Ein Feldhase läuft über einen Acker (Foto: dpa Bildfunk, Boris Roessler/dpa )

Osterhasen in freier Natur

So gefährlich ist das Leben der Feldhasen

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Auch wenn er nichts mit dem Christentum zu tun hat, ist er ein Symbol für Ostern: Der Feldhase, der momentan einfach „Osterhase“ heißt. Im richtigen Leben hat er ganz schön zu kämpfen.

Man sieht ihn nie, schließlich versteckt der Osterhase Eier und Geschenke nur nachts und im Morgengrauen, aber trotzdem ist Ostern mal ein Grund, um nachzuschauen – wie geht es dem Feld- und Osterhasen in Deutschland.

Rund drei Millionen Feldhasen gibt es geschätzt in Deutschland – das heißt, wenn jeder von ihnen mitmacht, muss ein Exemplar als Osterhase 27 Deutsche versorgen. Das ist Stress pur und schon deshalb wäre es gut, es gäbe mehr von ihnen.

Umwelt und Natur: Der Feldhase auf der Roten Liste

Die Anzahl der Feldhasen ist zwar seit einigen Jahren stabil, aber auf niedrigem Niveau – er steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Denn die Bestände sind in den letzten Jahrzehnten stark gesunken und schuld ist – mal wieder – der Mensch. Die Intensivierung der Landwirtschaft mit Monokulturen und dem massenhaften Einsatz von Dünger und Pestiziden machen dem Hasen das Leben schwer. Denn er braucht verschiedene Gräser, Kräuter, Knospen und auch Feldfrüchte, um satt zu werden – mit Raps- und Maisfeldern schafft er das nicht.

Was ihm auch fehlt, sind Brachen und breite Feldränder zur Deckung und um sich eine sogenannte Sasse, seine Erdkuhle, zu bauen. Außerdem ist das Leben für ihn gefährlicher geworden: Immer größere und schnellere Mähmaschinen und Straßen, die sein Revier zerschneiden, sind für ihn eine ernste Bedrohung.

Ganz schön groß, der Osterhase

Dabei ist so ein Feldhase eine beeindruckende Erscheinung. Sitzend bringt er es auf eine Höhe von 60 Zentimetern, besonders lang an ihm sind seine Ohren und die Hinterläufe. Deshalb kann er auch so gut hoppeln.

Ein Feldhase schaut aus einem jungen Getreidefeld (Foto: dpa Bildfunk, Patrick Pleul/dpa +++(c) dpa)
Der Feldhase saß völlig verängstigt im Kreisverkehr (Archivfoto). Patrick Pleul/dpa +++(c) dpa

Spaziergänger: Hasen-Babys unbedingt sitzen lassen

Jetzt im April werfen die Häsinnen zum ersten Mal im Jahr – bis zu fünf Junge. Die ziehen sie dann in ihren Sassen groß. Dort droht den Hasenbabys vor allem von zwei Seiten Gefahr:

  • Die eine ist das Wetter: Zu viel Regen bedeutet Unterkühlung und häufig Tod.
  • Die andere sind übereifrige Spaziergänger: Weil die Mutter immer wieder auf Nahrungssuche geht und die Kleinen allein zurücklässt, glauben einige Menschen, die Jungtiere seien verlassen worden und nehmen sie mit.

Das, so der Nabu, sei völlig falsch verstandene Tierliebe und er bittet alle Spaziergänger, die kleinen Hasen da zu lassen, wo sie sind, auch wenn sie noch so einsam aussehen.

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