Wenn das Risiko mitfährt Auf Fahrradwegen wird es gefährlich eng

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Auf dem Fahrradweg sind jetzt auch E-Roller unterwegs: Wer muss da auf wen Rücksicht nehmen? Und welche Regeln gelten für Radfahrer auf Gehwegen und Zebrastreifen?

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Für Fahrradfahrer und E-Scooter gilt, wie für alle anderen Verkehrsteilnehmer auch, die Straßenverkehrsordnung (StVO). Es gibt viele Regeln und Verkehrsschilder, die den Radverkehr organisieren, doch die Bedeutung vieler Schilder ist Fahrradfahrern, Fußgängern und Autofahrern oftmals unklar.

Fahrradfahrer dürfen rechts überholen

Stehen Autos an einer Ampel oder im Stau, so dürfen Fahrradfahrer rechts an ihnen vorbeifahren. Nicht erlaubt ist es, zwischen zwei stehenden Fahrzeugkolonnen zu fahren oder bei fließendem Verkehr rechts zu überholen. Dann müssten auch Fahrradfahrer auf die linke Spur, wobei sie deutlich schneller unterwegs sein müssen, als der Verkehr auf der rechten Spur.

Gebote- und Verbote Das bedeuten die Verkehrszeichen für Fahrradfahrer

Auf einem blauen Schild mit weißem Hintergrund ist ein Fahrrad abgebildet. Darunter steht der Schriftzug Fahrradstraße. Neben dem Schild fährt eine Radfahrerin vorbei. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Uli Deck/dpa)
Dieses Schild zeigt eine Fahrradstraße an. Fahrradfahrer dürfen die gesamte Straße zum Fahren benutzen und haben immer Vorrang. Autos sind nur in Ausnahmefällen erlaubt. Uli Deck/dpa Bild in Detailansicht öffnen
Ein Fahrradweg, der nur von Fahrradfahrern benutzt werden darf. In der Regel handelt es sich um gut ausgebaute Fahrradwege. Da es ein Gebotszeichen ist, müssen Radfahrer den Radweg nutzen und dürfen nicht auf die Straße oder den Gehweg ausweichen. Bild in Detailansicht öffnen
Dieses Schild weist einen gemeinsamn Rad- und Fußweg aus. Fahrradfahrer müssen dabei auf Fußgänger Rücksicht nehmen. Da es sich um ein blaues Gebotsschild handelt, müssen Fahrradfahrer auf diesem Weg fahren und dürfen nicht auf die Straße ausweichen. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Anders verhält es sich bei diesem Schild: Es handelt sich um einen getrennten Rad- und Fußweg. Fahrradfahrer müssen den Weg benutzen und dürfen weder auf der Straße noch auf dem Fußweg fahren. Bild in Detailansicht öffnen
Fahrradfahrer dürfen den Fußweg benutzen, müssen es aber nicht. Fahren sie auf dem Gehweg, müssen sie auf die Fußgänger Rücksicht nehmen. Zudem müssen Radfahrer Schrittgeschwindigkeit fahren, was von Gerichten als ca. 15 km/h ausgelegt worden ist. Fußgänger dürfen sich auf dem Gehweg frei bewegen, sie müssen also nicht am rechten Rand laufen. Thomas Oberfranz Bild in Detailansicht öffnen
Dieses Verkehrszeichen warnt Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer davor, dass in dieser Einbahnstraße, in der höchstens 30 Kilometer pro Stunde schnell gefahren werden darf, Fahrradfahrer entgegenkommen können. Julian Stratenschulte/dpa Bild in Detailansicht öffnen
Fahrradfahrer dürfen auch entgegen der Einbahnstraße fahren. Stefan Puchner/dpa Bild in Detailansicht öffnen
In verkehrsberuhigten Bereichen, umgangssprachlich auch Spielstraßen genannt, dürfen Fahrradfahrer nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Da Fahrradfahrer bei zu langsamen Geschwindigkeiten umkippen können, ist die Geschwindigkeit von Gerichten als „deutlich unter 20 km/h“, in der Regel ca. 15 km/h ausgelegt worden. Jan Woitas/ dpa Bild in Detailansicht öffnen
Fahrradfahrer dürfen über Fußgängerüberwege, umgangssprachlich auch Zebrastreifen genannt, fahren. Dabei haben sie allerdings keinerlei Vorfahrtsrechte und sind im Falle eines Unfalls in der Regel schuld. Schieben sie ihr Fahrrad, gelten sie als Fußgänger. Dann muss der fließende Verkehr sie vorrangig über die Straße lassen. Bild in Detailansicht öffnen

E-Scooter im Straßenverkehr erlaubt

Sogenannte E-Scooter sind durch die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung im Straßenverkehr seit 15. Juni 2019 erlaubt. Doch für die Tretroller mit Elektroantrieb gelten strenge Vorgaben. So müssen sie auf Fahrradwegen oder auf der Straße fahren, dürfen also nicht auf Gehwegen verkehren. Daneben müssen die E-Scooter zugelassen sein. Mit der Zulassung geht einher, dass die Zweiräder über Licht, Reflektoren, zwei Bremsen, eine Lenk- oder Haltestange sowie eine bauliche Maximalgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde verfügen. Der Motor darf nicht mehr als 500 Watt (1.400 bei selbstbalancierenden Fahrzeugen) stark sein.

Die Fahrer von E-Scootern müssen mindestens 14 Jahre alt sein. Für E-Scooter-Fahrer gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer: Für unter 21jährige und während der Probezeit gilt 0,0 Promille, danach dürfen Fahrer maximal 0,5 Promille Alkohol im Blut haben. Eine Helmpflicht besteht nicht.

Welche E-Scooter vom Kraftfahrbundesamt (KBA) zugelassen worden sind, können Sie auf der Webseite des KBA einsehen. Auf der Webseite des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur finden sich weitere Informationen zu E-Scootern und anderen Elektrokleinstfahrzeugen wie Airwheels und Hoverboards.

Hoverboards, Airwheels und Co. sind noch nicht zugelassen

Andere Elektrokleinstfahrzeuge ohne Lenker wie beispielsweise Hoverboards oder Airwheels sind bisher noch nicht erlaubt. Wer mit ihnen im öffentlichen Raum fährt, riskiert empfindliche Strafen, da es sich um das Führen eines Fahrzeugs ohne Betriebserlaubnis handelt. Dies ist rechtlich gesehen eine Straftat. Bei Jugendlichen kann dies etwa dazu führen, dass sie ihren PKW-Führerschein erst später machen dürfen.

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