Eine MFA legt einer Patientin eine Blutdruck-Manschette an (Foto: SWR) (Foto: SWR)

Besser messen am Oberarm oder am Handgelenk?

Blutdruck richtig messen

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Hoher Blutdruck betrifft 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland. Oft bleibt der Bluthochdruck allerdings unentdeckt.

Wie misst man Blutdruck?

Fünf Minuten vor der ersten Messung sollte man sich entspannt hinsetzen. Ablenkung wie Fernsehsehen oder ein Gespräch mit anderen Personen sollte vermieden werden. Beim Blutdruckwert handelt es sich immer um eine Momentaufnahme. Empfehlenswert ist es, einen Mittelwert zu erhalten. Dies gelingt mit drei Messungen, die im Minutenabstand durchgeführt werden. Es gilt der Mittelwert der beiden letzten Messungen, die erste Messung wird gestrichen.

  • Bei einer Messung mit dem Oberarmgerät: Einfach den Arm locker auf dem Tisch ablegen.
  • Bei einer Blutdruckmessung am Handgelenk: Den Ellbogen auf dem Tisch abstützen und das Handgelenk auf Herzhöhe halten.

Wann sollte Blutdruck gemessen werden?

Der richtige Zeitpunkt zum Messen von Blutdruck ist einmal morgens und abends. Für ein möglichst genaues Ergebnis sollten zuvor Sport, koffeinhaltige Getränke oder auch Zigaretten gemieden werden. Fünf Minuten vorher sollte man richtig zur Ruhe kommen.

Ab einem Alter von 35 Jahren wird empfohlen, mindestens einmal jährlich die Blutdruckwerte zu überprüfen. Übrigens: Ein Gerät für zuhause bekommen manche Patienten sogar auf Rezept. Doch viele Messgeräte sind ungenau. Die Deutsche Hochdruckliga veröffentlicht online eine Liste über zertifizierte Produkte.

Ist Blutdruck messen am Oberarm oder am Handgelenk besser?

Oberarmmessgeräte sind weniger fehleranfällig, da sie immer auf Herzhöhe am Oberarm angesetzt werden. Wird ein Handgelenkgerät genutzt, muss zusätzlich darauf geachtet werden, dass das Handgelenk samt Gerät auf Herzhöhe gehalten wird. Werden die Geräte korrekt benutzt, liefern beide aber vergleichbar verlässliche Messwerte. Für beide Gerätetypen gilt: Wichtig ist die Messgenauigkeit der Geräte. Deshalb lohnt es sich, beim Kauf auf eine Zertifizierung zu achten.

Wie erkennt man Bluthochdruck?

Die Grenze zu Bluthochdruck liegt bei einer Messung durch den Arzt bei 140 zu 90, bei einer Selbstmessung bei 135 zu 85. Grund hierfür ist der sogenannte Weißkitteleffekt: Aufgrund der Situation mit ärztlicher Betreuung steigt bei vielen Patienten die Aufregung und der ermittelte Wert ist oftmals leicht erhöht. Übrigens: Die Einheit des Blutdruckwerts ist Millimeter-Quecksilbersäule, auch Torr genannt. 

Der Blutdruckwert setzt sich zusammen aus Systole und Diastole:

  • Systole: Beschreibt den oberen Wert der Blutdruckmessung. Damit Blut durch den Körper fließen kann, muss sich der Herzmuskel zusammenziehen, es wird Blut in den Blutkreislauf gepumpt. Dabei entsteht an den Gefäßwänden eine gewisse Spannung: Je mehr die Gefäße gespannt sind, desto höher ist der Blutdruck.
  • Diastole: Beschreibt den niedrigen Wert der Blutdruckmessung. Wenn sich das Herz wieder entspannt, dann geht dieser Wert nicht auf Null runter, sondern die Gefäße halten eine gewisse Grundspannung. Das Herz füllt sich mit Blut und dehnt sich aus.

Was sind Symptome für Bluthochdruck?

Es gibt keine offensichtlichen Anzeichen für Bluthochdruck. Es können unspezifische Symptome, wie z. B. Schwindel, auftreten. Klarheit geben nur tatsächliche Messwerte.

Warum ist Bluthochdruck gefährlich?

Unbehandelt entwickelt Bluthochdruck schleichend lebensgefährliche Folgeschäden an Organen. Betroffen sind vor allem Organe, wie Niere oder Herz, die viele Blutgefäße haben. Wenn durchgehend zu hoher Blutdruck herrscht, dann werden vor allem kleine Gefäße dieser Organe geschädigt. Sie können kaputt gehen, verstopfen oder reißen. Wo das passiert, kann im Ernstfall ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt die Folge sein.

Was kann man zur Prophylaxe gegen Bluthochdruck tun?

Wer im besten Fall anhaltenden Stress meidet und auf genügend Bewegung und eine gesunde Ernährung achtet, schafft beste Voraussetzungen dafür, dass es gar nicht erst zu Bluthochdruck kommt. Eine gesunde Lebensweise ohne übermäßigen Konsum von Suchtmitteln, wie Zigaretten oder Alkohol, senkt weiter das Risiko.

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