Emulgatoren, ATIs, Fodmaps Oft steckt die Industrie hinter Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten

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Immer mehr Menschen leiden unter Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, oftmals ausgelöst durch industriell hergestellte Lebensmittel. Wie Sie eine Unverträglichkeit vermeiden können.

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Emulgatoren

Emulgatoren sind chemische Hilfsstoffe, die in fast allen Fertiglebensmitteln verarbeitet sind. Emulgatoren sorgen dafür, dass Fett und Wasser vermischt bleiben und Waren nicht so schnell alt schmecken. Dies stellt die Industrie durch lösen der Fette sicher. Jedoch sind die Membrane im menschlichen Darm praktisch die gleichen Fette wie jene in den Lebensmitteln. Die Membran kann geschädigt werden, wenn zu viele Emulgatoren gegessen werden.

„Wenn einzelne Lebensmittelhersteller Zusatzstoffe hineingeben würden, wäre das überhaupt kein Problem, weil in kleinen Mengen verträgt das so gut wie jeder. Wenn aber jeder Lebensmittelhersteller schon solche Zusatzstoffe hineingibt, dann haben wir immer mehr Probleme, weil wir so überschüttet werden mit einzelnen Substanzen, dass wir sie nicht mehr verdauen oder entgiften können.“

Dr. Maximilian Ledochowski, Facharzt für innere Medizin

ATI: Amylase-Trypsin-Inhibitoren

ATI, ausgeschrieben Amylase-Trypsin-Inhibitoren, sind pflanzliche Inhaltsstoffe, die für Darmbeschwerden und Entzündungsprozesse im Körper verantwortlich sein können. ATIs sind Proteine, die üblicherweise in glutenhaltigen Getreidesorten vorkommen. Die Industrialisierung der Landwirtschaft und viele hochgezüchtete Getreidesorten lassen die Konzentration der ATIs ansteigen.

„Wir untersuchen gerade, ob eine Überdüngung oder eine Kunstdüngung vermehrt die Produktion der ATI anreizt.“

Detlef Schuppan, Professor für Gastroenterologie und Immunologie in Mainz und Harvard

Fodmaps

Fodmaps sind Zuckerarten, die in Backwaren enthalten sind. Durch die industrielle Herstellung bleiben besonders viele Fodmaps in den Backwaren enthalten, da der Teig nicht lange genug ruhen kann. Sie können vom Darm nicht vollständig verdaut werden, was zu Unverträglichkeiten führen kann. In der Folge kann es zu Bauchschmerzen und Blähungen kommen.

Das können Sie tun

Wer sich gesund ernähren will, sollte möglichst auf industrielle, stark verarbeitete Lebensmittel verzichten und auf die Zutatenliste schauen. Eine Fasturegel lautet: Je weniger Zusatzstoffe, umso besser ist es. Eine Liste aller E-Stoffe und was Sie bedeuten, finden Sie bei der Verbraucherzentrale.

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