Eine Frau zündet eine Gasflamme auf einem Küchenherd an. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Gaspreis auf 5-Jahres-Hoch

Wie teuer wird Heizen im Winter?

STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG

Die Gaspreise für private Haushalte waren im August laut Verivox so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr – und könnten weiter steigen. Wie können Verbraucher trotzdem sparen?

Warum ist Gas überhaupt so teuer?

Das Vergleichsportal Verivox hat nachgerechnet: Gas kostet heute wieder so viel wie Anfang 2016. Zwischenzeitlich war der Preis deutlich gesunken, weil die Nachfrage nach Gas gering war. Nun zieht die Nachfrage überall auf der Welt wieder an. Das liegt auch daran, dass die Wirtschaft nach der Coronakrise wieder in Schwung gekommen ist und wieder mehr Gas braucht. Und wenn die Nachfrage steigt, steigt auch der Preis. Erstmal für die Versorger, die das Gas einkaufen. Aber dann auch für Verbraucher, denn die Versorger geben die Preiserhöhungen an uns weiter. Dazu kommt die CO2-Abgabe, die seit Anfang des Jahres fällig ist. Diese kostete einen Haushalt im Schnitt rund 120 Euro zusätzlich. Und: Der vergangene Winter war kalt, die Gasspeicher in Deutschland sind nicht so gut gefüllt wie sonst – damit fällt ein wichtiges Mittel weg, mit dem die Anbieter sonst Preissprünge abfedern können. All das führt dazu, dass wir mehr fürs Gas bezahlen.

Wieso wurden die Gasspeicher nicht aufgefüllt?

Der kalte Winter ist nun fast ein Jahr her, dennoch sind die Gasspeicher noch nicht wieder voll. Das hat zwei Gründe. Zum einen waren die Gaspreise schon länger vergleichsweise hoch und deshalb wollten die Unternehmen ihre Speicher nicht mit teurem Gas auffüllen. Außerdem gab es Wartungsarbeiten an Pipelines und Anlagen, sodass es nicht immer möglich war, die Speicher zu füllen. 

Lohnt sich ein Wechsel des Gasanbieters?

Ein Wechsel lohnt sich sehr häufig. Ganz besonders, wenn man noch einen Grundversorgungstarif bei den örtlichen Stadtwerken hat. Dann rentiert sich ein Wechsel des Anbieters oder zumindest des Tarifs in vielen Fällen. So lassen sich bis zu 400 Euro pro Jahr einsparen. Aber: Wer wechseln will, sollte nicht nur auf den Preis schauen, sondern auch auf andere Vertragsinhalte. Riskant sind beispielsweise Angebote mit Vorkasse. Denn wenn der Lieferant pleite geht – und das kam schon vor – ist das im Voraus bezahlte Geld möglicherweise verloren.

Eine Frau dreht am Thermostat einer Heizung. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Die neue CO2-Abgabe hat auch das Heizen verteuert. Picture Alliance

Wird Nord Stream 2 den Preis wieder sinken lassen?

Demnächst soll das erste Gas aus Russland durch die umstrittene Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 kommen. Und das könnte Auswirkungen auf den Preis haben. Das Bundeswirtschaftsministerium geht davon aus, dass das Gas mit Nord Stream 2 billiger wird. Auf eine Anfrage der Partei "Die Linke" hatte das Ministerium geantwortet, dass der Transportweg fürs Gas über die neue Pipeline kürzer sei und dadurch Kosten gespart würden.

Heizöl-Preise steigen Die besten Spartipps rund ums Heizen mit Öl

Zuletzt ist der Heizöl-Preis um rund 20 Prozent gesunken, nun steigt er wieder - also jetzt Öl kaufen oder nicht? Nicht nur beim Füllen des Heizöltanks lassen sich leicht viele Euros sparen.  mehr...

Baden-Württemberg

Klima-Check bereits ab 30 Euro Service: Richtig Heizen und Dämmen fürs Klima - wie geht das?

Überschwemmungen und Waldbrände: Angesichts der aktuellen Klima-Krise fragen sich viele, was sie selbst dafür tun können, klimaschonender zu leben. Etwa in den eigenen vier Wänden.  mehr...

Baden-Württemberg

Teures Tanken und Heizen Experten-Tipp zum Heizöl: "Spätestens im Oktober bestellen"

Benzin, Diesel und Heizöl sind gerade recht teuer. Autofahrer ärgern sich, Hausbesitzer rätseln, wann sie Heizöl kaufen sollen. Ein Energieexperte gibt Spartipps im SWR-Interview.  mehr...

STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG