Eine Müslipackung, die voller Einer und Larven von Lebensmittelmotten ist.  (Foto: Colourbox, Alex Oakenman)

Ungeziefer im Essen So bekämpfen Sie Lebensmittelmotten

Die kleinen Flattertiere tummeln sich vor allem in Getreideprodukten wie Flocken, Müsli, Nudeln oder Mehl, aber auch in Nüssen und sogar in Schokolade können sie ihre Eier legen.

Lebensmittelmotten gehören zur Gruppe der Zünsler und sind deshalb, korrekt bezeichnet, kleine Schmetterlinge. Dabei liebt die braun-weiße Dörrobstmotte (Plodia interpunctella) – entgegen ihrem Namen – vor allem Getreideprodukte wie Nudeln und Mehl, aber sie befällt zudem auch Nüsse und sogar Schokolade. Dabei ist es unabhängig, wie viel und wie ausgiebig in einem Haushalt geputzt wird, ob die Motten flattern. Meist ist die ärgste Mottenzeit im Sommer, wenn es warm ist und die Insekten sich schneller entwickeln als in der kalten Jahreszeit.

Dauer

Die erwachsenen Falter tummeln sich zwar nicht mehr in den Vorräten – das machen die kleinen Maden – aber die Motten pflanzen sich unglaublich schnell fort. Ein Weibchen legt bis zu 500 Eier, aus denen nach kurzer Zeit weitere Maden schlüpfen und Lebensmittel befallen können.

Was tun, wenn die Lebensmittelmotten flattern?

  • Kontrollieren Sie nicht nur Ihren Mehl- und Getreidevorrat, sondern werfen Sie auch einen Blick auf Soßenbinder, Cornflakes und Süßigkeiten. Beachten Sie, dass Lebensmittelmotten auch in noch nicht geöffnete Verpackungen eindringen können.
  • Entsorgen Sie sämtliche befallenen Lebensmittelvorräte unverzüglich nach draußen und saugen Sie alle Schränke gründlich aus. Vergessen Sie nicht, den Staubsaugerbeutel wegzuwerfen!
  • Um noch verbliebene Motten, Larven oder Eier aus Ritzen und Löchern zu entfernen, nehmen Sie am besten einen Föhn, stellen diesen auf die heißeste Stufe und pusten die Tierchen heraus – hohe Temperaturen überleben sie nicht. Zum Schluss sollten Sie Ihre Schränke noch mit Essigreiniger oder Essigwasser gründlich säubern.

Wie bekämpfe ich die Motten im Küchenschrank biologisch?

  • Effektiv sind zum Beispiel sogenannte Pheromonfallen. Hierbei handelt es sich um einen Pappstreifen mit Klebefilm. Dieser lockt männliche Motten mit einem Sexuallockstoff an und verhindert, dass diese wegfliegen. Nichts für zart besaitete Gemüter, denn die Motten sterben auf dem Klebestreifen nur langsam und qualvoll.
  • Raffiniert ist es, Schlupfwespen (Trichogramma) als Parasit gegen Lebensmittelmotten einzusetzen: Die kleine Wespe legt ihre eigenen Eier in die der Motten ab. So können keine neuen Raupen aus den Eiern entstehen. Im Internet kann man Trichogramma bestellen; man erhält Kärtchen mit 1.000 bis 3.000 Schlupfwespen-Eiern. Für eine erfolgreiche Bekämpfung sollten Sie die Schlupfwespen im Abstand von drei Wochen dreimal einsetzen. Dazu legen Sie die Kärtchen einfach in den Lebensmittelschrank – pro Schrank eine Karte. Nach spätestens drei Tagen sollten sich die Insekten auf den Weg zu den noch verbliebenen Motteneiern machen. Sie können weder fliegen, noch stechen sie. Außerdem sind sie mit einer Größe von 0,3 bis 0,4 Millimetern kaum zu erkennen und leben auch nur wenige Tage lang. Dadurch, dass die Schlupfwespen ihre eigenen Eier in die der Motten legen, entstehen immer mehr kleine Wespen, die wiederum neue Lebensmittelmotten-Eier entdecken. Sind alle Eier zerstört, verschwinden auch die Schlupfwespen wieder von alleine.

So sorgt man gegen den Mottenbefall von Anfang an vor

Neu gekaufte Lebensmittel kann man vorsorglich für ein paar Tage in den Gefrierschrank geben. Das tötet Eier und Larven ab. Danach muss alles luftdicht verpackt werden. Hierfür eignen sich Vorratsbehälter aus Glas oder Plastik. Aber auch dann gibt es keine Garantie, dass Küche und Vorratskammer mottenfrei bleiben.

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