Komfort, Preis und Schadstoffgehalt Flip-Flops im Praxis- und Labortest

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Die Badesandalen sind praktisch und im Sommer fast zu jedem Outfit tragbar. Doch es gibt extreme Unterschiede bei Preis und Komfort. Und nicht alle Flip-Flops sind schadstofffrei.

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Schadstoffe im Markenschuh 

Über nackte Fußsohlen gelangen giftige oder krebserregende Stoffe leicht in die Haut. Deshalb haben wir unsere Testmodelle stichprobenartig auf verschiedene Schadstoffe wie z.B. Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Schwermetalle und Phthalate untersuchen lassen. Positiv: Zwei der sechs Modelle (von der Marke flip*flop und von KIK) waren völlig frei von Schadstoffen.

Schlusslicht unserer Stichprobe waren die Flip-Flops der brasilianischen Marke havaianas. Die jeweiligen Schadstoffmengen bleiben aber unter dem gesetzlichen Grenzwert, deshalb sind die Schuhe verkehrsfähig.  

„Die havaianas waren die einzigen, in denen wir die besonders kritische PAK gefunden haben. Diese PAK sind krebserregend und giftig und da muss der Hersteller an der Materialgüte arbeiten und die Qualität der Schuhe verbessern.“

Untersuchungsleiterin Dr. Ines Anderie, Prüf- und Forschungslabor in Pirmasens

Wir haben den Hersteller um Stellungnahme zu den gefundenen Schadstoffen gebeten. Ein Auszug aus der Stellungnahme: „We would like to thank you for providing us with your feedback (...) We definitely use all sources of insights to think how we can keep on evolving in terms of quality and consumer experience.” Frei übersetzt bedankt sich das Unternehmen für unseren Hinweis und will die Ergebnisse einfließen lassen, um die Produktqualität zu verbessern.

Jedes zweite Modell schwächlich  

Drei von sechs Testmodelle fielen beim Materialtest im Labor durch. Durch Zug am Zehensteg und den Riemen wurde ihre Strapazierfähigkeit getestet. Eine Norm gibt es für die Reißfestigkeit von Flip-Flops nicht, jedoch sollten nach dem Laborstandard die Stege und Riemen eine Zugkraft von 150 Newton aushalten. Riemen und Zehenstege, die leicht ausreißen, stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Als robust haben sich in dieser Stichprobe die Modelle von Skechers, H&M und Flip*Flop erwiesen.   

Melone wird blassrosa

Anhand eines 48-stündigen Belichtungstests wurde im Labor die Farbechtheit des Materials ermittelt. Die meisten Sandalen in unserer Stichprobe trotzten dem Licht. Bei den havaianas blich ein Teil der Sohle sehr geringfügig aus. Ein relativ deutlicher Farbunterschied zeigte sich bei den melonenfarbigen Riemen der Marke Flip*Flop. Dieser wurde nach 48-stündiger Bestrahlung rosa.

Kein Halt und rote Stellen

Alle Modelle mussten sich auch am Fuß bewähren. Getestet wurden jeweils ein günstiger und ein vergleichsweise teurer Kinder-, Damen- und Herren-Flipflop. Eine Testfamilie überprüfte den Tragekomfort auf unterschiedlichen Untergründen wie Sand, Gras und Asphalt – in Begleitung des Orthopäden Dr. Olaf Thorsten Beck.

Unsere Tester klagten bereits nach kurzer Zeit über Schmerzen im Zehenzwischenraum. Wirklich bequem fanden sie kein Modell. Auch fehlte ihnen der Halt. Ein Grund, warum Flip.Flops vor allem für Kinder aus orthopädischer Sicht nicht geeignet sind. Unser Experte kritisierte neben dem mangelnden Halt die Materialbeschaffenheit einiger Produkte. Problematisch bei Kunststoffstegen: In den Zehenzwischenräumen sammelt sich Schwitzwasser, was die Haut reizen kann. Zudem könnten schlecht verarbeitete Stege die empfindlichen Zehenzwischenräume verletzen.

Fazit

Der Preis von Flip-Flops sagt wenig über die Qualität aus. Am besten genau hinschauen, ob der Schuh scharfe Kanten hat und ob die Riemen Halt geben können. Egal welches Modell: Für den Dauereinsatz sind Flip-Flops nicht geeignet.

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