Ein Stromzähler zeigt in einem Mietshaus die verbrauchten Kilowattstunden an. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sina Schuldt)

Energiekosten stark gestiegen

Deutsche Haushalte zahlen fast 20 Prozent mehr für Heizöl, Strom und Benzin

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Petra Thiele, SWR Wirtschaft

Die Preise für Energie gehen momentan kräftig nach oben. Ein Vergleichsportal hat sich diese Entwicklung einmal genauer angeschaut.

Haushalte in Deutschland müssen für Energie deutlich mehr zahlen als noch vor einem Jahr. Die Kosten für Heizung, Strom und Sprit sind nach Berechnungen des Heidelberger Vergleichsportals Verivox in den vergangenen zwölf Monaten um 18 Prozent gestiegen. Ein Vier-Personen-Haushalt zahlt demnach jetzt im Schnitt rund 600 Euro mehr im Jahr für Heizen, Strom und Tanken - verglichen mit dem Vorjahr.

Ähnlicher starker Preisanstieg zuletzt 2005 nach Hurrikan Katrina

Einen ähnlich starken Preisanstieg hat es zuletzt nach dem Hurrikan Katrina gegeben, sagen die Statistiker. Der Hurrikan war eine der schlimmsten Naturkatastrophen in der Geschichte der USA. Dabei waren fast 2.000 Menschen ums Leben gekommen, hunderte Öl-Bohrtürme wurden zerstört.  Dadurch waren weltweit die Energiepreise gestiegen. Auch diesmal sind die Kosten für Heizöl und Kraftstoffe besonders kräftig geklettert.

Diesmal die Corona-Pandemie der Preistreiber

Dieses Mal ist eine andere Katastrophe schuld an dem Energie-Preisanstieg: Und zwar die Corona-Pandemie. Diese hat zunächst dazu geführt, dass weltweit die Rohstoffpreise in den Keller gingen. Weil, während des weltweiten Lockdowns im Frühjahr 2020, die Nachfrage nach Energie zuerst stark zurückging. Jetzt aber erholt sich in vielen Ländern die Wirtschaft wieder. Die Nachfrage nach Rohstoffen steigt. In der Folge steigen dann auch die Energiepreise wieder. Im Grunde sind diese also ein Zeichen für die wirtschaftliche Erholung.

Vor allem Heizöl und Benzin nun deutlich teurer

Das Heizen mit Öl verteuerte sich auf Jahressicht um gut 56 Prozent. Gegenüber dem Tiefstand im September vergangenen Jahres wurde Heizöl nach Angaben des Vergleichsportals Check24 sogar um 81 Prozent teurer. Damals kosteten 2.000 Liter durchschnittlich 770 Euro, im Juli waren es fast 1.400 Euro.

An der Zapfsäule mussten Autofahrerinnen und Autofahrer im Juli im Durchschnitt 24,3 Prozent mehr fürs Tanken ausgeben. Auch im August ging der Preisanstieg nach Angaben des ADAC trotz gesunkener Rohölpreise bisher weiter. Vergleichsweise gering ist dagegen der Preisanstieg beim Strom. Hier ermittelte Verivox einen Aufschlag von 4,8 Prozent.

Preisanstieg bei der Energie sorgt für hohe Inflationsrate

Die steigenden Energiepreise sind der Haupttreiber der Inflationsrate, die in Deutschland im Juli mit 3,8 Prozent auf den höchsten Stand seit fast 30 Jahren geklettert war.

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