Ein Stapel verschiedener Speicherkarten. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance / dpa - Ismo Pekkarinen)

Weniger Kapazität als angegeben Fake-Speicherkarten: …und plötzlich sind die Daten weg

AUTOR/IN

Statt Fotos hat man auf der Kamera oder dem Smartphone nur noch Datenmüll. Schuld ist häufig Betrug mit Fake-Speicherkarten.

Im Online-Handel werden häufig Fake-Speicherkarten und -USB-Sticks mit angeblich hoher Speicherkapazität angeboten. Tatsächlich haben die Fälschungen dann statt beispielsweise 64 Gigabyte nur acht Gigabyte Speicher – oder weniger. In unserer Stichprobe entpuppen sich fünf von neun bei E-Bay gekaufte Speicherkarten als Fake.

Nutzt man nur den tatsächlich vorhandenen Speicherplatz, ist alles in Ordnung. Sobald die Datenmenge darüber hinausgeht, werden entweder alte Daten überschrieben oder die neuen Daten gehen einfach ins Nichts. Das Speichermedium tut währenddessen so, als würde alles korrekt gespeichert.

Der Betrug fällt auf, wenn es zu spät ist

Den Verlust bemerkt man meist erst dann, wenn man wieder auf die Daten zugreifen will – beispielsweise wenn man Fotos von der Kamera-Speicherkarte auf den Rechner zieht. Dann ist es natürlich zu spät, die Daten sind futsch.

Um dem vorzubeugen sollte man neue USB-Sticks, Speicherkarten oder Festplatten überprüfen, bevor man sie in Betrieb nimmt.

Screenshot: Das Programm „H2testw“ überprüft die tatsächliche Speicherkapazität. (Foto: SWR, SWR)
Das Programm „H2testw“ überprüft die tatsächliche Speicherkapazität. SWR

Programm zur Überprüfung

Das geht unter Microsoft Windows mit dem Programm „H2testw“. Hier können Sie das Programm kostenlos herunterladen. Für Apple- und Linux-Nutzer gibt es alternativ das ebenfalls kostenlose Kommandozeilentool „F3“. Hierfür muss man sich jedoch etwas auskennen, da es nur als sogenannter Quellcode verfügbar ist und noch kompiliert werden muss (hier der Download). Das Windows-Programm ist wesentlich einfacher zu bedienen.

Die Programme testen, wie viel Speicher tatsächlich auf dem Medium vorhanden ist. Bei größeren Speichern kann das mitunter recht lange dauern, es bietet sich deshalb an, die Überprüfung über Nacht laufen zu lassen. Die Software prüft außerdem Fehler auf dem Speichermedium und gibt an, was die durchschnittliche Schreibgeschwindigkeit ist.

Test möglichst zwei Mal durchführen

Möglicherweise können Mängel, die die Programme feststellen, aber auch durch ein fehlerhaftes Kabel verursacht werden. Man sollte den Test deshalb möglichst zweimal mit verschiedenen Kabeln machen, um sicher zu gehen.

Originalverpackte Speicherkarten in Markenverpackungen. (Foto: SWR, SWR)
Mehr als die Hälfte der von uns gekauften Speicherkarten waren defekt. SWR

Theoretisch kann man auch einen beschrieben Datenträger mit den Programmen testen. Dabei können jedoch Daten überschrieben werden. Besser ist es, vorhandene Daten woanders abzulegen und das Speichermedium zu formatieren, bevor man den Test laufen lässt.

Vorsicht bei zu günstigen Angeboten

IT-Fachmann Markus Czarny rät generell dazu, bei sehr günstigen Angeboten misstrauisch zu sein. SD-Karten, USB-Sticks und Co solle bei renommierten Herstellern und Händlern kaufen, um nicht Betrügern auf den Leim zu gehen.

AUTOR/IN
STAND
ONLINEFASSUNG