Tastatur mit dem Schriftzug Fake (Foto: Colourbox)

Abzocke im Internet

So enttarnen Sie Fake-Shops und dubiose Anbieter im Netz

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Betrüger und Geschäftemacher versuchen auch in der Corona-Pandemie, Verbraucher mit gefälschten Online-Shops oder überteuerten Dienstleistungen über den Tisch zu ziehen. Hier die wichtigsten Tipps, das zu erkennen.

Inhaltsangabe:

Beim Shoppen im Internet kann es schnell passieren, dass Verbraucher auf Kriminelle hereinfallen. Denn es gibt immer mehr sogenannte Fake-Shops. In einer Befragung des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM), gab ein Sechstel - 16 Prozent - der Online-Shopper an, schon einmal beim Internet-Shopping betrogen worden zu sein.

Abzocke beim Sperrmüll: Teure Dienstleistungen im Internet

Sperrmüll, Führungszeugnis oder Nachsendeauftrag – Dienstleistungen von öffentlichen Verwaltungen oder privaten Unternehmen kann man heute bequem online beauftragen. Marktcheck hat Internetseiten, die Ämtern, Behörden und bekannten Dienstleistern zum Verwechseln ähnlichsehen, ins Visier genommen: Dubiose Unternehmen verlangen auf ihren Seiten Geld für Dienstleistungen, die bei der offiziellen Adresse umsonst, zumindest aber viel günstiger, wären.

Wer beispielsweise Sperrmüll bei der Stadt anmelden möchte - in unserem Fallbeispiel in Stuttgart - kann auf die Webseite eines zweifelhaften privaten Entsorgers geraten. Die Firma verlangt vor Ort für eine sortierte Entsorgung plötzlich mehrere Hundert Euro - und das in bar. Die städtische Abfallwirtschaft hätte den Sperrmüll umsonst abgeholt.

Für einen Nachsendeauftrag bei der Post verlangt ein Internet-Dienstleister für ein Jahr 99 Euro - bei der Post kostet der Auftrag für Privatkunden 30,90 Euro. In unserem Fall konnte der Kunde nicht einmal von seinem Widerrufsrecht Gebrauch machen.

Online gebuchte private Entsorger messen das Volumen des Sperrmülls aus und verlangen erhebliche Kosten im Vergleich zur kommunalen Abfallwirtschaft. (Foto: SWR)
Online gebuchte private Entsorger messen das Volumen des Sperrmülls aus und verlangen immens hohe Kosten im Vergleich zur kommunalen Abfallwirtschaft.

So können Sie zweifelhafte Onlineangebote selbst aufdecken

Das Problem: Die Online-Shops und -Angebote sehen täuschend echt aus. Verbraucher haben jedoch zahlreiche Möglichkeiten, die Seriosität der Produkte und der Online-Anbieter selbst zu überprüfen.

Tipp 1: Erste Anhaltspunkte liefert das Impressum

Jeder Onlinehändler muss auf seiner Homepage ein Impressum haben, in dem unter anderem Kontaktdaten wie E-Mail-Adressen oder Telefonnummern aufgelistet sind. Fehlen diese Daten oder ist gar kein Impressum vorhanden, handelt es sich in den meisten Fällen um Betrüger oder unseriöse Anbieter. Allein auf das Impressum sollten sich Kunden im Netz aber nicht verlassen, da mittlerweile viele Fake-Shops im Impressum falsche Angaben machen und beispielsweise gestohlene Identitäten angeben. Guter Tipp: Rufen Sie die angegebene Telefonnummer einfach mal an, wenn Sie bei einem Shop skeptisch sind. Ist die Nummer nicht vergeben? Ein schlechtes Zeichen!

Tipp 2: Dubiose Internetadressen erkennen

Teilweise können Verbraucher Fake-Shops an der Internetadresse erkennen. Denn oft nutzen die Betrüger die Internetadressen bekannter Marken und fügen anschließend eine weitere Domain-Endung wie zum Beispiel ".de.com" an. Oder sie registrieren eine Internetadresse, die der originalen Domain sehr ähnelt – zum Beispiel Adidass.de oder Amazon1.de.

Tipp 3: Betrüger setzen auf Vorauskasse

Wenn ein Händler ausschließlich die Zahlungsart "Vorauskasse" anbietet, sollten Kunden in diesem Online-Shop im Zweifel nicht bestellen. Denn das Geld wird überwiesen, bevor die Ware beim Kunden ankommt. Häufig bieten Fake-Shops zu Beginn des Zahlvorgangs viele Bezahlmethoden an. Doch am Ende bleibt nach Angaben der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz häufig nur die Zahlungsweise per Vorauskasse übrig. Oft begründen die Online-Händler dies mit technischen Schwierigkeiten, weshalb Kunden das Geld im Voraus überweisen sollen.

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Tipp 4: Schlau machen über Shop und Anbieter

Wer sich unsicher ist, ob ein Shop seriös ist, sollte sich mehr Informationen über den Händler oder Anbieter besorgen. Am schnellsten geht das mit einer kurzen Suche im Internet mit einer Suchmaschine wie etwa Google. Denn möglicherweise sind bereits andere Verbraucher auf diesen Shop hereingefallen und berichten darüber. Außerdem gibt es im Netz Webseiten, auf denen Fake-Shops aufgelistet werden – zum Beispiel die Watchlist-Internet. Hier gibt es zudem einen Fakeshop-Check, in den man die besuchte Internetadresse eingeben kann.

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Tipp 5: Gütesiegel überprüfen

Mit einem Gütesiegel werden Shops ausgezeichnet, die seriös sind. Die Verbraucherzentralen empfehlen die Webseite Internet-Gütesiegel, auf der vertrauenswürdige Siegel aufgelistet sind. Bewährt hat sich das Trusted-Shops-Siegel, das allerdings auch immer häufiger gefälscht wird. Ein erster Test sollte daher sein, ob man auf die Siegel klicken kann und damit auf das Zertifikat des Siegel-Betreibers gelangt. Ist dies nicht der Fall, hat dieser Händler schlicht und einfach ein Bild des Gütesiegels auf seiner Website eingebaut. Auf der Homepage von Trusted Shops können Verbraucher nachschauen, ob der ausgesuchte Onlinehändler auch wirklich ein solches Gütesiegel erhalten hat.

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Tipp 6: Nicht von Produktvielfalt oder niedrigem Preis locken lassen

Fake-Shops tun alles, um für die Kunden möglichst attraktiv zu sein. Deshalb bieten sie oft gezielt Produkte an, die bei allen anderen Händlern ausverkauft sind. Wenn also ein Produkt überall ausverkauft ist und nur in einem Shop angeblich vorrätig, sollten Käufer besonders vorsichtig sein. Das gilt ebenso, wenn der Preis unschlagbar billig ist.
Im Zusammenhang mit dem Kauf von Edelmetallen wie Gold werben Fake-Shops häufig mit einem Neukundenrabatt von mehreren hundert Euro. Auch diese Lockangebote sollten misstrauisch machen – welcher seriöse Edelmetall-Händler würde seine Ware weit unter dem aktuellen Marktpreis anbieten. Für den Handel mit Gold hat Gold.de eine Liste mit Fakeshops aufgestellt, die laufend aktualisiert wird.

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Tipp 7: Keine persönlichen Daten übermitteln

Manchmal fordern Betreiber von Fake-Shops ihre Kunden dazu auf, ihnen eine Kopie des Personalausweises oder Führerscheins zuzuschicken – angeblich, um die Identität des Käufers zu überprüfen. Übermitteln Sie niemals persönliche Daten, diese könnten für weitere Betrügereien missbraucht werden.

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Tipp 8: Was tun, wenn ich bereits Geld überwiesen habe?

Zwar stehen die Chancen meist schlecht, das Geld bei SEPA-Überweisungen wiederzubekommen - dennoch sollte man sofort handeln, wenn sich der Verdacht einstellt, einem Betrug aufgesessen zu sein:

  • Kontaktieren Sie Ihre Bank und versuchen Sie, die Überweisung rückgängig zu machen. Dafür ist ein Sepa-Storno-Auftrag (oder Recall) wegen Betrugs nötig. Je früher der Auftrag erfolgt, desto eher kann die Bank noch handeln.
  • Sofern Sie erwägen, rechtliche Ansprüche auf Rückzahlung geltend zu machen, beraten Sie sich zuvor mit einem Rechtsanwalt. Dort können Ihnen Möglichkeiten, Chancen und Risiken in Ihrem individuellen Fall aufgezeigt werden.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Häufig ist es schwierig, gegen die Betrüger zu ermitteln, weil sie im Ausland sitzen. Dennoch rät die Polizei zur Anzeige, da andere geschützt werden können, wenn die Fake-Shops bekannt und schließlich gelöscht werden.
  • Helfen Sie anderen Verbrauchern, indem Sie den Fake-Shop melden. Verschiedene Seiten im Internet haben es sich zur Aufgabe gemacht, Fake-Shops aufzulisten – zum Beispiel die Watchlist Internet.

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