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Darf ich aus Angst vor Coronavirus im Homeoffice arbeiten oder meine Reise stornieren? Wer zahlt, wenn ich im Urlaub unter Quarantäne gestellt werde? Die wichtigsten Antworten.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen

Inhaltsangabe:

Bei Symptomen: Erst den Arzt anrufen, dann hingehen

Könnte ich ein Corona-Fall sein? Mitten in der Erkältungs- und Grippesaison fragen sich das gerade viele. Denn die Symptome eines grippalen Infekts, einer echten Grippe und von Covid-19 sind erst mal die gleichen:

  • Husten, Schnupfen
  • Fieber
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Mattigkeit

Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, dass man eine "normale" Grippe oder Erkältung hat, immer noch deutlich höher als die Gefahr einer Coronavirus-Infektion. Darauf hat Barbara Römer, die Vorsitzende des Landeshausärzteverbands Rheinland-Pfalz, im SWR-Interview hingewiesen.

Erst wenn zu den klassischen Erkältungs- oder Grippesymptomen noch weitere Faktoren dazu kommen, wird man zum Corona-Verdachtsfall und sollte Kontakt mit einem Arzt aufnehmen.

"Dann ist es für uns als Hausärzte wichtig, dass sie nicht in die Praxis laufen, sondern uns anrufen", so Römer. Am Telefon wird geklärt, wie es weiter geht - ob der Patient zum Test in die Praxis kommt, stationär ins Krankenhaus oder ob der Arzt nach Hause kommt.

Wer Atemmasken braucht und wer nicht!

Menschen, die erkrankt sind, können mit dem korrekten Tragen einer Atemmaske die Ausbreitung der Erkrankung verhindern. Dabei muss die Maske aber richtig und eng über Mund und Nase sitzen. Außerdem muss die Maske regelmäßig gewechselt werden, vor allem wenn sie durchfeuchtet ist.

Ärzte, Pflegekräfte und Notfallhelfer sind auf Atemmasken und Schutzanzüge angewiesen. Aufgrund von Diebstählen und Panikkäufen kommt es bereits zu Engpässen. Damit wird nicht nur dem Gesundheitssystem und im Zweifelsfall auch der eigenen Versorgung im Krankheitsfall geschadet, es bringt auch nicht mehr Sicherheit für den Einzelnen: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) gibt es keinen Nachweis, dass eine Atemmaske einen gesunden Menschen vor der Ansteckung mit dem Coronavirus schützt.

Händehygiene und Nies-Etiquette beachten

Und nach Angaben der WHO kann das Tragen einer Maske bei Gesunden sogar negative Effekte haben: Sie fühlten sich besonders gut geschützt und vernachlässigen andere wichtige Dinge, wie beispielsweise das regelmäßige Händewaschen.

Viel sinnvoller sei es laut RKI, sich regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife zu waschen und ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen zu halten, die Krankheitssymptome zeigen.

Wird dann noch die Nies-Etiquette eingehalten, schützt man nicht nur sich, sondern verhindert man auch, das andere sch anstecken.
Übrigens: Das hilft nicht nur gegen Corona, sondern gegen viele Viren und Bakterien.

Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Der aktuelle Stand der Forschung ist: Für die meisten jungen Menschen oder Menschen im mittleren Alter ist das Virus nicht lebensgefährlich, wenn sie grundsätzlich gesund sind. Die meisten Erkrankten zeigen vermutlich nur einen Infekt der oberen Atemwege, also erkältungsähnliche Symptome. Nicht ganz geklärt ist allerdings noch, unter welchen Bedingungen bei manchen Patienten die Krankheit einen sogenannten Etagenwechsel vollzieht, sich also auf die Lunge legt und dort schwere Symptome auslöst. Und warum auch Ärzte und Pflegepersonal in China schwer erkrankt oder sogar gestorben sind.

Dauer

Bei den gut dokumentierten Fällen allerdings weiß man: Gefährlich ist das Coronavirus für ältere Personen und Menschen mit Vorerkrankungen. Es gibt kaum schwere Verläufe bei Kindern und Jugendlichen, und Männer sind ein wenig stärker betroffen als Frauen.

Mehr zur Gefährlichkeit und dem Ansteckungsrisiko hat SWR Wissen zusammengetragen unter: Fragen zum neuen Coronavirus - das antwortet die Wissenschaft.

Auch das Robert Koch Institut (RKI) hat Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 zusammengestellt.

Darf ich wegen des Coronovirus Homeoffice machen?

Arbeitnehmer können aus Angst vor dem Coronavirus, weil sie etwa nicht mit Bus oder S-Bahn fahren wollen, nicht einfach im Homeoffice arbeiten. Der Arbeitgeber muss dies vorher genehmigen. Wer auf eigene Faust entscheidet, kann abgemahnt werden.

Übrigens: Will der Arbeitgeber seinen Angestellten auf eine Dienstreise schicken, darf dieser die Reise ablehnen, wenn für die betroffene Region eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vorliegt.

Die aktuellen Reisehinweise und -warnungen des Auswärtigen Amtes finden Sie hier.

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Angst vor Coronavirus ist kein Grund, den Urlaub zu stornieren

Das Corona-Virus breitet sich inzwischen weltweit rasant aus, in Europa ist vor allem Italien betroffen. Viele Urlauber wollen gebuchte Reisen stornieren. Doch das ist nicht in jedem Fall möglich.

Zwei Menschen fotografieren wegen des Corona-Virus' in Italien mit Mundschutz die Kathedrale in Mailand.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Claudio Furlan/LaPresse via ZUMA Press/dpa)
In Italien sind ganze Regionen unter Quarantäne gestellt. Anfangs fotografierten Touristen mit Mundschutz den Mailänder Dom. Mittlerweile gibt es kaum mehr Touristen in den betroffenen Regionen in Mailand und Norditalien. picture alliance/Claudio Furlan/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Warum es dabei so wichtig ist, den Unterschied zwischen einer offiziellen Reisewarnung und eines Reisehinweises zu kennen, und welche Unterschiede es zwischen Individual- und Pauschalreise gibt, all das haben wir für Sie auf einer Extra-Seite zusammengestellt:

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Quarantäne im Urlaub: Wer trägt die Kosten?

Grundsätzlich gilt: Der Reiseveranstalter beteiligt sich an den zusätzlichen Hotelkosten bei Quarantäne nur in eingeschränktem Maße. Gesetzlich ist er zunächst nur für die ersten drei Tage dazu verpflichtet (§651k BGB). Möglicherweise wird er auch mehr übernehmen und sich das Geld von den Behörden zurückholen, die für die Quarantäne gesorgt haben. Solche Ansprüche sind derzeit ungeklärt.

Was können Kommunen und Behörden tun?

Das Wesentliche regelt das bundesweit gültige Infektionsschutzgesetz. Wenn es darum geht, die Ausbreitung einer Krankheit einzudämmen, geht es zum einen um umfangreiche Kontrollmaßnahmen etwa in Verkehrsmitteln wie Flugzeugen, Bussen oder Bahnen. Per Verordnung kann etwa geregelt werden, dass Bahnreisende beim Überschreiten der Grenze kontrolliert werden und bis zur Klärung eines Krankheitsverdachts nicht weiterreisen dürfen.

Zum anderen dürfen Veranstaltungen oder Ansammlungen verboten werden. Personen kann zudem vorgeschrieben werden, einen Ort nicht zu verlassen. Auch können Behörden Blutentnahmen und Abstriche von Schleimhäuten verlangen. "Krankheitsverdächtigen" und "Ansteckungsverdächtigen" kann ein Berufsverbot auferlegt werden.

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