Name leitet sich vom lateinischen Namen des Granatapfels „Punica granatum“ ab. Dabei handelt es sich um eine Omega-5-Fettsäure, die besonders gut für die Haut ist und daher häufig in der Kosmetikindustrie eingesetzt wird. Zudem lässt Punicinsäure Schwellungen abklingen, regt die Kollagenproduktion an und erhöht die Widerstandsfähigkeit der Haut.

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