Zucker, Salz und Fette Lebensmittelampel Nutri Score

Was bringt eine Lebensmittelampel, die Verbrauchern sagt, wie das Verhältnis gesunder zu ungesunder Inhaltsstoffe ist?

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In Frankreich gibt es die Lebensmittelampel Nutri Score, die Verbrauchern zeigt, wie gesund ein Produkt ist. Während gesättigte Fettsäuren, Salz und Zucker Abzug geben, geben Proteine, Ballaststoffe sowie Obst und Gemüse Boni. Am Ende zeigt eine Ampel von einem grünen A bis zu einem roten E dem Verbraucher, wie gesund das Produkt ist.

Dickmacher Zucker

Besonders Zucker macht viele Menschen dick. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt eine tägliche Zuckerzufuhr von 25 Gramm. Auf dem Markt gibt es zahlreiche Süßstoffe, die als Ersatz für Zucker zum Einsatz kommen können. Doch Dicksäfte oder Honig haben ähnlich viele Kalorien wie Zucker, Süßstoffe sind synthetisch hergestellt und um ein vielfaches süßer als Zucker und können Heißhunger auslösen. Stevia ist ein pflanzlicher Stoff aus der Stevia-Pflanze, hinerlässt aber einen bitteren Beigeschmack, der durch Zucker oder andere Süßstoffe ausgeglichen werden muss.

Süße Speisen sind als „gut“ angeboren

Süße Speisen speichert der Körper als etwas Gutes ab. Das liegt daran, dass zuckerhaltige Speisen viel Energie bedeuten – das war für die Steinzeitmenschen sehr wichtig. Daneben löst Zucker in unserem Belohnungssystem im Gehirn Zufriedenheit aus, danach möchte das Gehirn mehr davon.

So reduzieren Sie Ihren Zuckerkonsum

Marktcheck Ernährungsexpertin Sabine Schütze gibt Tipps, wie Sie weniger Zucker konsumieren. Zucker steckt in vielen Produkten, auch dort, wo wir ihn nicht erwarten: So steckt er beispielsweise auch in herzhaften Fertigprodukten.

Sabine Schütze empfiehlt, die Speisen selbst zuzubereiten. Dadurch hat jeder selbst ein Gefühl dafür, wie viel Zucker im Essen steckt. Fertiger Krautsalat zum Beispiel hat sehr viel Zucker. Wer ihn selbst zubereitet, kann darauf komplett verzichten. Wer weniger Süßigkeiten essen möchte, der sollte sich fest vornehmen, maximal an drei Tagen in der Woche zu naschen. Das sei einfacher einzuhalten als ein Totalverbot, findet Sabine Schütze. Und Süßigkeiten bewusst essen, also etwa mit Genuss als Nachtisch nach dem Mittagessen und nicht schnell nebenher. Ein gefährliches Handlungsmuster sei zudem, immer in bestimmten Situationen zu Süßigkeiten zu greifen – wie etwa abends nach einem anstrengenden Arbeitstag auf der Couch. Solche Verhaltensmuster solle man versuchen, durch andere Rituale zu ersetzen. Öfter versuchen, auf den Löffel Zucker im Kaffee oder Tee zu verzichten, damit man sich auch an weniger süßen Geschmack gewöhnt.

Tipps für den Einkauf

Zucker wird von vielen Herstellern geschickt in den Verpackungsangaben versteckt. Erfahren Sie, worauf Sie bei der Nährwerttabelle achten sollten und was hinter einigen chemischen Begriffen steckt.

Der Kennzeichnungs-Trick

Wenn ein Produkt Zucker enthält, muss das in der sogenannten Nährwerttabelle auf der Verpackung angegeben sein. Die Nährwerttabelle listet unter anderem den Gehalt an Energie, Fett, Kohlenhydraten mit Zucker, Ballaststoffen, Eiweiß und Salz in einem Produkt auf. Meist beziehen sich die Angaben auf 100 Gramm des Produktes.
In dieser Tabelle muss allerdings nur Einfach- und Zweifachzucker angegeben werden. Darunter fallen herkömmlicher Haushaltszucker, Rübenzucker, Rohrzucker oder Kristallzucker Mehrfachzucker müssen dagegen nicht angegeben werden, obwohl sie auch oft als Süßungsmittel eingesetzt werden.
Unter Mehrfachzucker fallen zum Beispiel Oligofruktose, Fruktose-Glukose-Sirup, Maltodextrin oder Maltotriose. Ein Produkt kann deshalb einen deutlich höheren Zuckergehalt haben, als in der Nährwerttabelle angegeben ist.

Der Begriffstrick

Zucker und Süßungsmittel können insgesamt 70 verschiedene Bezeichnungen haben und sich so in der Zutatenliste auf Verpackungen verstecken, ohne dass der Verbraucher sie sofort als Zucker identifizieren kann, wie zum Beispiel Dextrose, Sucralose, Melasse, Maltose, Raffinose oder Süßmolkenpulver. Das hat den Vorteil, dass sich der Zuckergehalt auf mehrere Zutaten verteilt. Und herkömmlicher Zucker in der Zutatenliste weiter nach hinten rutscht. Denn die Zutat mit dem größten Gehalt im Produkt muss als erstes angegeben werden.

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