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Streamingdienste wie Netflix, Apple-TV oder Amazon Prime werden immer beliebter. Gehört, wer den Fernseher noch einschaltet, zu einer aussterbenden Spezies?

Das klassische Fernsehen wird immer noch sehr intensiv genutzt. Im Schnitt sehen die Deutschen jeden Tag mehr als 3,5 Stunden fern. Deshalb kann man sagen, wer den Tatort am Sonntag im Ersten mit Lena Odenthal schaut, ist damit definitiv nicht alleine – fast zehn Millionen Zuschauer waren ebenfalls mit dabei. Auch andere Sendungen – sei es die Tagesschau, Talk-Sendungen, Fußball-WM, Olympia, erreichen immer noch viele Menschen, auch wenn die Konkurrenz aus dem Netz immer größer wird. Gerade jüngere Leute setzen allerdings immer stärker auf Video-Streaming-Dienste.

Wo Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime & Co punkten

Die Altersgruppe zwischen 14 und 29 Jahren schaltet weniger den Fernseher ein. Das liegt auch daran, dass für jüngere Menschen das Smartphone einen deutlich höheren Stellenwert als Abspielgerät hat als der klassische Fernseher. Das Smartphone ist überall mit dabei, deshalb kann man in der U-Bahn oder auch im Wartezimmer beim Arzt Filme anschauen. Zuhause wird eher das Tablet genutzt als der Fernseher. Das merken auch die Händler. Der Verkauf von Fernsehgeräten geht seit Jahren zurück, dafür werden immer mehr Tablets verkauft. Der Erfolg von Video-Streaming hängt auch damit zusammen, dass die Verbraucher selbst entscheiden können, je nach Laune, wann sie was sehen möchten.

Zusammen Filme schauen nimmt ab – Großereignisse im Fernsehen bleiben

Das Erlebnis Fernsehen, wie es das früher gab, wird nicht mehr so stark nachgefragt. Früher war es selbstverständlich, am Samstagabend um 20.15 Uhr gemeinsam mit der Familie auf dem Sofa zu sitzen und zum Beispiel „Wetten, dass“ anzuschauen. Das ist heutzutage nicht mehr so. Durch das Video-Streaming auf Smartphones oder Tablets schaut man Filme und Serien eher alleine an. Aber es gibt immer noch viele Ereignisse, die die Menschen vor den Fernseher locken, zum Beispiel wenn eine Fußball-WM ansteht. Das Finale 2014 zwischen Deutschland und Argentinien haben fast 35 Millionen Zuschauer gesehen, das ist fast jeder zweite in Deutschland.

Was Fernsehen kann, aber Streamingdienste nicht

Es gibt im Fernsehen eine riesige Bandbreite an Inhalten. Ich kann nicht nur Filme oder Serien sehen, sondern auch Nachrichten, Tagesschau, Tagesthemen oder die SWR-Aktuell-Nachrichten. Hier können Fernsehzuschauer sich auch besser über regionale Themen informieren – nicht nur, was in Baden-Württemberg los ist, sondern auch zum Beispiel in Bayern oder in Nordrhein-Westfalen. Auch Verbrauchersendungen wie etwa Marktcheck oder politische Talkrunden haben bei den klassischen TV-Sendern einen höheren Stellenwert als bei Video-Streaming-Diensten.

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