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Dieses Jahr gibt es bereits Anfang März den ersten heimischen Spargel. Er stammt von beheizten Feldern. Doch wie sieht es mit Qualität und Umweltbilanz aus?

Die deutsche Spargelsaison beginnt je nach Wetterlage im Frühjahr eigentlich erst Mitte bis Ende April und geht bis zum sogenannten „Johannistag“ oder „Spargelsilvester“ am 24. Juni. Trotzdem wurde auf dem Mannheimer Markt bereits der erste baden-württembergische Spargel angeboten. Dieser stammt von einem beheizten Feld aus Hockenheim. Das Kilogramm Klasse I Spargel kostete 18 Euro. Alternativ gibt es importierten Spargel aus Südeuropa oder Übersee.

Beheiztes Spargelfeld

Eine eigene Heizung für die Spargeldämme lohnt sich wahrscheinlich nirgends – rein finanziell. Ökologisch wäre das ohnehin eine Katastrophe. Der frühe Spargel ist ein Nebenprodukt einer Biogasanlage. Das Zauberwort heißt Abwärme, die praktisch kostenlos ist. Die ersten Systeme dieser Art sind im Umfeld von konventionellen Kohlekraftwerken im Rheinland entstanden.

Erntehelfer auf einem mit Folie bedeckten Spargelfeld (Foto: SWR, Björn Lilienthal)
Spargelfelder werden häufig mit Folien abgedeckt. Björn Lilienthal

Bei Biogasanlagen gibt es eine Wärmenutzungspflicht. Das hat eine ganze Reihe von Spargelbauern – auch im Südwesten – auf die Idee gebracht, sie für die Felder zu nutzen. Nicht jede Anlage hat genügend Abnehmer in der Nähe, um die Energie in ein kleines Nahwärmenetz einzuspeisen.

Spargel braucht mehr als zehn Grad Celsius

Rund zehn Grad Celsius brauchen Spargelwurzeln, um zu treiben. Damit die Wurzeln stechbare Stangen liefern, brauchen sie etwa 15 Grad Celsius. Einen Teil davon hat die Februarsonne geliefert, die mit Folien konserviert wurde. Folien sind heute schon die Regel im Spargelanbau. Den Rest der Energie bringt die Heizung.

Das lässt die Stangen im Schnitt etwa zwei bis drei Wochen früher sprießen. Das ist wichtig, denn wer früh am Markt ist, nimmt die höchsten Preise mit. Wenn die Ware noch rar ist und alle nach frischem Spargel gieren, ist der doppelt so teuer als später in der Saison.

Frische ist Qualitätsmerkmal

Qualitativ gibt es keinen Unterschied. Der Heizungsspargel ist genauso gut wie alle anderen auch. Letztlich ist das einzige Qualitätsmerkmal ohnehin die Frische, das haben Studien gezeigt. Allerdings sollten Bauern nicht mit aller Gewalt früh stechen, denn zu nah am Wurzelstock schmecken die Spargel bitter.

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