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Computer- und Videospiele sind zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden - es geht um Milliarden. Softwarefirmen wie SAP wollen über die Spielebranche junge Menschen gewinnen.

Die Zahlen sind gigantisch: 4,4 Milliarden Euro hat die Computerspielbranche im vergangenen Jahr in Deutschland umgesetzt – das ist mehr als zum Beispiel die Musikindustrie umsetzt. Auch im ersten Halbjahr 2019 gab es wieder kräftige Umsatzzuwächse in der Games-Branche. Computerspiele sind in der Gesellschaft angekommen, sagt Carl Bergengruen von der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg. Neben den typischen Ballerspielen gebe es auch Lernspiele. Spiele seien vielfältig und die Absatzzahlen lägen im zweistelligen Bereich.

Job-Motor Computerspielindustrie

Die Branche ist außerdem zu einem Job-Motor geworden: Knapp 30.000 Menschen arbeiten mittlerweile in der deutschen Computerspielindustrie, in Baden-Württemberg sind es gut 2.000. Die Entwicklerstudios sind quer über das ganze Land verteilt – zum Beispiel in Stuttgart, Ludwigsburg, Karlsruhe oder auch in Offenburg. Dort hat die Firma Black Forest Games ihren Sitz. Seit fast zehn Jahren werden hier unter anderem Geschicklichkeits- und Rollenspiele entwickelt. Adrian Goersch von Black Forest Games sagt, das Unternehmen beschäftige neben Einheimischen aus der Region auch viele Menschen aus dem benachbarten Frankreich.

Fachkräftemangel auch bei den Entwicklerstudios

Trotzdem werden Fachkräfte händeringend gesucht, bei fast allen Computerspielentwicklern gibt es aktuell freie Stellen. Das Potential der Games-Industrie haben mittlerweile auch branchenfremde Unternehmen erkannt. SAP aus Walldorf zum Beispiel hat eine Kooperation mit einem professionellen Zocker-Team. Der Softwarekonzern analysiert die Gegnermannschaften, um den Computerspielern wichtige Daten zu liefern. Mit der Kooperation möchte der Walldorfer Konzern vor allem bei der jüngeren Zielgruppe punkten, um so vielleicht auch neue Bewerber für IT-Jobs zu bekommen. Für Milan Cerny von SAP hat das Unternehmen einen entscheidenden Nachteil: Durch den Verkauf von Unternehmenssoftware fehle der Kontakt zum Endverbraucher.

Messebesucher testen auf der Gamescom Computerspiele. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Oliver Berg/dpa)
Hundert tausende Besucher komen jedes Jahr zur Gamescom nach Köln. Ein klares Zeichen dafür, wie sehr die Branche inzwischen gewachsen ist. picture alliance/Oliver Berg/dpa

Computer- und Videospiele sind also längst nicht mehr nur ein netter Zeitvertreib. Mittlerweile werden sie auch für die Wirtschaft immer wichtiger.

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